Jüdischer Friedhof Marienstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Uedem
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick auf das Gräberfeld des jüdischen Friedhofs Marienstraße in Uedem (2012).

    Blick auf das Gräberfeld des jüdischen Friedhofs Marienstraße in Uedem (2012).

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    Eulenburg, Siegwart
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Die jüdische Gemeinde in Uedem und Kalkar seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Die Juden von Uedem und Kalkar bildeten im 19. Jahrhundert gemeinsam einen Synagogenbezirk.
Gemeindegröße um 1815: 44 (1829), um 1880: 37 (1885), 1932: 22, 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Seit 1820/21 wurde die ehemalige Kapelle des säkularisierten Sankt Agatha-Klosters als Synagoge genutzt. 1938/39 wurde das Gebäude verkauft und noch vor 1945 abgerissen (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

„Im Jahr 1820 erwarb die jüdische Gemeinde die Kapelle des ehemaligen St. Agatha-Klosters am heutigen Agathawall und wandelte sie 1822 in eine Synagoge um. Im Laufe der Jahrzehnte erfolgten mehrere Umbauten der “Judenkirche„ statt, (sic! Red.) wie die Synagoge im Volksmund hieß. 1939 wurde das Grundstück an die benachbarte Schuhfabrik Riddermann. Verkauft, (sic! Red.) kurz darauf muss die ehemalige Synagoge abgebrochen worden sein.“ (Stadt Uedem 2011)

Jüdische Friedhöfe in Uedem: Zwei jüdische Friedhöfe sind in Uedem bekannt. Ein 1825 aufgegebener älterer jüdischer Friedhof am Graf-Johann-Wall (siehe dortigen Eintrag) und ein heute noch erhaltener jüngerer Begräbnisplatz.
Der neben dem Kommunalfriedhof gelegene jüngere Jüdische Friedhof in der Marienstraße in Uedem wurde um 1825 angelegt (so Reuter 2007, uni-heidelberg.de nennt 1835) und bis 1929 belegt. Hier sind 17 Grabsteine erhalten.

„Der (sic! Red.) alte jüdische Friedhof am heutigen Graf-Johann-Wall legte man möglicherweise um 1700 an. Beerdigungen fanden bis zur vollständigen Belegung des Grundstücks im Jahr 1825 statt. Dann wurde der jetzige Begräbnisplatz an der Marienstraße angelegt, der durch eine Hecke vom Katholischen Friedhof abgegrenzt ist. Bis 1937 sollen hier 95 jüdische Sterbefälle bzw. Beerdigungen stattgefunden haben. In der NS-Zeit wurden die Grabsteine abgeräumt, die Friedhofsparzelle wurde eingeebnet, verkauft und schließlich überbaut. Der Erwerber errichtete auf der Friedhofsfläche ein Ziegelsteingebäude, das erst 1957 auf Drängen der Jewish Trust Corporation for Germany und des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein abgebrochen wurde. Die heute vorhandenen 17 Grabsteine stehen inmitten einer gepflegten Anlage.“ (Stadt Uedem 2011)

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland (abgerufen 04.07.2011)

Literatur

Gemeinde Uedem (Hrsg.) (2011)
Historischer Rundweg Uedem (Faltblatt, Text: Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune und Andreas Koop). München.
Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 364-365, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.
Wensky, Margret (2003)
Uedem. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung XV, Nr. 84.) S. 12, Köln.

Jüdischer Friedhof Marienstraße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Marienstraße
Ort
Uedem
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1825 bis 1835
Koordinate WGS84
51° 40′ 16,01″ N, 6° 16′ 34,65″ O / 51.67111°, 6.27629°
Koordinate UTM
32U 311665.06 5727972.54
Koordinate Gauss/Krüger
2519157.01 5726346.52

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„Jüdischer Friedhof Marienstraße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12955-20110704-22 (Abgerufen: 23. September 2017)
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