Quelle der Sonnenbeek bei Hinsbeck

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Nettetal
Kreis(e): Viersen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ergebnisse der chemischen Wasseranalysen der Quelle der Sonnenbeek bei Hinsbeck 1990, 2014, 2015 (PDF-Dokument, 207 KB, 2015)

    Ergebnisse der chemischen Wasseranalysen der Quelle der Sonnenbeek bei Hinsbeck 1990, 2014, 2015 (PDF-Dokument, 207 KB, 2015)

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In der Gemarkung Pannenschoppen in der Hinsbecker Heide östlich des Wirtshauses Haus Waldesruh befinden sich die Quellen eines Bachlaufes. Dieser wird allgemein Sonnenbeek oder Sonenbeäk (= Sonnenbach) genannt; die amtlichen Karten verzeichnen jedoch keinen Gewässernamen.

Nach Angaben des Eigentümers war der obere Teil des Teiches schon immer vorhanden und gilt natürlichen Ursprungs; um 1923 sei eine Aufstauung zu dem heute noch bestehenden Fischteich erfolgt, die heute als Angel- und Zierteich mit einer Uferbefestigung aus verrottenden Metall- und Holzplanken dienen. Der untere Teil des Teiches zwischen Überlauf und Umgangsweg war Wiese und diente als Fläche zum Bleichen der Wäsche. Das Gewässer, in dem auch die Wäsche gewaschen wurde, stand in dem Ruf, das Leinen so weiß wie kein anderes zu machen. Die kräftigste Quelle befindet sich dicht über dem Wasserspiegel des Fischteiches an einer Eiche und spült Feinsand hervor. Weitere Quellen bzw. Quellhorizonte umsäumen den Teich vor allem in seinem südlichen Bereich, an einigen Stellen treten kleine Gasblasen mit aus. Der Wasserabfluss am Überlauf ist jedoch erkennbar erheblich kräftiger als die obertägigen Quellschüttungen, so dass ein weiterer, unter der jetzigen Wasseroberfläche befindlicher Quellzufluss vermutet werden muss. Beim Ablassen des Wassers zu Reinigungszwecken waren auch drei oder vier Quellen am Boden des Teiches zu sehen. Etwa 1955 sei eine Wasserschüttleistung am Überlauf mit circa 700 l/min gemessen worden. Unterhalb des Überlaufes befindet sich ein weiterer Quellast. Oberhalb der Quelle zieht sich ein Trockental, das mit Bauschutt und Abfallablagerungen durchsetzt ist, von etwa 70 m hin. Es erscheint deshalb möglich, dass die Quelle früher einmal einen höheren Entstehungshorizont hatte.

Das Wasser der Sonnenbeek (nachfolgend ist der Bereich zwischen dem Wiesenmäander und dem Eintritt in die Renne gemeint) half gegen Augenleiden; so wird berichtet: „Jrosmoter hoalet ut de Sonenbeäk driivent Waater; dat woar joot vör de Ooje.“ Diese Erzählung darf als Beleg dafür gelten, dass der von Quellen gespeiste Bach ein unbelastetes und kühles Wasser führte. Eine Karte von 1768 zeigt deutlich zwei parallel laufende Bachstränge, die sich unterhalb der heutigen Gaststätte Waldesruh vereinigen. Das umgebende Gelände ist durch den Abbau von Ton (Ziegelei, mundartlich bis heute Panneschopp, 1768: Pan Oven) überprägt. Einen namensgleichen Sonnenbach, der auch mit Quellen in Verbindung steht und ebenfalls eine Augenheilquelle besitzt, befindet sich in Nettetal-Schaag.

(Stefan Kronsbein, 2015)

Literatur

Hubatsch, Herbert (1970)
Im Naturpark Schwalm-Nette. Entstehung, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt seiner Landschaften. (Mercator-Bücherei 13.) Duisburg u.a..
Kohnen, Hans (2003)
Wörterbuch der Hinsbecker Mundart. Nettetal.
Kreis Viersen (Hrsg.) (2003)
Gewässergütebericht 2003. Viersen.
Kreis Viersen (Hrsg.) (1993)
Gewässergütebericht. Viersen.
Kronsbein, Stefan / Naturwissenschaftlicher Verein zu Krefeld e.V. (Hrsg.) (1991)
Quellen am unteren linken Niederrhein - ein natur- und kulturgeschichtlicher Beitrag. In: Natur und Landschaft am Niederrhein, X, S. 349-429. Krefeld.
Plönes, Heinrich (1990)
Die kupferne Legende - Geschichte um einen Menschenfreund. Nettetal.
Tillmann, Walter (1997)
Handel, Gewerbe und Landwirtschaft in Hinsbeck. In: Hinsbeck - Beiträge zur Geschichte, Sprache und Natur einer niederreinischen Gemeinde, (Schriftenreihe des Kreises Viersen 42.) S. 249-284. Viersen.
Timmermanns, Hermann (1949)
Hinsbeck, seine Höhen und Seen. In: Die Windmühle (18), S. 8-9. Geldern.
Weuthen, Franz-Josef (1976)
Hinsbeck - Karten aus drei Jahrhunderten. Hinsbeck.

Quelle der Sonnenbeek bei Hinsbeck

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
51° 21′ 8,19″ N, 6° 16′ 55,77″ O / 51.35228°, 6.28216°
Koordinate UTM
32U 310753.48 5692507.07
Koordinate Gauss/Krüger
2519700 5690875

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„Quelle der Sonnenbeek bei Hinsbeck”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-120208-20150329-79 (Abgerufen: 21. August 2018)
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