Marienkapelle in Adenau

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Fachsicht(en): Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Adenau
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 23′ 0,24″ N: 6° 55′ 33,23″ O 50,3834°N: 6,9259°O
Koordinate UTM 32.352.546,52 m: 5.583.316,50 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.565.896,85 m: 5.583.464,96 m
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    Marienkapelle in Adenau (2026)

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Die Marienkapelle ist Maria, der Mutter Jesu, der Gottesmutter, geweiht. Eine Marienkapelle steht schon seit vielen 100 Jahren an dieser Stelle. Der Vorgängerbau wurde 1753 der schmerzhaften Gottesmutter geweiht. Schon das Äußere der Kapelle lässt erkennen, dass sie im neugotischen Stil errichtet ist. Dieser Stil greift auf mittelalterliche Formen zurück und erinnert damit an eine Blütezeit christlicher Religiosität und Theologie. Entworfen wurde die Kapelle vom Architekten Casper Clemens Pickel aus Düsseldorf. Der Grundstein wurde am 1. August 1893 gelegt. Das vollendete Gotteshaus wurde am 20. Mai 1895 eingeweiht. Das Portal, das in eine Vorhalle führt, wird von zwei Türmen flankiert. Auf dem zentralen Pyramidendach sitzt ein Dachreiter mit einer Glocke, der 31 Meter in die Höhe ragt.

Durch die Vorhalle gelangt man bis zum Gitter, von dem aus die Besonderheit des Kapellenraums zu sehen ist: Er ist als Zentralbau angelegt. Ein Gleichseitiges Sechseck wird von Kapellen umsäumt. Diese Bauform ist in der westlichen Kirchenbautradition recht selten. Der Grundriss erinnert an eine Rosenblüte und damit an eine Blume, die traditionell eng mit der Marienverehrung verbunden ist. Die Adenauer Marienkapelle ist der einzige von Architekt Pickel verwirklichte Zentralbau. Große Maßwerkfenster lassen viel Licht ins Innere. Das Licht der Fenster taucht den Raum in ein fast mystisches Blau und Rot.

Den Raum überspannt ein Sterngewölbe. Die Kapitelle, die Schlusssteine, die Maßwerkfenster, sowie die Kreuzblume über den Giebel schuf der Düsseldorfer Steinmetz Theodor Haake.
Architekt Caspar Clemens Pickel hat nicht nur das Gebäude, sondern auch die komplette Ausstattung entworfen. Daher ist die Marienkapelle ein neugotisches Gesamtkunstwerk, das weitgehend seine Vollständigkeit bewahrt hat.
Die von Pickel entworfenen Fußbodenfließen lieferte die Mosaikplatten- und Tonwarenfabrik aus Sinzig.

Im Altaraufsatz ist die Grablegung Jesu zu sehen. Maria ist unter den Menschen, die den Gekreuzigten ins Grab legen. Dies ist der Abschluss einer Bilderfolge, die die 7 Schmerzen Mariens zeigt. Sie beginnt rechts vom Altar mit der Darstellung Jesu im Tempel zu Jerusalem. Reliefs in aufwendig geschnitzten Rahmen zeigen weiterhin die Flucht nach Ägypten, den zwölfjährigen Jesus unter den Lehrern im Jerusalemer Tempel, die Begegnung von Maria und Jesus auf dessen Kreuzweg, Maria und Johannes unter dem Kreuz Jesu, die Abnahme Jesu vom Kreuz und Maria, die den toten Leib ihres Sohnes auf dem Schoß hält.
Zwei weitere Reliefs an den Wänden der Kapelle zeigen den Tod von Josef, dem Pflegevater Jesu, und die Entschlafung der Gottesmutter.

Die Wandmalereien schuf Fritz Hoegen 1899. Die Sockelzone wird von gemalten Wandteppichen bedeckt. Im Zentralraum ist ein Granatapfelmuster zu sehen, im Chor das Marienmonogramm. In den Gewölbefeldern sind Blumenranken zu sehen. Rose, Iris und Madonnenlilie weisen auf die Gottesmutter hin.
Nicht mehr vorhanden sind die ursprünglichen Bleiglasfenster die in der Neujahrsnacht 1945 durch Fliegerbomben zerstört wurden. Das Chorfenster mit der Darstellung der Marienkrönung wurde 1951 in Bad Neuenahr angefertigt.
Ebenso fehlt die Kommunionbank, die nach 1945 entfernt wurde.
1987 wurde die Marienkapelle saniert. Heute wird sie von Ehrenamtlichen liebevoll gepflegt und steht für Besichtigung, ein kurzes Innehalten, das Anzünden einer Kerze und das Gebet offen. Zu besonderen Anlässen werden auch Gottesdienste in der Marienkapelle gefeiert.

Kulturdenkmal
Zur Marienkapelle in Adenau findet sich ein Eintrag im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Ahrweiler (Stand Juni 2026). Der Eintrag lautet:
„Hauptstraße 20
Marienkapelle, neugotischer Zentralbau, 1893/95, Architekt Clemens Pickel, Düsseldorf“

(Pfarrer Rainer Justen, Adenau, 2026)

Marienkapelle in Adenau

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 20
Ort
53518 Adenau
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, Archivauswertung

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Empfohlene Zitierweise
Pfarrer Rainer Justen: „Marienkapelle in Adenau”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360274 (Abgerufen: 16. Juni 2026)
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