Stollenmundloch des Rheinstollens der Grube Amalienhöhe

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bingen am Rhein (Rheinland-Pfalz), Weiler bei Bingen
Kreis(e): Mainz-Bingen
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 58′ 29,47″ N: 7° 51′ 55,29″ O 49,97485°N: 7,86536°O
Koordinate UTM 32.418.642,04 m: 5.536.451,63 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.418.684,64 m: 5.538.226,83 m
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    Karl Peter Wiemer / CC BY 4.0
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Das Stollenmundloch unmittelbar beim ehemaligen Reiterstellwerk in Bingerbrück ist das Mundloch des Bingerlochstollens, auch Elisenstollen genannt. Es gehört zur Geschichte des Eisen- und Manganerzbergbaus der Grube Elisenhöhe bzw. Amalienhöhe in Weiler.

Der Bingerlochstollen wurde ab 1894 von der Grube Elisenhöhe in Richtung Rhein vorgetrieben und erreichte eine Länge von etwa 770 Metern. Seine wichtigste Funktion bestand zunächst darin, die im Berg gewonnenen Eisen- und Manganerze unterirdisch zum Rhein zur Verladung abzutransportieren. Zugleich diente der Stollen der Wasserlösung, also der kontrollierten Ableitung des in das Grubengebäude eindringenden Wassers. Damit besaß er eine für den Untertagebergbau typische Doppelfunktion als Förder- und Wasserlösungsstollen.

Der Erzabbau der Grube Elisenhöhe war durchaus beträchtlich. Bis zur Einstellung der bergmännischen Arbeiten im Jahr 1906 wurden über den Bingerlochstollen insgesamt etwa 71.000 Tonnen Eisen-Mangan-Erz gewonnen. Die Grube Elisenhöhe wurde 1911 organisatorisch mit der benachbarten Grube Amalienhöhe vereinigt. Danach verlor der Bingerlochstollen seine Bedeutung für die Erzförderung und diente bis zu seiner endgültigen Stilllegung um 1920 im Wesentlichen der Entwässerung. Diese Aufgabe übernahm anschließend der ab 1914 aufgefahrene, wesentlich längere Rheinstollen, der die Grubenfelder mit dem Rhein verband.

Das heute sichtbare Stollenmundloch ist damit ein besonders anschauliches Relikt des einstigen Erzbergbaus am Bingerbrücker Rheinhang. Bemerkenswert ist seine unmittelbare Nachbarschaft zu den Eisenbahnanlagen: Hier treffen zwei für die Entwicklung Bingerbrücks entscheidende Verkehrssysteme aufeinander - der untertägige Erztransport des Bergwerks und der seit dem 19. Jahrhundert stark ausgebaute Eisenbahnknoten Bingerbrück. Das Mundloch selbst wurde erst 2008 wieder freigelegt, so dass es heute als sichtbares Zeugnis der Bergbaugeschichte erhalten ist.

Das benachbarte Reiterstellwerk (genauer: Brückenstellwerk Bingerbrück Kreuzbach) wurde 1936 fertiggestellt und überspannt die Gleisanlagen des ehemaligen Güterbahnhofs. Seine Aufgabe bestand in der Steuerung des Zugbildungs-, Ablauf- und Rangierbetriebs. Die räumliche Nähe der beiden Anlagen macht den Ort besonders interessant, weil sich hier auf engstem Raum die Geschichte von Bergbau und Eisenbahn als zwei zentralen Industriezweigen Bingerbrücks ablesen lässt.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
mineralienatlas.de: Grube Elisenhöhe (abgerufen am 06.10.2026)
mineralienatlas.de Eintrag im Mineralienatlas (abgerufen am 06.10.2026)
de.wikipedia.org: Liste von Bergwerken im Landkreis Mainz-Bingen (abgerufen am 06.10.2026)
de.wikipedia.org: Grube Amalienhöhe (abgerufen am 06.10.2026)
de.wikipedia.org: Bingerlochstollen (abgerufen am 06.10.2026)



Stollenmundloch des Rheinstollens der Grube Amalienhöhe

Schlagwörter
Ort
Bingen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
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i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation

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Karl Peter Wiemer: „Stollenmundloch des Rheinstollens der Grube Amalienhöhe”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360649 (Abgerufen: 7. Oktober 2026)
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