Die AKE wurde 1887 verstaatlicht, den Betrieb übernahm die Preußische Staatsbahn, Direktion Altona. Während der Abschnitt zwischen Altona und Blankenese um 1900 zweigleisig ausgebaut wurde, verblieb der Abschnitt nach Wedel eingleisig.
In Sülldorf gab es jedoch ein Ausweichgleis, so dass hier Züge kreuzen konnten. Zudem gab es ein weiteres Gleis für Güterzüge, über das der Personenbahnhof umfahren werden konnte. Dies wurde bis etwa 1950 genutzt. Es lag nördlich der heutigen Gleise und diente auch zum Be- und Entladen von Güterwagen. Das mechanische Stellwerk wurde 1927 eingerichtet, es ist bis heute in Betrieb.
Im Bereich des heutigen Wildparkes Marienhöhe befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg eine Kiesgrube, die mit einem Anschlussgleis an den Bahnhof Sülldorf angeschlossen war.
Eine Besonderheit ist bis heute die Zugangssituation zum Mittelbahnsteig. Sie erfolgt durch einen Gang neben dem Empfangsgebäude ebenerdig über das südliche Gleis, gesichert durch eine Schrankenanlage. Der gesamte Zugangsbereich ist überdacht mit einer Holzfachwerkkonstruktion. Es gibt nur diesen einen Zugang.
Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Bahnhofes und der Aufgabe des Stellwerkes soll das Empfangsgebäude abrissen werden und als Bauplatz für die elektronische Stellwerktechnik dienen. Der ebenerdige Zugang zum Bahnsteig soll entfernt und durch eine Brücke sowie Aufzüge ersetzt werden.
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ElektrifizierungNachdem die Verbindungsbahn von Altona nach Hamburg 1906 elektrifiziert worden war, wurde auch die Strecke nach Blankenese 1908 mit Oberleitungen für Wechselstrom versehen. Die Fortsetzung nach Wedel wurde weiterhin mit Dampfzügen bedient. Diese Strecken waren in das Hamburger System der Vorortbahnen integriert.
Das Vorortbahn-System benannte man 1934 in S-Bahn um, analog zur Berliner S-Bahn. In den Jahren 1940 bis 1955 erfolgte die Umstellung des Stromsystems im S-Bahn-Netz. Es wurde nun Gleichstrom über eine seitliche Stromschiene entnommen. Sülldorf wurde seit Mai 1950 mit den neuen Zügen bedient, nach Wedel fuhren weiterhin Dampfzüge. Dabei hielten die elektrischen Züge auf dem südlichen, die Dampfzüge auf dem nördlichen Gleis. Für die Bedienung mit den neuen elektrischen Triebwagen wurde der Bahnsteig erhöht.
Die Strecke nach Wedel wurde im Mai 1954 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Sülldorf war nicht mehr Systemwechselbahnhof. 2013 baute man den Bahnhof weitgehend barrierefrei um.
Empfangsgebäude
Das kleine Empfangsgebäude besteht aus einem anderthalbstöckigen Eckrisaliten mit östlich anschließendem, eingeschossigem Funktionstrakt. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt durch den westlichen Anbau. Dieser Teil wurde nachträglich an den Eckrisaliten angefügt. Im Osten befindet sich an der Gleisseite das Stellwerk als Anbau an das historische Gebäude sowie eine separate ehemalige Abortanlage. Teile der ehemaligen Fenster und Türen sind vermauert.
Die Gebäude bestehen aus Ziegelsteinen mit weiß gerahmten Fenstern und Türen. Das Gebäude wird nicht mehr genutzt.
Stellwerk
Das Stellwerk Sdf (Sülldorf Fahrdienstleiter) wurde 1927 in Betrieb genommen. Es befindet sich in einem Anbau an das Hauptgebäude des Bahnhofes. Im Zusammenhang mit den geplanten Umbauarbeiten soll es außer Betrieb genommen werden.
Das mechanische Stellwerk steuert die vorhandenen Formsignale und Bahnschranken im Sülldorfer Bahnhofsbereich. Dieses historische Stellwerk ist das letzte seiner Art in Hamburg. Es umfasst auch das kleinste noch in Betrieb befindliche Formsignal Hamburgs (Zwergsignal, s. Medienleiste).
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(Claus Weber, Redaktion KuLaDig, 2026)Internet
de.wikipedia.org: Bahnhof Hamburg-Sülldorf (abgerufen 8.7.2026)
www.larsbrueggemann.de: Lars Brüggemann, Der Bahnhof Hamburg Sülldorf der Hamburger S-Bahn (abgerufen 8.7.2026)
www.youtube.com: Dirk Upnmoor, S-Bahn Hamburg: Bahnhof Sülldorf (2021, Video 11 Minuten, abgerufen 8.7.2026)
s-bahn.hamburg: Stellwerk Sülldorf - mechanische Technik (abgerufen 8.7.2026)
stellwerke.info: Stellwerk Hamburg Sülldorf Sdf (abgerufen 8.7.2026)