Johannisquelle bei Bracht

Johannesbronn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Brüggen
Kreis(e): Viersen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die früher am Führsteinsberg im Brachter Wald entspringende Johannisquelle ist heute vollständig durch Tonabbau verschwunden. Gewährspersonen (Josef Heines, Brüggen-Bracht; Walter Feyen, Brüggen-Bracht) berichten, dass die Johannisquelle – auch Johannesbronn bezeichnet – bis um etwa 1950 wasserführend war und im Winter niemals zugefroren sei. Auch sei sie im Vergleich mit der nicht weit entfernt liegenden Hubertusquelle für die Umwohner die bedeutendere Quelle gewesen mit größerer Schüttung. Zudem war sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Johannisquelle, deren Quellwasser von den Besuchern gerne getrunken wurde, führte in einen kleinen Teich, der wiederum seinen Abfluss in einem kleinen Tälchen – einer so genannten Gracht – fand.

Sie gehört zu den vergleichsweise wenigen Quellen, die durch einen Personennamen näher bezeichnet werden. Als Erklärung könnte zum einen ein möglicher Bezug zu der seit 1513 im Ortsteil Bracht bezeugten St.-Johannes-Bruderschaft dienen, zum anderen könnte es sich um einen Hinweis auf eine Quelle handeln, die Taufzwecken gedient hat. Auffallend ist eine hohe Dichte vor- und frühgeschichtlicher Funde sowohl im Bereich der Johannisquelle als auch der Hubertusquelle. Vielleicht ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Siedlungs- oder Kultfunktion.

Im Unterschied zu allen anderen Quellen, die einen Heiligennamen tragen, liegen diese beiden Quellen allerdings weit entfernt von neuzeitlichen Siedlungen und haben keinen nachgewiesenen Bezug zu einer konkreten Heiligenverehrung. Denkbar ist allerdings ein früherer Bezug zu der heutigen Wüstung „Amersloh“, ein 1579 durch die Spanier niedergebrannter Hof, der wohl wegen seiner abseitigen Lage und schlechter Bodenqualität der Felder nicht wieder aufgebaut wurde.

Die Entfernung der Johannisquelle zu dem Ort Bracht beträgt 5.600 Meter (Bezugspunkt Kirche), die Entfernung zu dem untergegangenen Hof Amersloh lediglich 750 Meter.

(Stefan Kronsbein, 2015)

Literatur

Boenigk, Wolfgang (1970)
Zur Kenntnis des Altquartärs bei Brüggen (westlicher Niederrhein). (Sonderveröffentlichungen des Geologischen Instituts der Universität Köln, 17.) Köln.
Kronsbein, Stefan / Naturwissenschaftlicher Verein zu Krefeld e.V. (Hrsg.) (1991)
Quellen am unteren linken Niederrhein - ein natur- und kulturgeschichtlicher Beitrag. In: Natur und Landschaft am Niederrhein, X, S. 349-429. Krefeld.
Loewe, Gudrun (1971)
Kreis Kempen-Krefeld. (Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes 3.) Düsseldorf.
Röttgen, Bernhard (1934)
Brüggen und Born im Schwalmtal. Beiträge zur Heimatgeschichte. Kempen.
Suter, Wilhelm (1937)
Die schönsten Wanderungen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Düsseldorf.
Verschönerungs- und Verkehrsverein Brüggen-Born (Hrsg.) (1911)
Führer durch Brüggen und seine Umgebung - zugleich ein Beitrag zur Heimatkunde. Brüggen.
Wolters, Richard (1955)
Ausbildung und Lagerung der pliozän/pleistozänen Grenzschichten im niederrheinischen Grenzgebiet von Niederkrüchten/Brüggen. In: Geologisches Jahrbuch 69, S. 339-348. Hannover.

Johannisquelle bei Bracht

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Ende 1950 bis 1960
Koordinate WGS84
51° 15′ 41,88″ N, 6° 07′ 16,39″ O / 51.26163°, 6.12122°
Koordinate UTM
32U 299153.51 5682857.42
Koordinate Gauss/Krüger
2508505 5680760

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„Johannisquelle bei Bracht”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-120185-20150329-56 (Abgerufen: 18. November 2018)
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