Historischer Ortskern Feldkirchen-Fahr

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Neuwied
Kreis(e): Neuwied
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Der historischen Ortskern im Neuwieder Stadtteil Feldkirchen-Fahr zeichnet sich durch die dichte, fast städtisch wirkende Bebauung mit Fachwerkhäusern aus dem 17./ 18. Jahrhundert aus.

Fahr wurde erstmals 1152 als Vare (Flussübergangsstelle) urkundlich erwähnt. Um 1190 erwarb das Andernacher Kloster St. Thomas dort Acker- und Weinbauflächen. Auf eine Fläche von ca. 200 ha war damals mit Rebstöcke bestanden (1884 noch 77 ha und heute gibt es dort kein Weinanbau mehr). Der Ort besaß über mehrere Jahrhunderte die Fährrechte und viele Einwohner waren in der Schifffahrt tätig.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde am südlichen Ortsende mit dem Bau des Schlosses Friedrichstein begonnen, dessen Bau 1652 Bau wegen der zu hoch empfundenen Frondiensten eingestellt wurde. Mit dem Schloss wollten die Grafen von Wied den Zugang zum Rhein sicherstellen. 1869 wurden die Baureste bei Anlage der Eisenbahnstrecke abgerissen. Heute erinnert nur noch eine Fensterbrüstung an das nie vollendete Schloss.1891 wurde der Bahnhof gebaut, der wiederum mit ca. 30 weiteren Gebäuden durch den vierspurigen Ausbau der B 42 Mitte um 1985 abgerissen werden mussten. Nur wenige Häuser konnten in das Freilichtmuseum Bad Sobernheim transloziert werden.

Bedeutende Gebäude in Fahr sind vor allen das „Backhaus“ des 17. Jahrhunderts und das das älteste Haus von Fahr „Rheinische Haus“, das als Fährmannshaus 1584 gebaut wurde. Später diente es eine Pferdewechselstation für die Treidelschifffahrt und als Gasthaus. Heute ist es Wohnhaus. Das Backhaus, 1686 als Untere Mühle gebaut, verfällt. Dort befindet sich das sogenannte „Backesmännchen“ als Figur an einem überkragenden Stützbalken. Diese Figur wurde am 14. März 1993 gestohlen und ist nicht mehr aufgetaucht. Oktober 1993 wurde „Kuratorium Stiftung Backesmännchen“ für die Anfertigung einer originalgetreue Nachbildung gegründet, die dort am 28. Mai 1994 feierlich angebracht worden ist.

Bis 1998 bestand in Fahr noch die im Jahr 1836 gegründete Essigfabrik der Familie Moskopf. Seit 1948 wurde die Fabrik von der Carl Kühne KG betrieben. Größtes Unternehmen im Ort ist seit 1899 die Firma Lohmann & Rauscher Verbandsmaterialien.

Seit dem 14. Juli 2001 steht der historische Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern als Denkmalzone unter Denkmalschutz. Er erstreckt sich von der Fahrer Str. 69-81 über die Große Brunnengasse 1-4, die Kleine Brunnengasse 3-10 und die Linzer Straße 27-32.

(Miriam Lux, Universität Koblenz-Landau, 2015, ergänzt Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
www.neuwied-feldkirchen.net: Neuwied-Feldkirchen Fahr (abgerufen 29.04.2016)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Neuwied (Denkmalverzeichnis Kreis Neuwied, 03. Februar 2015). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Neuwied.pdf, abgerufen am 07.04.2015

Historischer Ortskern Feldkirchen-Fahr

Schlagwörter
Ort
Neuwied
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1700
Koordinate WGS84
50° 26′ 45,11″ N, 7° 25′ 3,97″ O / 50.44586°, 7.41777°
Koordinate UTM
32U 387660.97 5589402.02
Koordinate Gauss/Krüger
2600746.69 5590964.5

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„Historischer Ortskern Feldkirchen-Fahr”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-112600-20150120-3 (Abgerufen: 16. August 2018)
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