Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grabstein mit hebräischer Inschrift (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grab des Matthias Wolf aus Oberheimbach, Grabstein mit hebräischer und lateinischer Schrift (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grabstein der Antonette Wolf aus dem Jahr 1913 (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, der Grabstein des Albert Sommer zeigt betende Hände mit gespreizten Fingern (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, die Grabsteine aus Sandstein sind häufig verwittert (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grabsteine der Eheleute Kohlmann aus Granit (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grab des Josef Kohlmann aus Bacharach (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grabstein aus Sandstein mit deutlichen Verwitterungsspuren (2026)
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Jüdischer Friedhof OberheimbachGrabsteine der Pauline Wolff aus Bacharach, gestorben 1927 (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, ein Ort für die Ewigkeit, der nicht wie ein christlicher Friedhof gepflegt wird: der Baum wächst schon seit vielen Jahren mitten auf diesem Grab (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Grabsteine aus Sandstein (2026)
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Jüdischer Friedhof Oberheimbach, Friedhofstor und Zaun (2026)
Der jüdische Friedhof von Oberheimbach liegt südwestlich des Ortes in einem Waldstück der Flur „Am Judensand“ und umfasst rund 2.000 m². Er steht als Zeugnis der jüdischen Ortsgeschichte unter Denkmalschutz. Die jüdische Gemeinde Oberheimbachs lässt sich bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen; im 19. Jahrhundert lebten zeitweise mehrere Dutzend jüdische Einwohner im Ort. Zur Gemeinde gehörten neben einer Synagoge und einer Religionsschule auch ein Friedhof - möglicherweise auch eine Mikwe.
Beim Alter des Friedhofs ist zwischen der jüdischen Begräbnistradition am Ort und der belegbaren Geschichte der erhaltenen Anlage zu unterscheiden. Einige Quellen geben die Anlage des Friedhofs bereits im 18. Jahrhundert an und verweisen auf drei Grabsteine aus dieser Zeit. Die Dokumentation von Alemannia Judaica sowie die neuere Dokumentation des Arbeitskreises „Jüdisches Leben rund um Bingen“ datieren die nachweisbare Belegung auf das Jahr 1861 - damals wurde Mathias Wolf aus Oberheimbach beigesetzt. Für die Existenz älteren Begräbnisstätten fehlen Belege.
Der Friedhof hatte über Oberheimbach hinaus Bedeutung. Seit der französischen Herrschaft am Mittelrhein ab 1794 wurden auch Juden aus Bacharach hier bestattet. Zuvor hatten die Bacharacher Juden eine Begräbnisgemeinschaft mit Kaub gebildet und den dortigen jüdischen Friedhof genutzt. Damit war der Oberheimbacher Friedhof Bestandteil eines größeren jüdischen Siedlungs- und Gemeindeverbandes im Mittelrheintal. Als die kleine jüdische Gemeinde Oberheimbach um 1920 ihre Eigenständigkeit verlor, schlossen sich die verbliebenen jüdischen Familien der Gemeinde in Bacharach an; der Friedhof blieb jedoch weiterhin als Begräbnisstätte bestehen.
Die erhaltenen Grabsteine dokumentieren die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung anschaulich. Heute sind etwa 50 bis 60 Grabsteine aus Sandstein und Granit erhalten, von denen 37 noch lesbare Inschriften tragen. Genannt werden unter anderem die Familien Kohlmann, Sommer, Wohlgemuth, Wolf (Wolff), Kann und Liebmann; einzelne Grabsteine erinnern auch an Menschen aus Bacharach, Niederheimbach, Steeg und sogar Mergentheim. Die Grabsteine zeigen traditionelle jüdische Symbolik, darunter Davidsterne und pflanzliche Motive wie geknickte Blumen.
Die letzte bislang nachweisbare Beisetzung erfolgte 1944 mit Carl Wohlgemuth. Damit reicht die Belegung des Friedhofs unmittelbar in die Zeit der nationalsozialistischen Judenverfolgung hinein - auch aus Oberheimbach stammende oder dort ansässige Juden wurden Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.
Nach 1945 blieb der Friedhof als Erinnerungsort erhalten. Seine Einfriedung besteht aus zwei gemauerten Torpfeilern, Resten einer Bruchsteinmauer und einem Holzzaun. Im Mai 1968 wurde die Anlage geschändet. Später setzte eine verstärkte örtliche Beschäftigung mit dem Friedhof und der jüdischen Geschichte Oberheimbachs ein. Die Heimatfreunde Oberheimbach brachten 2014 am Friedhof und am Zugangsweg Hinweisschilder an.
Heute bildet der abgeschiedene Friedhof mit seinen erhaltenen Grabsteinen ein wichtiges Zeugnis der einstigen jüdischen Landgemeinde am Mittelrhein und erinnert zugleich an die Zerstörung jüdischen Lebens in Oberheimbach und den benachbarten Orten während der NS-Zeit.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
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