Kurfürstliches Schloss Mainz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mainz
Kreis(e): Mainz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Baugeschichte
Mit dem Bau des ehemaligen Kurfürstlichen Schlosses wurde im Jahr 1627 begonnen. Es sollte als Erweiterungsflügel der Martinsburg dienen, die auf Veranlassung von Erzbischof Diether von Isenburg bereits 1478 errichtet wurde und in der nordöstlichen Ecke der Stadt am Rheinufer lag. Zudem stellte der neue Ostflügel eine Verbindung zwischen Burg und südlich anschließendem Kanzleigebäude (1555-1557) sowie Schlosskapelle (1570-1581) her.

Die südliche Hälfte des Ostflügels stellte den ersten Bauteil des Schlosses dar und wurde 1627 unter Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenklau errichtet. Bis zu Greiffenklaus Tod schritten die Bauarbeiten in Höhe des Erdgeschosses voran. Dies belegen unter anderem sein Wappen im Mauerwerk des Sockels sowie das Glevenrad, das sich in den Metopenfeldern der Gebälkzone befindet. Nachfolger war Anselm Casimir Wambolt von Umstadt, der sich ab 1629 dem weiteren Bau des Schlosses annahm. Ab 1631 musste der Bau jedoch auf Grund von Kriegsereignissen unterbrochen werden. Der Rheinflügel wurde erst später unter Kurfürst Damian Hartard von der Leyen (1675-1678) fertiggestellt. Das Wappen dieses Kurfürsten befindet sich am Kranzgesims.

1687 wurde nach dem Bau des Ostflügels mit dem Legen des Fundaments des Nordflügels begonnen, allerdings fand mit der Besetzung der Franzosen 1688 wieder eine Unterbrechung des Baus statt. Erst 1752 konnte das Schloss durch den Bau des Nordflügels endgültig fertiggestellt werden. Die Zeit der Errichtung erstreckte sich über einen so langen Zeitraum, da die Bauphasen durch Kriegsereignisse immer wieder unterbrochen wurden.

Der Nordflügel des Kürfürstlichen Schlosses wurde unter Kurfürst Johann Friedrich Karl Graf von Ostein zwischen 1751 und 1752 gebaut. 1752 bestand das Gefüge aus Schloss, Martinsburg, Kanzleigebäude sowie Kapelle. Schloss und Martinsburg bildeten bis zum Jahre 1797 die kurfürstliche Hofhaltung. Danach wurde das Schloss für diverse andere Zwecke genutzt, unter anderem als Kaserne, Lazarett, Zollbehörde und Zollmagazin.

1807 erfolgte die bauliche Herauslösung des Schlosses aus dieser Ein- und Anbindung, seitdem steht es frei. 1807 wurde zudem die aus einem Geschoss bestehende Steinhalle erbaut. 1814 wurden Kanzleigebäude sowie Kapelle abgerissen. Seitdem bestand das Schloss aus drei Flügeln und ist als dieser Komplex heute noch sichtbar. 1842 fand die Einrichtung von Stadtbibliothek, Altertumsmuseum, Gemäldegalerie sowie Römisch-Germanischem Zentralmuseum im Schloss statt. Das Römisch-Germanische Zentralmuseum ist noch heute im Ostflügel beherbergt. Im Jahr 1942 brannte das Schloss aus, 1948 wurde mit der Wiederherstellung begonnen. Die Fassaden wurden mit einem roten Farbanstrich versehen, gemeinsam mit dem roten Sandstein wurde es daher im Volksmund als „Rotes Schloss“ bezeichnet.

Äußere Beschreibung
Die zwei Flügel des Schlosses (Ost- und Nordseite) stehen in einem rechten Winkel zueinander, sie weisen ungleiche Längen- und Breitenmaße auf. Die drei Geschosse befinden sich allerdings auf gleicher Höhe, beide Flügel haben hohe Walmdächer. Der Ostflügel an der Rheinseite weist eine Länge von 75 m sowie eine Breite von 15 m auf, ferner besitzt er 16 zu 3 Fensterachsen. Der Nordflügel ist 84,5 m lang und 18 m breit, des Weiteren weist er 17 Fensterachsen auf. Profilierte Gesimse unterteilen die drei gleichhohen Geschosse. Auf der südlichen schmalen Seite des Rheinflügels sind Vierkanterker vorhanden, die über Eck gestellt und mit Welschen Hauben versehen sind.

Der Nordflügel
Der erst nach dem Bau des Ostflügels errichtete Nordflügel des Kurfürstlichen Schlosses in Mainz passt sich durch Nachbildung, Anpassung sowie stilistischer Interpretation dem Ostflügel an. Die Fassade in Hofrichtung ähnelt der Hofseite des Ostflügels in vielen Details. Die Fassade der Nordseite des Nordflügels erforderte keine stilistische Anpassung.

Lage
Das Kurfürstliche Schloss in Mainz befindet sich zwischen Diether-von-Isenburg-Straße und Peter-Altmeier-Allee am Rhein in der Mainzer Altstadt.

(Nina Pfeiffer, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quelle:
Inschriftentafel vor Ort

Internet:
www.mainz.de: Historisches Mainz: Das Kurfürstliche Schloss (Abgerufen: 20.03.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Mainz (Denkmalverzeichnis Mainz, 31. März 2014). S. 3, o. O. Online verfügbar: http://www.denkmallisten.gdke-rlp.de/Mainz.pdf, abgerufen am 21.02.2015
Wegner, Ewald (1990)
Stadt Mainz, Altstadt. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 2.2.) S. 164 -168, Düsseldorf.

Kurfürstliches Schloss Mainz

Schlagwörter
Ort
Mainz - Altstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1627 bis 1752
Koordinate WGS84
50° 00′ 25,37″ N, 8° 16′ 12,9″ O / 50.00705°, 8.27025°
Koordinate UTM
32U 447708.76 5539669.51
Koordinate Gauss/Krüger
3447762.9 5541446.12

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„Kurfürstliches Schloss Mainz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-118788-20150320-11 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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