Erzbischöfliche Burg Andernach

Stadtburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Andernach
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Die Burg enthält Teile romanischen Baustils mit gotischen und, durch den Ausbau im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, auch mit Renaissanceelementen. Im Jahr 1689 wurde die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.

Mit dem Bau der kurkölnischen Burg in Andernach wurde die Stadt zum südlichsten Außenposten von Kurköln. Die Burg diente der Kontrolle der Stadt seitens des Kurfürsten von Köln. Auf Anordnung des Erzbischofs Rainald von Dassel (1159-1167) wurde die Burg um 1167 geplant und erbaut. Auch die Nachfolger des Erzbischofs nutzten die Burg als Kontrollpunkt in Andernach. Offiziell diente sie zur Deckung der Burgpforte und des Rheinzolls, doch ihr Hauptzweck bestand weiterhin in der Kontrolle der Bürger von Andernach. Diese strebten die Unabhängigkeit an und lehnten sich daher des Öfteren gegen den regierenden Erzbischof auf. Durch die Burg konnte dieser ungehindert die Stadt betreten und verlassen. Eigentlich durfte er die Stadt nur durch das Kölner Tor betreten, nutzte er in Krisenzeiten häufig das Tor der Burg.

Nach der Zerstörung der Burg 1198 infolge eines Streits zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig wurde die Burg wieder aufgebaut. Später wurden unter den jeweiligen Herrschern verschiedene Veränderungen an der Burg vorgenommen. Der letzte große Ausbau erfolgte von 1491 bis 1496 unter dem Kurfürst Hermann IV. von Hessen. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg häufig von aufständischen Andernacher Bürgern angegriffen und beschädigt. Die größte Zerstörung der Anlage fand im April 1689 aufgrund des Pfälzischen Erbfolgekrieges statt.

Zur Burg gehört der quadratische, ursprünglich drei- später vierstöckige Bergfried mit aufgestocktem Wachhaus. Des Weiteren besitzt die Anlage vier Eckwarten mit integriertem Wehrgang und spitzem Zeltdach im Norden. Seit 1519 gehörte zur Burg ein mächtiger Rundturm mit Spitzkegeldach (Pulverturm), welcher zugleich ein Wehrturm der Stadt war.

Die Burg besaß neben der starken Mauer einen über fünf Meter tiefen und bis zu 30 m breiten Wassergraben. Nördlich des Bergfrieds schließt sich das heutige Koblenzer Tor an. Der Burggraben war entlang der Außenmauer im Süden und Osten Teil des Stadtmauergrabens und umgab daher auch die Ostseite der Burgpforte, welche nur über eine Zugbrücke zugänglich war. Aus diesem Grund war die Burganlage einerseits eine eigenständige Wehranlage, jedoch auch als Wehranlage in die Stadtbefestigung integriert.

Der Pulverturm ist das einzige weitgehend erhaltende Gebäude der Burg. Ursprünglich besaß er ein Spitzdach, welches durch eine barocke Haube ersetzt wurde. Seit 1838 hat der Turm ein flaches Zeltdach. Insgesamt wurde der Turm erst 1980 vollständig restauriert.

Obwohl sich die Burg auf dem Gelände der Stadt Andernach befindet, ist sie kein Eigentum der Stadt. Sie gehört dem Land Rheinland-Pfalz, welches als Rechtsnachfolger für die in diesem Bundesland liegenden Besitzungen Kurkölns eintrat.

(Simon Künzel, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Busley, Josef (1941)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen. Düsseldorf.
Heyen, Franz-Josef (1988)
Andernach. Andernach.
Schindler, O. H. / Huiskes, Manfred (1979)
Andernach (Innenstadt) (2. neu bearb. Auflage). (Rheinische Kunststätten, Heft 8.) Neuss.

Erzbischöfliche Burg Andernach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schloßgarten
Ort
56626 Andernach - Altstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1167
Koordinate WGS84
50° 26′ 20,67″ N, 7° 24′ 17,61″ O / 50.43907°, 7.40489°
Koordinate UTM
32U 386730.59 5588666.47
Koordinate Gauss/Krüger
2599846.42 5590191.71

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„Erzbischöfliche Burg Andernach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101666-20140829-3 (Abgerufen: 19. August 2018)
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