Fossilien und Umwelt zur Zeit der Trias
Um die Geologie des Steinbruchs in Mechernich-Berg und die Besonderheit der Gegend zu verstehen, hilft ein Blick auf die geologische Karte des Rheinlandes. Die Niederrheinische Bucht zeigt vor allem Sedimente aus den jüngeren Zeitaltern: Quartär, Neogen und Paläogen. Das Rheinische Schiefergebirge, bestehend aus der Eifel und dem Bergischen Land, ist geprägt von Gesteinen des Erdaltertums (Paläozoikum). Gesteine des Mesozoikums sind im Rheinland an der Oberfläche eine Seltenheit; somit bietet die Mechernicher Triassenke wertvolle Einblicke in das Erdmittelalter.
Zur Zeit der Trias (252-201 Mio. Jahre) befand sich der Raum um Mechernich in einer Senke am Westrand der Rheinischen Masse. Die 1834 von Friedrich von Alberti (1795-1878) benannte Trias ist in Deutschland durch eine Dreiteilung charakterisiert, von der sich auch ihr Name ableitet. Der Unterste Abschnitt der Trias, der Buntsandstein, besteht hauptsächlich aus Abtragungsprodukten des umgebenden Festlandes: Kiese, Sande und Schluffe, welche durch Flüsse in nördliche Richtung transportiert wurden. Die rötlich bunte Farbe des Buntsandsteins wird durch die enthaltenen Eisenoxide gesteuert und erlaubt Rückschlüsse auf die Paläoumwelt (terrestrische, wüstenähnliche Bedingungen). Die Sedimentation in der Mechernicher Senke begann im Mittleren Buntsandstein, gebildet wurden Sandsteine und Konglomerate. Der Mittlere Bundsandstein bildet wegen seiner Festigkeit massive Felswände und beeindruckenden Aufschlüssen im Rurtal, zum Beispiel unterhalb der Burg Nideggen. Obwohl im Oberen Buntsandstein weiterhin Sedimente über Flüsse nach Norden transportiert wurden, hat der Sedimenteintrag deutlich nachgelassen und wurde von feinkörnigeren Sedimenten (Mittelsand bis Schluff) dominiert. Die rote Färbung der Sedimente blieb jedoch bestehen.
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Im Oberen Buntsandstein ist das Erhaltungspotential für Fossilien deutlich höher. Die Pflanzenfossilien der Mechernicher Triassenke stammen vor allem aus der Gegend zwischen Vlatten und Berg, sowie aus Üdingen, und zeigen eine hervorragende Erhaltung. Auch tierische Fossilien sind aus dem Oberen Buntsandstein bekannt, wie z. B. Chirotherium, Fußspuren eines großen Wirbeltieres aus dem Erztagebau südlich vom Mechernich. Von dort stammt auch das wohl spektakulärste Fossil Mechernichs, die Schädelplatte eines Amphibiums, welcher kurzzeitig sogar den Namen Cyclotosaurus mechernichensis führte. Für eine eigene Art reichten die Überreste allerdings nach weiteren Untersuchungen nicht aus, und der Fund wurde der bereits bekannten Art Mastodonsaurus cappelensis zugewiesen. Aus Rheinland-Pfalz stammt das Skelett von Eifelosaurus, somit ist die Region weiterhin Namensgeber eines „Sauriers“. Die Fossilfunde des Oberen Buntsandsteins belegen, dass trotz des gelegentlich sehr trocknen Klimas, zumindest zeitweise gute Lebensbedingungen im Mechernicher Raum vorhanden waren. Der Muschelsandstein, Teil des unteren Muschelkalks, liefert mit dem Auftreten zahlreicher Muscheln erste Hinweise auf ein marines Ablagerungsmileu. Durch einen Meeresspiegelanstieg wurde die Mechernicher Senke Teil des flachen, von Ostengland bis Polen reichenden Germanischen Beckens. Das heiße Klima der Triaszeit zeigt sich auch im Mittleren Muschelkalk, wo Dolomitkalke aber auch Mergel mit Evaporiten (Salze) entstanden sind.nach oben
Im Steinbruch in Mechernich-Berg findet man Gesteine aus der Zeit des Oberen Muschelkalkes, welche im Gegensatz zum Muschelsandstein und den Gesteinen des Mittleren Muschelkalkes, häufig markante Höhenzüge bilden. Er bildet den Bürvenicher Berg, den Tötschberg und den westlich gelegenen Kalkberg. Das Gestein des Oberen Muschelkalks ist deutlich massiver als im Mittleren Muschelkalk und kann in zwei Schichtglieder unterteilt werden. Der untere Bereich wird gebildet von dolomitischen Sandsteinen und Crinoidenkalken. Dieser dolomitische Kalkstein ist reich an fossilen Stielgliedern von Seelilien, auch Crinoiden genannt. Diese Tiere lebten am Meeresboden in Flachgewässer und filtrierten mit der Krone Nahrung aus dem Wasser. Neben den Crinoiden treten im Oberen Muschelkalk u.a. Brachiopoden, Muscheln und Pflanzenreste auf. Der obere Teil des Steinbruchs wird von dünner gebankten Gesteinen gebildet. Diese Dolomitkalke bestehen zu einem großen Anteil aus Ooiden, kleine Konkretionen welche sich in flachen Gewässern durch Strömung bilden können. Auch hier sind Fossilien zahlreich enthalten, wie Funde von Muscheln und einzelne Fischschuppen belegen. Auch Saurierknochen sind aus dem Obersten Muschelkalk bekannt und zeigen, dass auch in Mechernich-Berg marine Reptilien gelebt haben. Dieser Steinbruch und die hier erhaltenen Fossilien bieten einen wichtigen und seltenen Einblick in die Welt der Mitteltrias.Stratigraphisch oberhalb von Mechernich-Berg, befindet sich der jüngste Abschnitt der Trias: Der Keuper. In der Obertrias zog sich das Meer erneut zurück, im unteren Keuper bleiben die marinen küstennahen Bedingungen jedoch bestehen. Der Mittlere Keuper ist von Ablagerungen in Flüssen und Seen geprägt, wonach im Rhät (Oberkeuper) das Meer erneut zurückkehrte. Während der Keuperzeit entstanden die ersten Dinosaurier. Dinosaurierfossilien aus der Zeit des Oberkeuper sind aus den nahegelegenen Regionen Westfalen und Rheinland-Pfalz bekannt. Aufschlüsse aus der darauffolgenden Jurazeit fehlen in der Nordeifel, nur Bohrungen belegen, dass am Anfang des Jura der Meeresspiegel weiter anstieg und die Gegend weitläufig flutete.
Die Entstehung unserer heutigen Landschaft
Die heutige Landschaft ist das Ergebnis langanhaltender Hebungs-, Abtragungs- und Verwitterungsprozesse, die bis heute andauern. Dabei wurden weichere Mergel und Sandsteine stärker ausgeräumt (liegen hier häufig den Tälern und flachen Hügeln zugrunde), während die morphologisch resistenteren Kalke des Oberen Muschelkalks als markante Höhenzüge erhalten blieben. Bodenbildung und menschliche Nutzung prägen dieses Relief zusätzlich.
([LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2026)
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Hinweise
Der Steinbruch bei Berg ist Station der Archäologietour Nordeifel 2026.
Der Steinbruch liegt im Naturschutzgebiet „Bürvenicher Berg und Tötschberg sowie Berg- und Mausbachtal“ (EU-176)
Internet
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Buervenicher Berg / Toetschberg (EU-176) (abgerufen 12.8.2026)