Evangelische Lutherkirche in der Oberstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mainz
Kreis(e): Mainz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Geschichte
Die Lutherkirche in Mainz ist eine der 48 „Notkirchen“, die im Rahmen eines Notprogrammes von dem Kirchenarchitekten Otto Bartning (1883-1959) aus Neckarsteinach nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden. Bartning entwarf einen Kirchentyp aus Fertigbauteilen. In verschiedenen deutschen Städten wurden mehr als 40 Kirchen dieses Typs errichtet. Diese Kirchen stellten einen einfachen und dauerhaften sowie architektonisch würdevollen Ersatz für Bauten dar, die dem Krieg zum Opfer fielen. Durch die tatkräftige Unterstützung der Gemeinde konnte dieser Kirchenbau in Mainz stattfinden.

Bauweise und Erscheinungsbild
Die charakteristische Konstruktion, die von Bartning entworfen wurde, weist einen Rahmen zweischaliger, geknickter Holzbinder auf, die mit fester Verankerung im Boden angebracht und ähnlich wie Dachsparren zusammengesetzt sind. Dieser Grundtyp wurde in diversen Variationen angeboten, ebenfalls konnte das Material nach Belieben gewählt werden. Des Weiteren war es möglich, Anbauten zu errichten. Auf Grund dessen wurde für die evangelische Lutherkirche in Mainz ein Mauerwerk aus Bruchsteinen gewählt, die nicht verputzt waren. Die Wahl des Mauerwerks lag in der direkten Nachbarschaft mit der Mainzer Zitadelle begründet, hier konnte eine Anpassung stattfinden. Außen besteht das Mauerwerk aus Bruchsteinen, innen aus roten Backsteinen. Die seitlichen Pultdächer sind vorgezogen und, ebenso wie das Giebeldach, mit Ziegeln gedeckt.

Die Lutherkirche wird als Saalkirche bezeichnet. Ihr langrechteckiger Grundriss aus sechs Achsen sowie ein Chor verleihen ihr die ästhetische Gestalt. Die vier Vorbauten mit jeweils einem Geschoss und Pultdach sind seitlich angebracht und über Eck gezogen. Diese sind an den langen Seiten der Lutherkirche durch Seitenschiff ähnliche Vorbauten aneinandergefügt.
Eine Treppe führt zu den beiden Eingängen, die sich oberhalb auf rechter und linker Seite befinden. Kleine langrechteckige Öffnungen bilden eine Fensterreihe, ebenfalls befindet sich oberhalb ein mittig eingearbeitetes rundes Fenster. Der seitliche, mittlerweile verputzte Anbau im Westen beinhaltet eine Wohnung, der östliche Anbau einen Gemeinderaum und in dem hinteren Eckbau, welcher sich anschließt, die Sakristei. Die in der ursprünglichen geplanten Ausstattung enthaltenen Elemente sind in der Lutherkirche mit Altarkreuz aus einfachen Holzbalken, Kanzel sowie Empore mit Lattenbrüstung und Altar, welcher aus Bruchsteinen geschichtet ist, vorzufinden.

Lage
Die Lutherkirche befindet sich oberhalb des Römischen Bühnentheaters am östlichen Fuß der Zitadelle, an der Ecke Wilhelmiterstraße 17 und Zitadellenweg 1.

(Nina Pfeiffer, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet:
www.luthergemeinde-mainz.de: Die Lutherkirche Mainz (abgerufen 17.03.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Mainz (Denkmalverzeichnis Mainz, 31. März 2014). S. 3, o. O. Online verfügbar: http://www.denkmallisten.gdke-rlp.de/Mainz.pdf, abgerufen am 21.02.2015
Schumacher, Angela / Wegner, Ewald (Bearb.) (1986)
Stadt Mainz, Stadterweiterungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 2.1.) S. 143, Düsseldorf.

Evangelische Lutherkirche in der Oberstadt

Schlagwörter
Ort
55131 Mainz - Oberstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1949
Koordinate WGS84
49° 59′ 33,25″ N, 8° 16′ 39,76″ O / 49.99257°, 8.27771°
Koordinate UTM
32U 448227.99 5538054.39
Koordinate Gauss/Krüger
3448282.35 5539830.36

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„Evangelische Lutherkirche in der Oberstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-118791-20150320-14 (Abgerufen: 20. November 2018)
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