Jüdischer Friedhof an der Gracht

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mülheim an der Ruhr
Kreis(e): Mülheim an der Ruhr
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die jüdische Gemeinde seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit dem 17. Jahrhundert konnten sich Juden in Mülheim niederlassen. 1855 entstand der Synagogenbezirk Mülheim, der die gleichnamige Stadt- und Landbürgermeisterei umfasste. 1872 bis 1893 gehörten auch die Oberhausener Juden zu dem Synagogenbezirk. Nach 1945 entstand eine neue Gemeinde; 1955 schlossen sich die in Mülheim und Duisburg lebenden Juden zu einer Gemeinde zusammen, 1968 kam Oberhausen hinzu.
Gemeindegröße um 1815: 185 (1809), um 1880: 466 (1885), 1932: 626, 2006: Siehe Duisburg (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Bethaus / Synagoge: Ein Betraum ist erstmals im 18. Jahrhundert belegt. Vor 1784, 1874 und 1907 konnten Neubauten errichtet werden. 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung zerstört und kurz darauf abgerissen, nachdem sie schon im Oktober 1938 zwangsweise an die Stadtsparkasse verkauft worden war. Von 1960 bis zur Einweihung der neuen Synagoge in Duisburg im Jahr 1999 nutzte die Jüdische Kultusgemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen einen Betsaal in Mülheim an der Ruhr.

Friedhof: Der heute noch existierende und benutzte Friedhof wurde um 1730/40 an der Gracht angelegt (Reuter 2007), Jüdische Friedhöfe in Deutschland nennt bereits „etwa 1720“. Der Friedhof wurde 1779, 1879 und 1920 erweitert. Etwa 300 Grabsteine sind erhalten.
12 Inschriften aus den Jahren 1725 bis 1897 sind in der epigraphischen Datenbank epidat des Essener Steinheim-Instituts dokumentiert.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2014)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Mülheim a.d. Ruhr (abgerufen 25.06.2011)
www.steinheim-institut.de: epidat, Mülheim an der Ruhr (abgerufen 12.03.2014)

Literatur

Ortmanns, Kurt (1989)
Mülheim a.d. Ruhr. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung IX, Nr. 50.) S. 12f., Köln.
Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 225-230, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.

Jüdischer Friedhof an der Gracht

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1720 bis 1740
Koordinate WGS84
51° 25′ 47,32″ N, 6° 54′ 10,21″ O / 51.42981°, 6.90284°
Koordinate UTM
32U 354213.78 5699709.62
Koordinate Gauss/Krüger
2562832.14 5699850.62

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„Jüdischer Friedhof an der Gracht”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12453-20110625-7 (Abgerufen: 24. September 2017)
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