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Das Altes Rathaus in Iggelheim ist das Wahrzeichen Iggelheims.
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Jochen Hauptmann
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Jochen Hauptmann
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Das herausragendste Gebäude und zugleich Wahrzeichen des Dorfes Iggelheim ist ohne Zweifel das Alte Rathaus. Erbaut wurde es 1499, wie anhand dendrochronologischer Analysen (Untersuchung des Fälldatums von Hölzern) durch Baugutachter im Jahr 2022 in Erfahrung gebracht werden konnte. Eine kleine Sensation, denn damit ist das Iggelheimer Alte Rathaus das älteste in der Pfalz und bezeugt, dass Iggelheim damals eine besondere Bedeutung hatte. Wenn man von weniger als 200 Einwohnern ausgeht und sich dies verbildlichen möchte, gab es bei ca. 5 Personen pro Haushalt damals nur 40 - eher weniger - Häuser. Eine eingemeißelte Jahreszahl auf dem rechten Pfeiler des ersten Bogenfensters auf der Südseite, lautet 1569, zu einer Zeit, als sich das Dorf noch Ygelheim schrieb und ungefähr 300 Einwohner zählte, bezieht sich wohl auf Renovierungen in der Renaissancezeit. Eine weitere vielleicht unvollendete Inschrift auf dem linken Pfeiler des ersten Bogenfensters hat schon immer Rätsel aufgegeben, ebenso wie die Kürzel CCD und HDD welche auf den Bogenfenstern zu finden sind. Das Erdgeschoß des im romanischen Rundbogenstil gebauten Renaissancebaus ist eine Laubenhalle mit Zugangstor an der Südseite und je zwei Bogenfenstern an der Süd- und Ostseite. Auf der eher schmucklosen Nordseite finden sich ein weiteres Bogenfenster und drei rechteckige Fenster, wohl aus späterer Zeit. Über die Sandsteintreppe mit einer erneuerten Sandsteinsäule auf der Westseite gelangt man ins erste Obergeschoß, welches eine Ausstellung zum Leben zur Jahrhundertwende 1900 zeigt. Das Obergeschoß ist im Fachwerkstil errichtet und enthält Bauteile aus der Zeit der Ersterbauung. Im zweiten Obergeschoss findet sich eine sehr reichhaltige Ausstellung zur Herstellung von Leinenstoffen sowie zur Blau- und Schönfärberei. Der Blaudruck als solcher gilt seit 2018 als Teil des immateriellen Weltkulturerbes und wird im Museum mit herausragenden Exponaten präsentiert. Das Rathaus wird auf dem Dach durch ein Glockentürmchen geziert, welches wohl schon zeitnah zur Erbauungszeit des Gebäudes ergänzt wurde. Dendrochronologische Untersuchungen an Stützständern innerhalb des Gebäudes datieren auf 1568. Die Bausubstanz lässt den Schluss zu, dass das Haus während seines Bestehens in den Kriegswirren insbesondere im 17./18. Jahrhundert keine größeren Schäden erlitten hat. Am 6. Dezember 1956 gründeten interessierte Bürger den Heimatpflege- und Museumsverein Iggelheim. Am 2. November 1957 war es dann so weit, dass das Museum des Vereins im Alten Rathaus von Iggelheim der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.
Kulturdenkmal Zum Alten Rathaus in Böhl-Iggelheim gibt es einen Eintrag im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler des Rhein-Pfalz-Kreises (Stand Juli 2024). Der Eintrag lautet: Langgasse 2 ehem. Rathaus, spätmittelalterlicher Fachwerkbau, Dendro-Dat. 1498/1499, massives Erdgeschoss bez. 1569; überdachter Treppenaufgang, darunter Verlies, Glockentürmchen; Uhr, 1775 von Johann Paul Korber, Bad Dürkheim
(Heimatpflege- und Museumsverein Böhl-Iggelheim, 2026)
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Empfohlene Zitierweise
Heimatpflege- und Museumsverein Böhl-Iggelheim: „Altes Rathaus in Iggelheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360584 (Abgerufen: 9. September 2026)
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