Haus Aron Salomon, Bergstraße in Hamm (Sieg)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Hamm (Sieg)
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 45′ 56,41″ N: 7° 40′ 13,48″ O 50,76567°N: 7,67041°O
Koordinate UTM 32.406.235,74 m: 5.624.609,58 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.406.273,05 m: 5.626.419,50 m
  • Das Haus Salomon in der Bergstraße in Hamm (Sieg) (1939)

    Das Haus Salomon in der Bergstraße in Hamm (Sieg) (1939)

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    Ortsgemeinde Hamm (Sieg)
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  • Annonce zur Eröffnung des Konkursverfahrens gegen Aron Salomon (1904)

    Annonce zur Eröffnung des Konkursverfahrens gegen Aron Salomon (1904)

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Das Haus Aron Salomon in der Bergstraße dokumentierte die Wohn- und Geschäftstätigkeit der jüdischen Familie Salomon in Hamm. Es war ein Beispiel für den wirtschaftlichen Alltag einer jüdischen Kaufmannsfamilie um die Jahrhundertwende und deren Zwangsverkäufe aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sowie für die Auswanderung jüdischer Familien vor dem Nationalsozialismus. Das Haus wurde 2006 abgerissen. Das Gebäude war Wohnhaus und Kurzwaren-Geschäft der Familie Salomon. Es befand sich auf der linken Seite der Bergstraße (Stand Oktober 1939). Rechts angrenzend befand sich der Stall von Karl David.

Geschichte
Aron Salomon und seine Ehefrau Auguste, geborene Stern (*16.01.1863; +16.01.1932, Hamm) betrieben um die Jahrhundertwende ein Kurzwaren-Geschäft im Haus. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten geriet Aron Salomon in Zahlungsschwierigkeiten. Im Zuge einer Zwangsvollstreckung wurde das Haus 1904 versteigert. Der Konkursverwalter Peil verkaufte am 14. und 23. November 1904 im Saal des Gasthofs Tönges Waren aus der Konkursmasse. Der Kaufmann Adolf Stern aus Bonn erwarb das Haus und übertrug es ab 1922 wieder an seine Tochter Auguste und deren Ehemann Aron Salomon. Das Ehepaar hatte fünf Kinder, die sich zwischen 1931 und 1934 in Hamm abmeldeten und auswanderten: Lilly Salomon (*08.02.1900) emigrierte in die USA. Max Salomon (*03.06.1907) emigrierte nach Palästina. Ebenfalls wanderten Johanna (*07.08.1895), Erna (*14.12.1897) und Hermann (*02.05.1902) aus – die Zielorte sind allerdings unbekannt. Über das Schicksal von Aron Salomon nach 1934 ist nichts bekannt. Im Jahre 1925 erwarb die Dentistin Emma Schellenberg das Haus und betrieb dort eine Zahnarztpraxis bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Später kaufte die Ortsgemeinde das Gebäude, das 2006 abgerissen wurde.

Bedeutung
Das Haus verdeutlicht die wirtschaftliche Situation kleiner jüdischer Kaufmannsfamilien in Hamm, die sozialen und finanziellen Zwänge sowie die Emigrationsbewegungen jüdischer Familien vor der NS-Verfolgung. Das Gebäude ist ein Zeugnis der jüdischen Präsenz in der Bergstraße und der Veränderungen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Zeitliche Einordnung
  • Um 1900: Nutzung durch Aron und Auguste Salomon
  • 1904: Zwangsversteigerung und Erwerb durch Adolf Stern
  • 1922: Rückübertragung an Auguste und Aron Salomon
  • 1931–1934: Abmeldung und Emigration der Kinder Salomon
  • 1925–nach 1945: Zahnarztpraxis Emma Schellenberg
  • 2006: Abriss des Hauses

Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Eigentümern, Lebensdaten und Schicksalen der Familie Salomon beruhen auf archivalischen Quellen, historischen Zeitungsartikeln und amtlichen Katasterunterlagen. Lebenswege und Ereignisse wurden soweit nachweisbar recherchiert, insbesondere die Emigration und Verfolgung während der NS-Zeit. Die Angaben sind auf historische Genauigkeit geprüft.

(Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm und die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hamm, 2025)

Quellen
  • Altenkirchener Kreisblatt, 23. Februar 1904
  • Kataster- und Grundbuchunterlagen Hamm
  • Familienarchiv Salomon
  • Zeitzeugenberichte und historische Fotos

Haus Aron Salomon, Bergstraße in Hamm (Sieg)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bergstraße
Ort
57577 Hamm (Sieg)
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm (2025), Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hamm (2025): „Haus Aron Salomon, Bergstraße in Hamm (Sieg)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360588 (Abgerufen: 9. September 2026)
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