Hermannsmühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Remscheid
Kreis(e): Remscheid
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 11′ 44,6″ N: 7° 13′ 27,22″ O / 51,19572°N: 7,22423°O
Koordinate UTM 32.375.924,02 m: 5.673.088,91 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.585.617,71 m: 5.674.133,43 m
Im oberen Diepmannsbachtal liegt am Morsbach im gleichnamigen Ortsteil die Hermannsmühle. Eine erste Mühle ist für das 15. Jahrhundert nachgewiesen, die zu Beginn des 16. Jahrhundert verfällt. Über die 1575 neu errichtete Mühle ist bekannt, dass sie über mehrere Jahrzehnte in Betrieb gewesen ist. 1851 wird die bestehende Mühle ausgebaut und 1868 eine Dampfmaschine angeschafft. Bis 1925 fand ein stetiger Ausbau und eine Erneuerung der Anlagen statt.

Heute noch erhalten sind das stattliche Mühlengebäude und der Mühlenteich. Alte Mühlsteine am südlichen Zugang des Hauses weisen auf den Jahrhunderte langen Betrieb als Kornmühle hin. An der Südwestseite des Mühlengebäudes, auf der anderen Straßenseite, liegt der Mühlenteich. Dieser Teich wurde in den Hang gebaut und hat an seiner Nordseite einen aufgeschütteten Damm mit einer weiteren Befestigung aus Beton. In der Mitte des Teiches verläuft eine Sperre aus modernem Baumaterial.
Die Wasserführung zum Teich erfolgte über einen Graben der unterhalb der Tackermühle abzweigte, zunächst den Teich des Hermannskotten speiste und dann in den Mühlenteich floss. An der Nordwestecke des Teiches liegt das Eishaus und Schütz für den Obergraben. Von hier wurde das Wasser durch einen zunächst offenen, später verschlossenen Kanal auf das Mühlrad geführt. Die Radstube und das Mühlrad lagen auf der westlichen Seite der Mühle. Über den Untergraben floss das Wasser zurück in den Morsbach

Nach Schmidt (2004) handelt es sich bei Hermannsmühle um eine ältere Ortschaft, die sich im Spätmittelalter um die Fruchtmühle entwickelte, aber immer nur aus wenigen Häusern bestand. Für die umliegenden Höfe und Kotten bestand der Mahlzwang auf dieser Mühle. Diese hat schon vor 1487 bestanden, wird in diesem Jahr aber erstmals urkundlich erwähnt; als Besitzer wird Hermann op der Mühlen genannt. In den folgenden Jahren verfiel die Mühle, denn 1575 pachtete Peter Foermann vom Rat der Stadt Lennep den Standort der wüst gefallenen Mühle und errichtet hier eine Mahlmühle. Der Mühlzwang galt für die Außenbürgerhöfe in Hohenhagen, Überfeld, Endringhausen, Büscherhof, Oberste Halbach und Hinterste Stursberg. In den folgenden Jahrhunderten blieb die Mühle im Besitz dieser Familie, die durch Wollhandel und Tuchhandel zu Ansehen und Reichtum gelangte. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente die Mühle als Mahlmühle, wurde dann aber von der Schleiferei Berger gepachtet und bis 1925 als Schleiferei betrieben.

Historische Karten
Eine kartografische Darstellung der Hermannsmühle findet sich in den historischen Karten von Ploennies (1715). Ein genaueres Bild zeigt die Urkatasterkarte von 1826, auf der neben dem Teich, der Zulauf und Ablauf sowie das Mühlrad eingezeichnet sind, ebenso die Katasterkarte von 1912. Weitere Darstellung der Mühle und des Mühlenteiches finden sich auf den Topografischen Karten von von Müffling (1824) und von 1844/45 und 1893.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2019)

Hinweise
Die Hermannsmühle ist eingetragenes Bodendenkmal (Stadt Remscheid, lfd. Nr. 40 (B); LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, RS 042), das Wohnhaus ist eingetragenes Baudenkmal (Stadt Remscheid, lfd. Nr. 497; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 29731).

Internet
de.wikipedia.org: Honschaft Hermannsmühle (Abgerufen 9.6.2019)

Literatur

Schmidt, Günther (2004)
Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach. (Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid, Teil 4.) Remscheid-Lennep.

Hermannsmühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Herrmannsmühle 3
Ort
42899 Remscheid - Morsbach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1450 bis 1487

Empfohlene Zitierweise

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„Hermannsmühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-14537-20110808-4 (Abgerufen: 14. Oktober 2019)
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