Die Töpferei Simon Lövenich
Die Töpferei Johann Lövenich
Quellen / Internet
Die Töpferei Simon Lövenich
Der Kannenbäcker Simon Lövenich betrieb laut Adressverzeichnis von 1795 an der Hauptstraße, Haus 39 eine Töpferei (Heeg 1994). Als er 1822 verstarb, erhielt zunächst seine Witwe Katharina Schaaf (Quelle: Lebenslauf von Johann Lövenich s.u.) die Grundstücke (LA NRW R 7207 / 1824). Diese erstreckten sich von der Hauptstraße, entlang der Judengasse bis hin zur Alte Straße.
LÖVENICH, SIMON „Kannenbäcker - 1752 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Peter L. und Agnes Preel, Sterbereg. 66/1822 - 1822 Sept. 22 stirbt zu Frechen, ebd.“ (Göbels 1971).
Die Töpferei Johann Lövenich
Um das Jahr 1836 sind als Eigentümer Johann und Peter Lövenich vermerkt (LA NRW R 7208 / 1836); um 1850 nur noch Johann Lövenich (LA NRW R 7210 / 1850/5).
Peter und Johann Lövenich, die Söhne Simon Lövenichs, waren ebenfalls Kannenbäcker. Während Johann Lövenich die väterliche Töpferei übernahm, ließ Peter Lövenich 1838 einen Kannenofen in der Klarengasse errichten (StaF 189 / 26f) und lebte um 1850 laut Handwerkerliste in Haus 136 (StaF 182 / 21), in der Nähe seines Ofens.
LÖVENICH, JOHANN „Töpfer und Kannenbäcker - 1792 geb. zu Frechen, Sohn des Kannenbäckers Simon L. und der Katharina Schaaf, Sterbereg. 149/1854 - 1822 Sept. 22 zeigt den Tod des Vaters an, ebd. 66/1822 - 1831 Nov. 23 heir. Christina Geuer, Tochter des Töpfers Bernhard G., 24 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 15/1831 - 1836 Aug. 28 zeigt den Tod der Schwiegermutter an, Sterbereg. 80/1836 - 1842 Apr. 25 zeigt den Tod des Sohnes Audomarus Peter an, ebd. 39/1842 - 1844 Nov. 16 wird vom Bürgermeister mit fünf Silbergroschen Strafe belegt, weil er den Bachlauf vor seinem Hause Nr. 43 nicht reinigte, StaF Akt. 2 fol. 44 - 1845 stellt den Antrag, hinter seinem Hause einen seit 1817 stehenden Kannenofen reparieren zu dürfen, StaF Akt. 189 fol. 50 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1852 Jan. 11 zeigt den Tod des Bruders, Kannenbäcker Peter L., an, Sterbereg. 2/1852 - 1854 Nov. 4 stirbt zu Frechen, ebd. 149/1854“ (Göbels 1971).
Johann Lövenich beantragte 1845, den im Jahr 1817 hinter seinem Hause errichteten Kannenofen reparieren zu dürfen und ist in zwei Handwerkerlisten erwähnt unter der Hausnummer 43 (1850) (StaF 182 / 21) sowie Nummer 44 (1856) (StaF 187 / 21f). Johann Lövenich verstarb am 4. November 1854.
Am 14.01.1861 wurde eine Liquidationsanzeige veröffentlicht, in der neben Ackerland auch die Grundstücke Johann Lövenichs an der Judengasse, Flur Z 641 a, 641 b, 641c und 837/642 öffentlich versteigert werden sollten. Als Klägerpartei wurden aufgeführt: 1) die Witwe Christine Lövenich, geb. Geuer, 2) Eheleute Mathias Hürtgen (Schwager von Johann Lövenich), 3) Eheleute Joseph Heckmanns (Schwager von Johann Lövenich), 4) Töpfer Simon Lövenich gegen den Töpfer und Ackerer Andreas Lövenich, „in seiner Eigenschaft als Nebenvormund und bei dem collidierenden Interesse der Hauptvormünderin als gesetzlicher Vertreter der in der Ehe der Christine Geuer mit dem verstorbenen Johann Loevenich gezeugten und noch minderjährigen Kinder Anna Catharina und Johann Loevenich“ (Kölnische Zeitung vom 14.01.1861).
Der Töpfer Andreas Lövenich betrieb seine Töpferei im Haus Nr. 44 (1850, StAF 182/21) bzw. 45 (1856, StAF 187/21), welche sich auf den Grundstücken Simon Lövenich befanden, die an die Alte Straße grenzte. Ein Haus mit Baumgarten war um 1839 von Simon Lövenich auf Andreas Lövenich übergegangen (Z 644/2 und 644a, LA NRW R 7209 / 10). Den gegenüberliegenden Kannenofen (Flur Z 643) verkaufte Johann Lövenich um das Jahr 1850 auch an Andreas Lövenich (LA NRW R 7210 1850 /6). In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Andreas Lövenich zu Simon oder Johann Lövenich stand, ist bislang unbekannt.
Laut Grundsteuerfortschreibungsverhandlungen gingen die Grundstücke des Johann Lövenich (Z 641a, 641b und 641c) im Zuge des Liquidationsverfahrens am 23.3.1861 an Johanns Sohn Simon Lövenich für 565 RM (LA NRW R 7212 / 1863 /9). Dieser gründete am 30.07.1867 zusammen mit Johann Geusgen und Johann Matthias Hürtgen das 'Kannenbäckergeschäft 'S. Loevenich & Comp.' (Jacob & Schulte 2006, S. 37).
Von den Töpfereien sind keine obertägigen Reste erhalten.
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftpflege, 2026)
Quellen / Internet
- Jacob, Sabine & Schulte, Klaus-Erich (2006): Vorfahren und Nachkommen des Unternehmers Jakob Cremer und seiner Frau Gertrud Hendrickx. (unveröff. Familienchronik)
- Kölnischen Zeitung vom 14.01.1861: Liquidationsanzeige (abgerufen am 29.09.2025)
- LA NRW R 7207 / 1824 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- LA NRW R 7208 / 1836 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- LA NRW R 7210 / 1850/5 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- LA NRW R 7210 / 1850/6 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- LA NRW R 7212 / 1863/9 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- StaF 182/21 (Stadtarchiv Frechen)
- StAF 187/21f (Stadtarchiv Frechen)
- StaF 189/26f (Stadtarchiv Frechen)