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Bei der Anlage eines Entwässerungsgrabens im Gohr-Straberger Bruch im Jahr 1849 sind zahlreiche Funde gemacht worden, die auf eine Verehrung eines Quellheiligtums schließen lassen. In diesem Tempelbezirk fanden sich auch Weihesteine für Quellnymphen. Drei dicke Bretter, die zu einem Dreieck zusammengefügt waren, werden als Quellfassung - einer eventuell heilkräftigen Quelle - gedeutet. In der Quellfassung wurden geopferte Münzen gefunden, die von der Römerzeit bis in die Rokokozeit reichen. Da eine Verehrung der heiligen Odilia in der 1.700 Meter entfernten Kirche auf dem Hochufer spätestens 1497 nachgewiesen ist, gibt es einen Überschneidungszeitraum für die beiden Kultstätten. Eine Überschneidung bzw. Verehrungskontinuität ist auch darin zu sehen, dass noch zu Ende des 19. Jahrhunderts „man noch vor Kurzem das Wasser aus dem jenem See schöpfte und verbrauchte dasselbe, in der Kirche geweiht, gegen Augenleiden etc“. Deswegen ist es möglich, dass sich die antike Verehrung des Quellheiligtums auf die mittelalterliche und neuzeitliche Verehrung der heiligen Odilia mit ihrem Wasserkult (Augenheilwasser) übertragen hat.
(Stefan Kronsbein, 2015)
Literatur
Gechter, Michael (1996)
Römische Zeit. In: Nievenheim - Die Geschichte des Kirchspiels, der Bürgermeisterei und des Amtes von den Anfängen bis zur Gegenwart., (Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen 17.) S. 43-53. Dormagen.
Geschwendt, Fritz (1972)
Der vor- und frühgeschichtliche Mensch und die Heilquellen. (Veröffentlichungen der Urgeschichtlichen Sammlungen des Landesmuseums zu Hannover 20.) Hildesheim.
Koenen, Constantin (1898)
Zur römischen Heilkunde am Niederrhein. In: Historische Studien zu Naturwissenschaft, Industrie und Medizin am Niederrhein, S. 120-140. Düsseldorf.
Kohlbecher, Simon (2008)
Zurückschauen - Hinschauen - Vorausschauen. 700 Jahre Pfarrei Sankt Odilia Gohr 1308-2008. Dormagen.
Palm, Peter (1926)
Aus der Geschichte von Gohr. In: Heimatvolk und Heimatflur 1926, Nr. 43, Neuss.
Quelle Nymphensee in Gohr, Dormagen, Rhein-Kreis Neuss
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