Die Burganlage umfasst den Bergfried (A), die Schreibstube (B) und einen seitlichen Flankierungsturm (C), der später mit einem Fachwerkaufbau versehen wurde. Die Schlossbrücke wird durch zwei Flankierungstürme (D) geschützt. Der Batterieturm (E) überragt das obere Tor, das sogenannte „Gerbacher Tor“ (F), die Schlosskapelle (H) sowie die Verteidigungsanlagen der Burg. Die den Flecken umschließende Mauer verläuft hinter den Agrargebäuden (G) bis zum „Gerbacher Tor“. Unterhalb des Batterieturms befinden sich weitere Agrargebäude (G), die auf einer mächtigen Mauer errichtet wurden. Die Schlosskapelle (H) ist über die Schlossbrücke erreichbar. Vom Dorf führt ein steil ansteigender Weg zur Burganlage.
Stiftung einer ewigen Wochenmesse durch Melchior von Daun, Herr zu Falkenstein 1486 nahm Wirich eine Teilung unter seinen Söhnen Emich und Melchior vor. Angeregt von der Erbauung der Felsenkirche in Oberstein (1482 – 1484) durch seinen Vater Wirich ließ Melchior die der Burg vorgelagerte St. Katharinen-Kapelle errichten. Wohl mit Fertigstellung der Kapelle 1360 stiftete Melchior Daun, Herr zu Falkenstein und zu Oberstein, am 9. September 1499 eine ewige Wochenmesse. Sie sollte an jedem Samstag stattfinden („groß ungewitter von frost, schnee oder regen befreit von der Verpflichtung, die dafür an einem andern Tag der nächsten Woche zu erfüllen ist“). Laut einer Vereinbarung mit dem Prior Johann und dem Convent des Klosters St. Paul sollte sie von einem Priester des Convents (der zelebrierende Priester erhält auf dem Schloss ein Mittagsmahl mit Trunk) gelesen werden.*
Madonna in der Burgkapelle Um 1510-1520*, Lindenholz, ursprünglich farbig gefasst, Rückseite ausgehöhlt, Höhe 123 cm
Wappenstein und Wasserversorgung An einem erhaltenen Agrargebäude G ist das Wappen der Herren (später Grafen) von Daun-Falkenstein eingesetzt. In unmittelbarer Nähe ist ein Brunnen in das Ryolithgestein abgeteuft. Er lieferte frisches Wasser für Tier und Mensch. Unterhalb des Bergfriedes ist eine Brunnenkammer (Zugang vom Burghof) mit einer Tankzisterne angelegt. Das von den Gebäudedächern anfallende Regenwasser wurde über ein Fallrohr (Kamin genannt) der Zisterne zugeführt. Die Arbeiten im Dazit (Vulkangestein) waren äußerst arbeitsintensiv.
(KuLaDig-Team der Ortsgemeine Falkenstein, Oktober 2026)
Station 2 des Falkensteiner Dorfwegs: An der Schlossbrücke
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Empfohlene Zitierweise
KuLaDig-Team der Ortsgemeine Falkenstein: „Station 2 des Falkensteiner Dorfwegs: An der Schlossbrücke”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360596 (Abgerufen: 28. Oktober 2026)
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