Der Standort liegt innerhalb des südlichen Zwingers mit dem prägenden Pulverturm. Das Mauerwerk des Palas zeigt große, polygonale Werksteine (Zyklopenmauerwerk, erwähnt in „Burgenkunde“ von Otto Piper*). Die untere Fensterreihe ist durch eine Brüstung geschützt, die es früher nicht gab. Die Schmucksteine der Fenstergewände sind allesamt herausgebrochen. Lediglich an der westlichen Poterne (Ausfalltor) unterhalb des Palas sind nach Beseitigung des Bauschuttes noch teilweise Gewändesteine erhalten. Diese gelbbraunen Schmucksteine stammen vermutlich aus den Steinbrüchen um Dielkirchen und Steingruben in der ehemaligen Stolzenberger Herrschaft. Ein Drittel stammte aus raugräflichem Erbe. Am Pulverturm sind noch die Anschlüsse der Zwingermauern erkennbar. Unterhalb des Pulverturms ist eine aus dem Vulkanfelsen geschlagene Höhlung erhalten. Ob sie der Lagerung von Schießpulver diente? Der Name des „Pulverturms“ könnte davon rühren. An der Basis der Palaswand ist eine Poterne (Ausfalltor) erkennbar. Der Gang führt links nach oben, trifft dort auf den westlichen steil abfallenden Poternengang (auf die Öffnungen im Gewölbe achten!) und zweigt im rechten Winkel ab. Dieser untere Gang durchzog dann vom Palas kommend die gesamte Burganlage bis zur Schildmauer und von dort hinab in die Kasematte.
Ein neuer Burgherr Der Nordpfälzer Geschichtsverein (NGV) erwirbt 1933 die Burgruine Falkenstein von der Familie von Gienanth. Baufällige Teile der Burg mussten dringend ausgebessert werden, wie hier Pulverturm. Im Bild rechts der Vorsitzende des NGV, Major Kopp aus Alsenz, oben auf dem Turm der Maurermeister Heinrich Schneider, unten ein Helfer (Name nicht bekannt).
Tanz auf dem Vulkan Zwei Löcher in der Palaswand geben Rätsel auf. Sind das Öffnungen für Balkenträger, die einen Altan tragen? Dieses Fenster endet nicht auf dem Bodenniveau wie die anderen großen Fensteröffnungen. Im Detailbild deutlich erkennbar ein großer Werkstein, der bis zur Hälfte der Öffnung reicht. Ein getreppter Unterbau für den Altan oder gar eines Erkers, der bis zum oberen Fenster reichte? Hinweis: Der Begriff „Altan“ bezeichnet in der Architektur einen flachen, terrassenartigen Austritt im Obergeschoss eines Gebäudes. Im Gegensatz zu einem freischwebenden Balkon ruht er auf einem massiven Unterbau (wie Pfeilern, Säulen oder einem darunterliegenden Gebäudeteil) und ist nicht überdacht.
(KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein, Oktober 2026)
Station 4 des Falkensteiner Dorfwegs: Am Pulverturm
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Empfohlene Zitierweise
KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein: „Station 4 des Falkensteiner Dorfwegs: Am Pulverturm”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360598 (Abgerufen: 28. Oktober 2026)
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