Der mächtige Bergfried auf hohem Stumpf des Vulkanschlotes thront majestätisch über der Burganlage. Einige Buckelquaderfunde stammen vom Beginn des Burgenbaues (etwa ab 1125). Evtl. wurde der Bergfried später weiter erhöht und mit vier Erkern geschmückt. Der Ausguck erlaubte die Beobachtung der Umgebung. Die mächtige Schildmauer, in der ersten Bauphase mit einer Stärke von 4,50 Meter bewehrt, erhielt während der großen Ausbauphase der Hauptburg zu Beginn des zweiten Drittels des 16. Jahrhunderts durch Wirich von Daun, Herr zu Falkenstein und Oberstein (Bild „Wirich anno 1536“) eine Verdoppelung der Mauerstärke. Der Zugang zum Burginneren war durch mehrere Tore geschützt. Reste für die Aufnahme eines Fallgatters sind noch erkennbar. Der ursprüngliche Schildmauertunnel des Burgtores hatte nur eine Höhe von knapp zwei Meter. Besucher der Burg mussten deshalb von ihren Pferden absteigen. Im weiteren Verlauf der Zuwegung in die Burg hinein gab es eine Engstelle am Treppenturm mit nur zwei Meter Breite. Schleifspuren in Wagenachsenhöhe am Treppenturm und Fallgatterstein zeugen noch heute von diesem Handikap der schmalen Zuwegung. Neben der Verstärkung der Schildmauer zur potenziellen Angriffsseite hin wurde davor eine massive Kasematte errichtet, die an der breitesten Stelle 2 Meter dick ist. Der Zugang erfolgte unter der Schildmauer hindurch herunter in die Kasematte. Dazu musste die bestehende Schildmauer unterminiert werden, am Vulkanfels sind noch Arbeiten daran zu erkennen. Die Öffnung war entsprechend klein gehalten. Heute können die Besucher über eine Treppe bequem hinab in die unterirdische Verteidigungsanlage steigen. Dort sind zwei Schießscharten für Geschütze angelegt. Vor der vorderen Schießscharte führt durch ein Gewände getrennt ein steiler Tunnel nochmals tiefer hinab bis zur Poterne. Durch einen Gang gelangt man in eine kleinere Seitenkasematte unter den Flankierungstürmen der Burgbrücke. Heute kann man von außen in die Kasematte gelangen. Im Inneren fand man eine Sprengmine, die nicht explodiert ist. Vermutlich war im feuchten Raum das Schwarzpulver nass geworden. Zum Glück, sonst wäre der größte Teil der Schildmauer und der Kasematte in Schutt und Asche gefallen. Im Oktober 1647 sprengten französische Truppen mit fünf Minen die Verteidigungswerke. Dennoch war die Burg noch bewohnbar, eine lothringische Besatzung nutzte die Burg als Garnison. Im März 1654 überfielen falkensteinische Untertanen die Besatzung, der Kommandant Weingarten fand in „der furie …“ den Tod. Über der vorderen Schießscharte ist ein Stein mit der Inschrift „Wie du willt Melchior“ eingelassen. Angeblich gab es früher mehrere solcher Steine mit der kryptischen Inschrift, an die sich mehrere Sagen* knüpfen. Melchior stiftete 1499 eine ewige Wochenmesse in der zuvor fertiggestellten Kapelle vor der Burg.
(KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein, Oktober 2026)
Station 3 des Falkensteiner Dorfwegs: Schildmauer, Kasematte
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Empfohlene Zitierweise
KuLaDig-Team der Ortsgemeinde Falkenstein: „Station 3 des Falkensteiner Dorfwegs: Schildmauer, Kasematte”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360597 (Abgerufen: 28. Oktober 2026)
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