Proviantmagazin in der Mainzer Altstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mainz
Kreis(e): Mainz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Geschichte
Das Proviantmagazin in Mainz wurde zwischen 1863 und 1867 errichtet, in der Zeit, in der die Stadt Festung des Deutschen Bundes war (bis 1866). Eine Vielzahl an Soldaten war um 1860 in Mainz stationiert, auf Grund dessen wurden mehr Kasernen sowie gute Magazine für Lebensmittel, Pulver und weitere Gegenstände benötigt. Da es zu dieser Zeit an guten Magazinen mangelte, wurde ein neues Proviantmagazin errichtet, welches einen neuen Getreidespeicher darstellen sollte. Der Magazinbau wurde auf dem Garten des Schönborner Hofes erbaut und beinhaltete ebenfalls eine Kriegsbäckerei für die preußische sowie die österreichische Garnison. Zu einer militärischen Nutzung kam es jedoch nicht.

Bauweise und äußere Beschreibung
Das 5.000 Quadratmeter große Lagergebäude weist sieben Stockwerke auf, die Geschosse sind mit Gewölbedecken ausgestattet. Diese wurden den Holzdecken vorgezogen, um größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können. Eine Verstärkung des kastellartigen ehemaligen Lagergebäudes bilden die großen Türme aus roten Sandsteinquadern an den vier Ecken des Gebäudes. Zwischen diesen Türmen befinden sich an den schmalen Seiten die Portale im Rundbogenstil.

Die Längsseiten des Magazinbaus weisen eine schematische Anreihung auf, die sich aus elf identischen Einheiten zusammensetzt. Die Einheiten sind doppelachsig und werden durch Sandsteinlisenen getrennt. Kellergeschoss sowie Hochparterre bilden den Sockel und bestehen am Außenbau aus roten Sandsteinquadern. Bei den weiteren Geschossen liegt Mauerwerk aus Kalkstein vor, das unverputzt blieb. Geschosse wie auch Türme werden durch paarige Rundbogenfenster charakterisiert. Über dem Eingang an der Schillerstraße ist ein heraldischer Adler (Wappen des Deutschen Bundes) eingearbeitet.

Lage
Der unverkennbare Bau des einstigen Proviantmagazins steht in der Schillerstraße 11 A in der Mainzer Altstadt und befindet sich zwischen den alten Adelshöfen in der Schillerstraße.

Das Proviantmagazin heute
Das Mainzer Proviantmagazin stand viele Jahre leer, es konnte in den 1960er-Jahren nur knapp dem Abriss entgehen. Im Jahr 2001 startete die Sanierung des Magazinbaus, mittlerweile befinden sich dort Wohnungen, Büroflächen, ein Gastronomiebetrieb sowie Fastnachtsmuseum und Kabarettarchiv.

(Nina Pfeiffer, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet:
www.festung-mainz.de: Das Proviantmagazin (Abgerufen: 19.03.2015)
www.proviant-magazin.de: Das Gebäude – Proviant-Magazin (Abgerufen: 19.03.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Mainz (Denkmalverzeichnis Mainz, 31. März 2014). S. 29, o. O. Online verfügbar: http://www.denkmallisten.gdke-rlp.de/Mainz.pdf, abgerufen am 21.02.2015
Wegner, Ewald (1990)
Stadt Mainz, Altstadt. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 2.2.) S. 306, Düsseldorf.

Proviantmagazin in der Mainzer Altstadt

Schlagwörter
Ort
55116 Mainz - Altstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1863 bis 1867
Koordinate WGS84
49° 59′ 57,38″ N, 8° 15′ 54,04″ O / 49.99927°, 8.26501°
Koordinate UTM
32U 447325.01 5538808.65
Koordinate Gauss/Krüger
3447379.01 5540584.92

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„Proviantmagazin in der Mainzer Altstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-118769-20150320-5 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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