Beschreibung
Das Gebäude beherbergte die Wohnräume der Familie Meyer sowie die Metzgerei. Es war Teil einer Reihe von Anwesen in der Provinzialstraße, die von jüdischen Familien für Wohn- und Geschäftszwecke genutzt wurden. 1928 wurde ein Anbau bis zum Nachbarhaus von Meyer Rosenberg errichtet.
Geschichte
Das Haus wird erstmals im Urkataster von 1831 unter dem Namen Meyer geführt. Die Besitzer waren Bernhard und Joseph Meyer, Söhne von Amschel und Jette Meyer. Wie ihr Vater waren beide Metzger.
Joseph Meyer heiratete in Altenkirchen, wo er später verstarb. Bernhard Meyer führte die Metzgerei zunächst alleine weiter. 1920 verkaufte er das Anwesen an den jüdischen Pferdehändler Moritz Herz. 1922 erwarb Heinrich Burbach aus Hamm das Haus und richtete dort einen Buch- und Schreibwarenhandel ein.
Bedeutung
Das Haus dokumentiert die wirtschaftliche Tätigkeit jüdischer Familien in Hamm und die Entwicklung von Wohn- und Geschäftshäusern entlang der Provinzialstraße im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es ist ein Beispiel für die Kontinuität jüdischer Unternehmergenerationen bis zu Veränderungen durch Besitzwechsel und städtische Entwicklungen.
Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Besitzfolge und Familiengeschichte basieren auf Katasterunterlagen, historischen Fotografien und Archivmaterialien. Die heutige bauliche Situation entspricht nicht mehr dem historischen Zustand.
Zeitliche Einordnung
- 1831: Ersterwähnung im Urkataster unter Meyer
- Bis 1920: Besitz durch Bernhard und Joseph Meyer
- 1920: Verkauf an Moritz Herz
- 1922: Erwerb durch Heinrich Burbach, Einrichtung eines Buch- und Schreibwarenhandels
- 1928: Anbau bis zum Nachbarhaus von Meyer Rosenberg
(Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm und die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hamm, 2025)
Quellen
- Urkataster Hamm, 1831
- Historische Fotografien Hamm, um 1920
- Archivmaterial zur jüdischen Gemeinde Hamm
- Lokale Zeitungsarchive