Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2026)
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Johannes Heidecker, Binger Schifferverein 1895 e.V.
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018)
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018)
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018)
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Hauptansichtseite des Veteranensteins von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2026). Die Inschrift lautet: "Den unter Napoleons Fahnen gefallenen Bingern weihen dieses Denkmal ihre heimgekehrten Kriegsgefaehrten im Jahre 1849".
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018).
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018).
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Der Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein (2018).
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Auf dem Alten Friedhof in Bingen stehen noch mehr als 100 Grab- und Gedenksteine, darunter etliche zum Gedenken an die Gefallenen verschiedener Kriege. Einer sticht jedoch heraus: das Veteranendenkmal für die Teilnehmer der napoleonischen Kriege aus Bingen aus dem Jahr 1842. Nach dem ersten Weltkrieg fand am 20. Juli 1919 an diesem Denkmal im Beisein des Generals Mangin eine Gedenkfeier statt, bei der auch ein Nachfahr eines dieser Veteranen, Rechnungsrat Weingärtner, eine Ansprache hielt.
Der Alte Friedhof Bereits nach dem Erlass Napoleons 1804, dass Friedhöfe außerhalb der Stadtmauern zu errichten seien, musste die Stadt Bingen ein neues Grundstück suchen, um vom Friedhof an der Basilika St. Martin Abstand zu nehmen. Die entsprechende Weinbergsparzelle wurde 1809 gekauft und wurde bereits einige Jahrzehnte später zu klein, sodass der Friedhof mehrfach erweitert wurde. Der Friedhof wurde 1822 eröffnet. Er lag anfangs noch außerhalb der Stadt und musste mehrfach erweitert werden. Die letzten Bestattungen sind für das Jahr 1920 bezeugt. Ab 1976 wurde er zu einem öffentlich zugänglichen Bürgerpark umgestaltet. Mehr als 100 Grab- und Gedenksteine erzählen bis heute von der wechselvollen Geschichte dieses besonderen Erinnerungsortes.
Veteranendenkmal Das Veteranendenkmal für die Teilnehmer der napoleonischen Kriege aus Bingen wurde 1842 errichtet. Viele Veteranen, die unter Napoleons Fahnen gedient hatten, erinnerten sich auch späterhin an diesen Krieg. So verstehen wir es leicht, dass diese Veteranen, die teilweise unter französischen Verhältnissen aufgewachsen und bis zu achteinhalb Jahren im Militärdienst standen und mehrere Kriegszüge hinter sich hatten, ihren unter Napoleons Fahnen gefallenen Kameraden auch in Bingen ein Denkmal errichteten. Zur Zeit der Aufstellung des Denkmals kam es in Frankreich zu einer gewissen „Restauration“ der Zeit Napoleons und dieser war nicht mehr nur „das Monster“, Kriegstreiber und Bezwinger Deutschlands, sondern auch der Reformer, auf den bürgerliche Rechte zurückgingen. Der herrschende hessische Großherzog duldete diese Gedanken bzw. war aufgeklärt genug, diese im Rahmen der Meinungsfreiheit nicht zu unterdrücken.
Das Denkmal Unter dem Adler auf der Vorderseite des Denkmals stehen folgende Worte: „Den unter Napoleons Fahnen gefallenen Bingern weihen dieses Denkmal ihre heimgekehrten Kriegsgefährten im Jahre 1842. Errichtet unter der segensvollen Regierung Seiner Königlichen Hoheit Ludwigs II., Grossherzogs von Hessen und bei Rhein und unter der Leitung des Präsidenten der Veteranen Franz Jos(eph). Herter.“
Auf der linken Seite sind dann mit Namen, Dienstzeit, Dienstgrad, Regiment, Geburts- und Sterbedatum 5 Veteranen, auf der rechten Seite 9 und auf der Rückseite 10 heimgekehrte Veteranen verzeichnet. Vier waren zum Zeitpunkt der Aufstellung des Denkmals bereits verstorben. Bis 1874 wurden dann die weiteren Kameraden mit deren Todesdatum hinzugefügt. Der letzte dieser Veteranen, Friedrich Seibert Brodt, starb am 19. Dezember 1874 im Alter von 82 Jahren.
Die Veteranen Vier der Veteranen waren Voltigeure („Springer“): meist kleinwüchsige berittene Soldaten, die als Schützen und „Plänkler“ als Elitetruppe galten. Vier waren Grenadiere, mit Granaten ausgerüstete, eher große Soldaten. Die meisten waren Soldaten in Linieninfantrieregimentern, die aufgereiht schoßen. Einige waren in berittenen Einheiten der Garde. Einer brachte es sogar zum Ritter der Ehrenlegion. Bei sechs Veteranen ist die Dienstzeit angegeben. Drei waren zwei Jahre dabei, aufgrund ihres Alters kann man vermuten daß sie erst zu Ende der Kriege dabeiwaren. Die Feldzüge gegen Sachsen und Preussen (wahrscheinlich die Völkerschlacht bei Leipzig) sowie gegen England (wohl Waterloo) sind erwähnt. Drei andere waren siebeneinhalb bis achteinhalb Jahre in der napoleonischen Armee, bei einem wird der Spanienfeldzug erwähnt. Sie könnten aus zeitlicher Sicht auch an den Feldzügen gegen Österreich und Russland teilgenommen haben, erwähnt ist es aber nicht. Zu Kriegsende waren die Heimgekommenen im Durchschnitt 27 Jahre alt.
Kulturdenkmal Das Kriegerdenkmal von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen wird als Bestandteil der Denkmalzone Alter christlicher Friedhof im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz genannt (Stand 2025). Der Auszug lautet: „(...) Veteranenstein, 1842, obeliskenartig verjüngender Sandsteinpfeiler mit Adlerrelief; (...)“
(Johannes Heidecker, Bingen am Rhein, 2026)
Internet www.bingen.de: Der Alte Friedhof - Übersicht (abgerufen 04.11.2026) www.bingen.de: Napoleondenkmal auf dem Alten Friedhof (abgerufen 04.11.2026) www.romantischer-rhein.de: Bürgerpark Alter Friedhof (abgerufen 04.11.2026) www.binger-geschichte.de: Alter Friedhof Bingen (abgerufen 04.11.2026) www.bingen.de: Napoleonverehrung in Bingen (abgerufen 04.11.2026)
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Johannes Heidecker (2026): „Veteranenstein von 1842 auf dem Alten Friedhof in Bingen am Rhein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360785 (Abgerufen: 6. November 2026)
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