Der Blick aus dem Winterthal zeigt die Burganlage im Profil vom Pulverturm über den Palas , den Bergfried , den zum Dorf angelegten Flankierungsturm (darauf wurde später das sogenannte „Frauenzimmer“ mit Fachwerk aufgesetzt), und die mächtige Schildmauer. Zwei Flankierungstürme schützten die Burgbrücke , die von der gegenüberliegenden Seite oberhalb der Burgkapelle zur Burg heraufführte.
Freiherrn in Lumpen „Wer kennt nicht das alte, hochberühmte Geschlecht der Grafen von Falkenstein, deren Herrschaft und Name im Anfang des vorigen Jahrhunderts an das österreichische Haus übergegangen war? Hier stehen wir auf dem Stammschloss jenes erloschenen Geschlechts, auf den geringen Resten einer untergegangenen Herrlichkeit. Schon seit dem Dreißigjährigen Krieg liegt die Burg in Trümmern, aber noch ist sie teilweise bewohnt, wenn auch nicht von Grafen, doch von Freiherrn – in Lumpen. In eine dicke, halbzerfallene Mauer hat sich eine Bettlerfamilie eingenistet und sieht stolz auf das Dörfchen herab, das sich traulich an den westlichen Abhang bis herauf an die Grundfelsen des Schlosses schmiegt. Seine Häuschen scheinen meist aus den Trümmern des Falkenstein erbaut zu sein.“ (aus „Träume und Schäume vom Rhein“ von Georg Friedrich Blaul*)
Die Ruinen von Falkenstein am Donnersberg Das Gemälde „Die Ruinen von Falkenstein am Donnersberg“ von k.k. Hauptmann und Landschafter Karl Ludwig Friedrich Viebeck entstand um 1790. Es ist das erste bekannte Gemälde nach der Zerstörung der Burg. Neben dem ruinösen Palas sind noch zwei weitere, mehrstöckige Gebäudereste zu erkennen. Der Bergfried ist völlig verschwunden, nur der felsige Stumpf ist erhalten. Rechts davon erkennt man die ehemalige Schildmauer und zwei Stützen der Burgbrücke. Unten im Dorf ist links die 1754 geweihte St. Katharinenkapelle zu sehen. Das verfallene Gebäude rechts könnte das ehemalige Berggerichtsgebäude sein. In der Falkensteiner Bergordnung von 1521 wird ein Berggericht im Flecken genannt.
Feigenkaktus Drei Kolonien mit dem Feigenkaktus Opuntia makrorhiza haben sich auf dem steilen Burgfelsen unterhalb des Bergfriedes angesiedelt. Nach der Blüte im Juni bilden sich Früchte (Kaktusfeigen). Die Heimat der Falkensteiner Opuntia macrorhiza liegt aber in den Vereinigten Staaten; im mittleren Westen und im Südwesten gedeihen die Kakteen in Höhenlagen von 600 bis 2100 Metern. Die Erstbeschreibung wurde 1850 von Georg Engelmann veröffentlicht. In Falkenstein sind die Kakteen mit den Früchten schon länger heimisch geworden. Im November 2001 entdeckte der Botaniker Sdravko Vesselinov Lalov die Kakteensiedlung. Im Jahr 2007 entnahm der Botaniker einige Exemplare um die Art zu bestimmen. Es ist der erste Nachweis einer Verwilderung von Opuntia macrorhiza ENGELMANN var. macrorhiza für die Pfalz und für Europa von der Burgruine Falkenstein am Donnersberg. (Mitt. POLLICHIA, 93: 121– 124, 2 Abb., Bad Dürkheim*).
(KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein, Oktober 2026)
Station 7 des Falkensteiner Dorfwegs: Burg im Profil
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Empfohlene Zitierweise
KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein: „Station 7 des Falkensteiner Dorfwegs: Burg im Profil”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360601 (Abgerufen: 28. Oktober 2026)
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