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Schloss Westhove in Domburg, Ansicht von Nord-Ost (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Ansicht von Nord-West (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Blick vom Park aus auf die rückwärtige Seite (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Nord-Ost-Turm (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Ansicht von Nord-Ost (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Lage im Dünenwald (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Gräfte mit Seerosen (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, die Gräfte verläuft durch den Wald hinter dem Schloss (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Allee am Schloss im Naturschutzgebiet de Manteling (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Gräften umschließen die Anlage (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Allee zum Schlosspark (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, alte asiatische Edelkastanie im Schlosspark (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, asiatische Edelkastanie im Schlosspark (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Blick auf das Hauptgebäude vom ehemaligen Marstall aus (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Gräfte (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Gräfte (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, ehemaliges Marstallgebäude, heute Naturkundemuseum "Terra Maris" (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Gräfte mit Seerosen (2026)
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Schloss Westhove in Domburg, Blick vom ehemaligen Marstall auf den Eckturm (2026)
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Das zwischen Domburg und Oostkapelle, inmitten des Natura-2000-Schutzgebietes „De Manteling“ gelegene Schloss Westhove (Kasteel Westhove) zählt zu den historisch bedeutendsten Herrensitzen Zeelands. Der Ursprung der Anlage wird vielfach in einer frühen befestigten Hofanlage gesehen, möglicherweise sogar in einer bereits im 9. Jahrhundert gegen Normanneneinfälle gesicherten mottenartigen Befestigung. Sicher belegt ist Westhove jedoch erst im späten 13. Jahrhundert: 1277 wird das Schloss in einer Urkunde des Grafen Floris V. erwähnt und befand sich damals bereits im Besitz der Abtei von Middelburg. Westhove diente zunächst als befestigter Verwaltungssitz und Rückzugsort, entwickelte sich aber rasch zu einem repräsentativen Landsitz der Äbte, die hier fern der Stadt einen geschützten Aufenthaltsort in den Dünen besaßen.
Im Spätmittelalter gewann die Anlage erheblich an Bedeutung. Die Äbte von Middelburg ließen Westhove schrittweise ausbauen; aus dem Wehrbau entwickelte sich ein repräsentatives Wasserschloss mit Vorburg, Hauptburg und Gräften. Mehrfach beherbergte das Schloss hochrangige Gäste, darunter Karl den Kühnen, Philipp den Schönen und Kaiser Karl V. Mit der Errichtung des Bistums Middelburg im 16. Jahrhundert wandelte sich Westhove zunehmend zu einem Lust- und Jagdschloss. Die militärische Funktion trat zugunsten repräsentativer Wohnnutzung in den Hintergrund.
Eine dramatische Zäsur brachte der Achtzigjährige Krieg (1568 bis 1648). Im Jahr 1572 wurde Westhove zunächst von spanischen Truppen besetzt und anschließend im Zuge der Kämpfe durch die calvinistischen Wassergeusen weitgehend niedergebrannt. Die mittelalterliche Burg verlor dabei große Teile ihrer ursprünglichen Substanz. Der Wiederaufbau erfolgte schrittweise in vereinfachter Form; die Anlage blieb zwar herrschaftlicher Sitz, erreichte jedoch nicht mehr ihre spätmittelalterliche Monumentalität. Von der ursprünglichen Burg blieben vor allem Teile der Umfassungsmauern und einzelne Turmstrukturen erhalten.
Im 17. und 18. Jahrhundert veränderte sich die Funktion des Schlosses erneut grundlegend. Wohlhabende Kaufleute aus Middelburg entdeckten die windgeschützte Küstenzone der späteren Manteling als bevorzugten Ort sommerlicher Landsitze. Rund um Westhove entstanden Güter wie Duinbeek, Berkenbosch oder Overduin. Der umgebende Waldgürtel - „de Manteling“ - wurde bewusst als Schutzmantel gegen salzhaltige Nordseewinde gepflegt und ausgebaut. Gleichzeitig entstand ein gestalteter Schlosspark, der zunächst stark vom barocken Gartenideal geprägt war: Gerade Wegeachsen, geometrische Sichtbeziehungen und symmetrische Gartenräume strukturierten die Umgebung des Schlosses. Später wandelte man große Teile der Anlage nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten um. Geschwungene Wege, Teiche, lockere Gehölzgruppen und inszenierte Blickbeziehungen lösten die ältere Strenge ab.
Architektonisch zeigt sich Westhove heute als vielschichtige Anlage, deren Erscheinungsbild aus mehreren Jahrhunderten stammt. Das Schloss liegt malerisch inmitten eines Wassergrabens und besitzt den Charakter eines Backstein-Wasserschlosses. Der heutige Bau wird von einem rechteckigen Hauptkomplex mit Innenhof bestimmt; erhaltene Rund- und Ecktürme verweisen noch auf den mittelalterlichen Ursprung. Die Fassaden bestehen überwiegend aus rotem Backstein und zeigen trotz späterer Umbauten noch wehrhafte Züge, werden jedoch zugleich durch größere Fensteröffnungen und andere neue Elemente überformt. Der Zugang erfolgt über eine Brücke über die Gräfte, wodurch der historische Wehrcharakter bis heute erfahrbar bleibt.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Anlage - anders als viele Küstenbereiche Walcherens - im Kern erhalten, obwohl die umgebende Manteling in den Atlantikwall einbezogen wurde. Nach verschiedenen Nutzungen im 20. Jahrhundert wurde Westhove restauriert und beherbergt seit den 1980er Jahren eine Jugendherberge. Die historische Parklandschaft ist öffentlich zugänglich und gehört heute zu den eindrucksvollsten Abschnitten der Manteling van Walcheren. Besonders charakteristisch ist die enge Verbindung von Küstenwald, Dünen, historischen Alleen und Wasserflächen - eine ungewöhnliche Synthese aus mittelalterlicher Herrschaftslandschaft und romantischem Landschaftspark unmittelbar hinter der Nordseeküste.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
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