Lohgerberei Oberstraße 27 in Sankt Goar

Haus Napp

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Sankt Goar
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 09′ 2,45″ N: 7° 42′ 50,53″ O 50,15068°N: 7,71404°O
Koordinate UTM 32.408.128,40 m: 5.556.175,98 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.408.166,75 m: 5.557.958,91 m
  • Wohngebäude der Familie Napp in der Oberstraße 27 in Sankt Goar (2025)

    Wohngebäude der Familie Napp in der Oberstraße 27 in Sankt Goar (2025)

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  • Lohgerberei der Familie Napp in Sankt Goar (um 1920)

    Lohgerberei der Familie Napp in Sankt Goar (um 1920)

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  • Lohgerberei der Familie Napp in Sankt Goar (um 1900)

    Lohgerberei der Familie Napp in Sankt Goar (um 1900)

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In der Oberstraße 27 in Sankt Goar befindet sich ein stattlicher Mansarddachbau aus dem späten 18. Jahrhundert. Errichtet wurde dieser von der Familie Napp, die im Ort eine Lohgerberei betrieb. Die Gerberei-Gebäude befanden sich in unmittelbarer Nähe zu Wohnhaus und Kirche. Im Gegensatz zum Wohnhaus - dem Haus Napp - haben sich die Funktionsbauten nicht erhalten.

Lohgerberei in Sankt Goar
Vieh, Eichenwälder und Wasser waren über Jahrhunderte hinweg die Voraussetzung für eine erfolgreiche Lederindustrie, welche die Stadt Sankt Goar bestens erfüllte. Das Vieh weidete auf den Wiesen am Rhein und in den Seitentälern, die Eichenwälder reichten am steilen Rheinhang bis unmittelbar an die Stadtgrenzen heran und Wasser floss der Stadt über verschiedene Seitenbäche zu. Mehrere Jahrhunderte bildeten daher Lohgerbereien eine der Haupterwerbsquellen der Stadt. Die Häute der Tiere wurden von den Gerbern mittels der aus Eichenrinde gewonnenen Lohe unter ständigem Wässern zu Leder verarbeitet. Das Trocknen der gegerbten Häute erfolgte auf den Lohspeichern, die als mächtige Gebäude Jahrhunderte das Stadtbild prägten. Die Sankt Goarer Lederwaren wurden mit Schiffen und später mit der Bahn vertrieben und hatten einen hervorragenden Ruf. Mit der Entdeckung synthetischer Gerbstoffe und der Einführung der Chromgerbung verlor die Sankt Goarer Lederindustrie an Bedeutung, in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellten die letzten Firmen ihren Betrieb ein.

Die Napp'sche Gerberei
In der Oberstraße siedelte sich um 1780 die Familie Napp mit ihrer Gerberei an, wobei sie große Teile des kurz zuvor aufgelösten alten Kirchhofs bebaute. Der hier durch die Stadt fließende Wocherbach trägt seither auch den Namen Lohbach, da er mit seinem Wasser die Napp‘sche Lohgerberei versorgte.

(Stadtarchiv Sankt Goar, 2026)


Internet
www.stadt-st-goar.de: Stadtrundgang // Lohgerberei (abgerufen 22.06.2026)

Lohgerberei Oberstraße 27 in Sankt Goar

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Oberstraße 27
Ort
56329 Sankt Goar
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1777 bis 1780

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Stadtarchiv Sankt Goar (2026): „Lohgerberei Oberstraße 27 in Sankt Goar”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360286 (Abgerufen: 22. Juni 2026)
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