Felsenkeller in Bürvenich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Zülpich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Felsenkeller in Bürvenich (Zülpich)

    Der Felsenkeller in Bürvenich (Zülpich)

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  • 2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Zülpich-Bürvenich, Felsenkeller (PDF-Datei)

    2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Zülpich-Bürvenich, Felsenkeller (PDF-Datei)

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Anton Nagelschmidt, Bürvenicher Brauereibesitzer, ließ 1858 mit erheblichem Aufwand einen gewaltigen, mehrteiligen Eiskeller zur Bierkühlung in den Eifelhang unterhalb seiner Villa sprengen. Vor Erfindung der Kühltechnik dienten solche mit Wintereis gekühlten Felsenkeller wegen ihrer konstant niedrigen Temperatur oft dazu, Bier oder Wein kühl zu lagern. Hier wurde der Keller in den anstehenden, dolomitischen Kalk- und Sandstein des Obersten Muschelkalks getrieben. Er zählt zu den besten Aufschlüssen dieser Gesteine im „Mechernicher Triasdreieck“.

Geschichte der Brauerei Nagelschmidt
Das Bürvenicher Land ist bis heute vom Braugersteanbau geprägt, angeregt im 19. Jahrhundert durch lokale Brauereien am Ort und im nahen Wollersheim. Bereits vor 1850 hatte Anton Nagelschmidt in Bürvenich an der Eppenicher Straße eine Bierbrauerei mit Mälzerei eingerichtet. Nagelschmidt hatte zeitweilig, offenbar mit Blick auf den Erfolg der Siegerschen Destille in der Zülpicher Landesburg, sogar mit einer Betriebserweiterung in Richtung Brennerei geliebäugelt. Er entschloss sich aber schließlich, auf den Brauereibetrieb konzentriert zu bleiben. 1858 ließ er den gewaltigen, mehrteiligen Eiskeller zur Bierkühlung in den Eifelabhang am südlichen Ortsende sprengen. Viele Brauereien nutzten damals solche Felsenkeller, die durch ihre zumeist gleichbleibende Temperatur von 6–9 Grad gut geeignet waren, Bier zu lagern. So wurde auch der Bürvenicher Keller als Eisbunker angelegt, der im Winter mit Natureis aus einem nahen Stauweiher über einen Schacht befüllt wurde. Nun konnte auch im Sommer Bier gebraut werden, das ja bei niedrigen, konstanten Temperaturen geraume Zeit gären muss. Eiskeller wie diese boten damals im Brauereiwesen die einzige Kühlmöglichkeit, bis der Ingenieur Carl von Linde erste Kühlmaschinen, zunächst nur für Brauereien, entwickelte. Seine chemische Kühltechnik setzte sich dann seit den 1880er-Jahren allgemein durch.
Während die Gebäude der Brauerei untergegangen sind, blieb der Mälzerei-Turm, zu Wohnzwecken umgenutzt, bis heute in Bürvenich erhalten. Anton Nagelschmidts Nachfahre Ferdinand fusionierte das Unternehmen 1907 mit demjenigen von Johann Josef Cramer in Wollersheim zu den „Vereinigten Brauereien Nagelschmidt & Cramer AG“. Gebraut wurde seither nur noch in Wollersheim, in Bürvenich verblieb die Malzproduktion. 1937 schied die Bürvenicher Familie Nagelschmidt ganz aus dem Unternehmen aus.
Seither besteht alleine „Cramer“ als Familienbrauerei bis heute fort. Bereits 1925 hatte Ferdinand Nagelschmidt seinen weitläufigen, oberhalb des Dorfes gelegenen Park mitsamt Villa und Felsenkeller dem Kreis Düren gestiftet, mit der Auflage, dort ein Heim für bedürftige Kinder zu errichten. Aus dieser Einrichtung ist die heutige „Lebenshilfe HPZ gGmbH“ erwachsen.

Der Felsenkeller
Der Bürvenicher Felsenkeller von 1858 reicht horizontal tief in den Berg hinein, bis unter die heute noch bestehende „Villa Nagelschmidt“. Wie bei anderen zeitgenössischen, größeren und regelmäßig frequentierten Felsenkellern, findet man auch hier ein im Hang liegendes Kellerhaus direkt über dem Kellereingang.
Damit wurde der Eingang ein Stück weit aus dem Hang heraus geführt und der Keller so vor direkter Sonneneinstrahlung abgeschirmt und vor höheren Temperaturen und größeren Schwankungen geschützt. Als Verkleidung des Zugangs wurde gotisierende Backsteinarchitektur gewählt. Die Wandfelder sind sparsam gegliedert durch neugotische Fenster und ein Tor. Im westlichen Eingang findet sich ein spitzbogiges Tympanon mit Relief der typischen Brauereiwerkzeuge. Der Keller gliedert sich im Inneren in eine etwa 15 Meter hohe Hauptkaverne und zwei Nebenarme. Wände und Böden sind grob bearbeitet.
Nicht als Eiskeller, aber als Wasserspeicher wird der Felsenkeller bis heute genutzt: 1999 hat der Eigentümer „Lebenshilfe HPZ“ im rückwärtigen Bereich eine 260 Kubikmeter große Zisterne eingerichtet. Sie dient als Regenwasser-Rückhaltebecken für Bewässerungs- und Löschzwecke.

Der Felsenkeller in Bürvenich ist eingetragenes Baudenkmal (Stadt Zülpich, UDB-Nr. 156; LVR-Amt für Denkmalpflege ObjNr. 5426)

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2015)

Der Felsenkeller in Bürvenich war Station der Archäologietour Nordeifel 2015 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

Internet
de.wikipedia.org: Bürvenich, Felsenkeller (abgerufen 28.06.2015)
www.lebenshilfe-hpz.de (abgerufen 28.06.2015, Inhalt nicht mehr verfügbar 05.09.2016)
www.tourdetolbiac.zuelpich.de: Flyer2013, Bürvenicher Felsenkeller (PDF-Datei, 1,1 MB, abgerufen 05.07.2017)

Felsenkeller in Bürvenich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kellergasse
Ort
53909 Zülpich - Bürvenich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1858
Koordinate WGS84
50° 39′ 3,48″ N, 6° 35′ 17,24″ O / 50.65097°, 6.58812°
Koordinate UTM
32U 329502.66 5613787.97
Koordinate Gauss/Krüger
2541637.51 5612983.72

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„Felsenkeller in Bürvenich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-130691-20150628-4 (Abgerufen: 19. Februar 2018)
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