Marktplatz Altenkirchen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Altenkirchen (Westerwald)
Kreis(e): Altenkirchen (Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Der Marktplatz des Westwaldstädtchens Altenkirchen (2015).

    Der Marktplatz des Westwaldstädtchens Altenkirchen (2015).

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  • Der Marktplatz in Altenkirchen beim Stadtfest "Toskanische Nacht" (2013).

    Der Marktplatz in Altenkirchen beim Stadtfest "Toskanische Nacht" (2013).

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  • Der Marktplatz des Westwaldstädtchens Altenkirchen, Markttag und Umbaumaßnahmen im März 2015.

    Der Marktplatz des Westwaldstädtchens Altenkirchen, Markttag und Umbaumaßnahmen im März 2015.

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  • Der Marktplatz in Altenkirchen beim Stadtfest "Toskanische Nacht" (2013).

    Der Marktplatz in Altenkirchen beim Stadtfest "Toskanische Nacht" (2013).

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Im Jahre 1314 wurde Altenkirchen das Stadtrecht verliehen, was ebenfalls das Marktrecht beinhaltete. Durch verschiedene Einflüsse wurde die Markthaltung aber immer wieder unterbrochen und musste über die Jahrzehnte wieder neu genehmigt werden. 1710 wurde das Recht einen Wochenmarkt abzuhalten von Herzog von Sachsen-Eisenach genehmigt, zusätzlich zum Simon-Juda-Markt, der heute noch gehalten wird und dem Thomas-Markt. Als die Stadt sich vergrößerte, baten die Bewohner das Marktrecht wieder einzuführen und die rote Fahne am Rathaus wieder aufzuhängen. Die ersten Märkte waren ausschließlich Viehmärkte und deshalb fanden sie auch nur außerhalb der Stadt statt. Als die Bedarfsfläche nicht mehr ausreichte wurde er auf das heutige Bahnhofsgelände verlegt.

Der Brand 1728 führte zur Erneuerung des Stadtbildes und der Straßenführung, wobei nun der Marktplatz und die Wilhelmstraße angelegt wurden. Altenkirchen bekam finanzielle Unterstützung um den Marktplatz zu pflastern. 1816 bestätigte die Preußische Regierung die Marktrechte erneut und ließ den Simon-Juda-Markt sowie den wöchentlichen Montags-Markt bestätigen. Die Jahrmärkte boten neben Vieh und alltäglichen Bedarfsartikeln wie Getreide und Wolle auch Artikel wie Stoffe, Hüte, Sättel, Lederwaren und Eisenwaren an. Da es auf den Dörfern verboten war, Geschäfte zu betreiben waren Märkte besonders beliebt. Auch gab es streng geregelte Zeiten, zu welcher Uhrzeit Mehl und Getreide zu verkaufen war und wo jeder Marktstand zu platzieren war. Hierzu war der Marktaufseher eingeteilt, um die Ordnung auf dem Markt zu bewahren. Nicht alle Geschäfte wurden dann ausschließlich auf dem Marktplatz abgehalten, sondern sie verlagerten sich auch auf die Mühlengasse oder den Schlossplatz, der später auch Karussells und Schaukeln als Attraktion bot. Am 4. August 1903 sind exakte Zahlen des Viehmarktes datiert worden, die zeigen wie viel Handel auf dem Marktplatz betrieben wurde: 191 Ochsen, 88 Kühe, 7 Rinder, 29 Kälber und 192 Schweine wurden zwischen den Bauern und jüdischen Händlern verkauft. Der doppelte Handschlag bestätigte Preis und Erwerb. 1905 wurde dann auf dem Marktplatz zu Ehren des deutschen Kaisers ein Denkmal „Kaiserbrunnen“ errichtet, das nach dem Zweiten Weltkrieg stark beschädigt war und zum Ehrenmal, außerhalb der Stadt, versetzt wurde.

Als die Zeit des Nationalsozialismus begann wurden Viehmärkte in Altenkirchen überwacht, da Juden an diesen nicht mehr teilnehmen durften und jegliches Geschäft mit Juden nicht mehr eingegangen werden sollte. Im Juli 1935 berichtete das Siegesblatt, dass der erste „Markt ohne Juden“ stattfand. Nach Kriegsende wurde der Marktplatz als Parkplatz benutzt, bis er 1980 mit der Wilhelmstraße zur Fußgängerzone ausgewiesen wurde. Bis heute findet jeden Donnerstag wieder Wochenmarkt statt, auf dem es Blumen, Fisch, Obst und Gemüse zu kaufen gibt. Auch Jahrmärkte sind für die Bewohner in und um Altenkirchen immer noch attraktiv. Der seit Jahrhundert alte Simon-Juda-Markt wird immer noch im Oktober gehalten. Weihnachtsmärkte und Sommer-Stadtfeste locken die Menschen in die Innenstadt, die zum Einkaufen oder auch für gebrannte Mandeln, Eis oder einen Kaffee zum Verweilen bleiben.

(Nina Hassel, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet:
AK Dia Westerwald Gymnasium (zuletzt abgerufen: 27.03.2015, 12:30)

Literatur

Hanke, Eckart / Stadt Altenkirchen (Hrsg.) (1988)
Altenkirchen Westerwald. Vom Wandel einer Stadt. Neuwied.

Marktplatz Altenkirchen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Marktplatz
Ort
Altenkirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1314
Koordinate WGS84
50° 41′ 12,4″ N, 7° 38′ 44,39″ O / 50.68678°, 7.64566°
Koordinate UTM
32U 404330.03 5615869.09
Koordinate Gauss/Krüger
3404366.63 5617675.53

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„Marktplatz Altenkirchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-119474-20150326-3 (Abgerufen: 23. Februar 2018)
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