Evangelische Volksschule in Holpe

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Morsbach
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Das Schulwesen im Oberbergischen von der Frühen Neuzeit bis zum Beginn der preußischen Herrschaft
In Deutschland gibt es Landschulen bereits vermehrt seit der Frühen Neuzeit. Da auch schon die jungen Mitglieder der Familien in den bäuerlichen Lebenswelten auf dem Feld mitarbeiten mussten, wurden sie aber nur von wenigen Kindern besucht. Besonders in evangelisch geprägten Gegenden gewann die Schule mit der Zeit aber an Bedeutung. Der protestantische Glauben zieht seine Lehren sehr genau aus den Formulierungen in der Bibel und so sollten die Schülerinnen und Schüler zur Lektüre der Bibel befähigt sein. In katholisch geprägten Regionen waren die Standorte der Landschulen dünner verteilt. Dies zeigte sich auch im von beiden Konfessionen geprägten Oberbergischen. Auf einer Aufstellung des Wipperfürther Landrats zu Beginn des 19. Jahrhunderts geht hervor, dass er besonders in seinen katholischen Gemeinden wie Lindlar oder Kürten den Mangel an Schulgebäuden beklagte. Für den Kreis Waldbröl wurden 1828 vier katholische und 17 evangelische Schulen angegeben, für den Kreis Gummersbach 35 evangelische und nur zwei katholische Schulen (Goebel, 1998). Beiden Glaubensrichtungen gemein war, dass das Schulwesen stark durch die Kirche vereinnahmt wurde und den Unterricht meist ein Geistlicher abhielt.

Im Königreich Preußen erlangten die Schulen im Verlauf des 19. Jahrhunderts eine neue Stellung, da die Bedeutung gut ausgebildeter Verwalter und Militärs für den Erfolg eines Staates erkannt wurde. Auch die Landwirtschaft sollte von einer breiteren Bildung der Bevölkerung profitieren. Die Einführung einer für das gesamte Königreich gültigen Schulpflicht im Jahre 1825 war die logische Konsequenz. Nachdem das Oberbergische ab 1815 Teil der preußischen Rheinprovinz wurde, legte man auch hier mehr Wert auf die Ausstattung der Dörfer mit einem Schulgebäude. Bereits ab 1817 inspizierten preußische Beamte die Anzahl, den Zustand und die Ausstattung der oberbergischen Schulen. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass es in der Region viel zu wenige Schulen gab. Die Klassen überschritten oftmals die Zahl von 100 Kindern. Die Wege zu den Schulen waren viel zu weit. Längst nicht alle Kinder besuchten die Schule, da sie auf den Feldern mithelfen mussten oder die Eltern sich das Schulgeld nicht leisten konnten. Die Situation verbesserte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts stetig. Besonders in den 1840er Jahren wurden im Oberbergischen viele Schulen errichtet.

Weitere Informationen zum Bildungswesen unter den Preußen erhalten Sie beim Objekt Eichendorff-Gymnasium, siehe separater Objekteintrag.

Die evangelische Volksschule in Holpe
Das Gebäude der evangelischen Volksschule wurde 1847 im Zentrum des Ortes errichtet. Eine zur selben Zeit erbaute katholische Schule erhielt einen Standort am Rande des Ortes. In beiden Schulen wurden die Konfessionen bis in die 1960er Jahre hinein getrennt unterrichtet. Unterbrochen wurde die Trennung lediglich zu Zeit der NS-Diktatur, in der alle Schulen im Deutschen Reich gleichgeschaltet waren. Mit der Abschaffung der Volksschulen in den 1960er Jahren endete auch die Geschichte der evangelischen Volksschule in Holpe. Allerdings wurde in den Räumlichkeiten weiterhin unterrichtet, da hier zu dieser Zeit die Gründung der Gemeinschaftsschule Holpe erfolgte. Mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 wandelte sich die Holper Schule zu einer offenen Ganztagsgrundschule. Auch hier zeigte der demografische Wandel seine Folgen, so dass die Eigenständigkeit der Schule 2008 gefährdet war. Durch die Zusammenlegung der beiden Grundschulen aus Morsbach und Holpe und der Gründung der heutigen Gemeinschaftsgrundschule konnte der Schulstandort allerdings erhalten bleiben.

(Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Internet
www.morsbach.de: Holpe stellt sich vor (abgerufen: 08.10.2014)

Literatur

Goebel, Klaus (1998)
Oberbergische Geschichte Band 2. Vom Westfälischen Frieden zum Ende der Monarchie. Wiehl.

Evangelische Volksschule in Holpe

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1847
Koordinate WGS84
50° 50′ 30,91″ N, 7° 40′ 21,91″ O / 50.84192°, 7.67275°
Koordinate UTM
32U 406553.07 5633085.29
Koordinate Gauss/Krüger
3406590.46 5634898.57

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Evangelische Volksschule in Holpe”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-105202-20141008-3 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
Seitenanfang