Kastell in Heidenrod-Kemel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Heidenrod
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
  • Standort des Kastells Kemel im heutigen Ortskern von Heidenrod-Kemel im Rheingau-Taunus-Kreis (2012)

    Standort des Kastells Kemel im heutigen Ortskern von Heidenrod-Kemel im Rheingau-Taunus-Kreis (2012)

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    Steinbring, Bernd / hessenARCHÄOLOGIE
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Im Bereich der Ortsmitte von Heidenrod-Kemel liegen die nicht mehr sichtbaren Überreste eines Limeskastells. Die römische Armee erbaute es gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. unweit der Aulbachquelle. Von dem Wehrbau kennt man nur einige Abschnitte der Mauer, zwei Tore und drei Ecktürme. Die Besatzung bestand wahrscheinlich aus einem Numerus, einer etwa 150 Mann starken Einheit. Südwestlich des Kastells stieß man auf Spuren des Lagerdorfes. Das Kastell bildete die Keimzelle für das mittelalterliche Dorf – noch heute nimmt die Dorfstraße den Verlauf einer römischen Lagerstraße auf.

Das Steinkastell Kemel
Die Besatzung des etwa 0,7 Hektar (93 mal 77 Meter) großen Steinkastells ist unbekannt. Errichtet wurde es vermutlich für einen Numerus (etwa 150 Mann) nach der Mitte des 2. Jahrhunderts. Das Kastell hatte einen rechteckigen Grundriss, es besaß Türme in den Kastellecken, vier Tore und war von einem Graben umgeben. Die Innenbebauung ist unbekannt. Die letzte Spur des Steinkastells bildet der Verlauf der Hauptstraße von Kemel, die Bäderstraße. Sie wurde in der Frühzeit des Ortes durch die beiden Seitentore des Kastells geführt. Die Lage der Seitentore und der Verlauf der Via principalis sind daher im Ortsbild sichtbar. Der Ortskern von Kemel liegt somit im Bereich des römischen Kastells. Von ihm selbst sind nordöstlich der Kirche im Hang ganz schwach die Reste der Umfassungsmauer sichtbar. Das Steinkastell und das Lagerdorf sind bis auf Restflächen in Gärten überbaut. Das Areal des Steinkastells ist zudem teilweise tiefgründig gestört.

Anfahrt
Den Ortsteil Kemel der Gemeinde Heidenrod erreicht man über die Bundesstraße B 260 von Wiesbaden oder Nassau kommend.

(Thomas Becker, hessenARCHÄOLOGIE, 2015)

Internet
de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Kemel: Kastell Kemel bei Wikipedia (abgerufen 18.08.2015)
deutsche-limeskommission.de: Kastell Kemel auf der Seite der Deutschen Limeskommission (abgerufen 18.08.2015)

Literatur

Becker, Thomas (2012)
1200 Jahre Kemel. Führungsheft zu den archäologischen Denkmälern in einem Ortsteil der Gemeinde Heidenrod, Rheingau-Taunus-Kreis. (Archäologische Denkmäler in Hessen 172.) Wiesbaden.
Lehner, Hans (1901)
Das Kastell Kemel. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Nr. 7, Heidelberg.

Kastell in Heidenrod-Kemel

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 9 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 100, Ende 260
Koordinate WGS84
50° 09′ 55,64″ N, 8° 00′ 57,96″ O / 50.16545°, 8.0161°
Koordinate UTM
32U 429729.58 5557490.34
Koordinate Gauss/Krüger
3429776.47 5559273.89

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„Kastell in Heidenrod-Kemel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-135503-20150813-36 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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