Jüdischer Friedhof am Schafsberg in Limburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Limburg a.d. Lahn
Kreis(e): Limburg-Weilburg
Bundesland: Hessen
Die jüdische Gemeinde Limburg seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit dem 18. Jahrhundert lebte (wieder) eine größere Zahl von Juden in Limburg. Die Gemeinde war bis ins 20. Jahrhundert religiös konservativ orientiert. 1932 waren Staffel (3 Personen), Dehrn (2) und Elz (4) angeschlossen. Aufgrund der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion konnte vor einigen Jahren eine neue jüdische Gemeinde gegründet werden.
Gemeindegröße um 1815: 8 Familien (1800), um 1880: 206 (1895), 1932: Ca. 300 (270), 2006: 173.
Bethaus / Synagoge: Seit der Frühen Neuzeit bestand ein Betraum, der noch 1930 vorhanden war. 1867 erwarb die Gemeinde die ehemalige Kapelle des Klosters Ebersbach und nutzte sie als Synagoge. 1903 konnte ein Neubau eingeweiht werden. Die Synagoge wurde 1938 zerstört; die Kapelle diente später als evangelisches Gotteshaus (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Jüdische Friedhöfe in Limburg: In Limburg gab es vermutlich bereits seit dem Spätmittelalter einen jüdischen Begräbnisplatz. Insgesamt sind drei Friedhofsstandorte in Limburg bekannt, zwei Friedhöfe bestehen nicht mehr:
  • Ein frühester Judenfriedhof an der „Judenschiede“, der außerhalb der ehemaligen Stadtmauer im Schlenkert gelegen war. Bei Ausschachtungsarbeiten für die Eisenbahnunterführung wurden hier 1979 Gräber mit Skelettresten entdeckt.
  • Ein zweiter Begräbnisplatz lag wohl oberhalb von Staffel, an der Straße nach Gückingen.
(alle Angaben zu den Friedhöfen nach alemannia-judaica.de)

„Der Friedhof am Schafsberg wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. Der alte Teil dieses Friedhofes war bis um 1930 weitgehend belegt. Auf einer anschließenden Fläche (neuer Teil des Friedhofes) wurden seit 1932 Beisetzungen vorgenommen (etwa 25 Beisetzungen bis um 1940).
Auch seit 1945 wird dieser Friedhof wieder belegt, zumal in Limburg wieder eine jüdische Gemeinde entstanden ist. Auf dem Friedhof befindet sich ein Gedenkstein mit den Namen der in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Limburger. Am Eingang zum Friedhof ist eine Tafel
“Zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger von Limburg 1933-1945„ angebracht.“ (alemannia-judaica.de)

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Friedhöfe Limburg (abgerufen 08.07.2011)
www.cjz-limburg.de: Jüdischer Friedhof, neuer Teil (abgerufen 19.09.2011)

Literatur

Altaras, Thea (1988)
Synagogen in Hessen - was geschah seit 1945? (Dokumentation und Analyse aus allen 221 hessischen Orten, deren Synagogenbauten die Pogromnacht 1938 und den 2. Weltkrieg überstanden; 223 architektonische Beschreibungen und Bauhistorien). S. 96-97, Königstein.
Arnsberg, Paul / Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen (Hrsg.) (1971)
Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Bd. 1. S. 491-494, Frankfurt.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.

Jüdischer Friedhof am Schafsberg in Limburg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schafsberg
Ort
65549 Limburg an der Lahn
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1801 bis 1850
Koordinate WGS84
50° 23′ 20,84″ N, 8° 02′ 59,02″ O / 50.38912°, 8.04973°
Koordinate UTM
32U 432448.65 5582328.14
Koordinate Gauss/Krüger
3432496.5 5584121.57

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Jüdischer Friedhof am Schafsberg in Limburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12993-20110708-5 (Abgerufen: 24. September 2017)
Seitenanfang