Töpferei Theodor Schaaf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 31,68″ N: 6° 48′ 49,24″ O 50,9088°N: 6,81368°O
Koordinate UTM 32.346.293,78 m: 5.641.959,82 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.557.273,45 m: 5.641.816,39 m
Im Jahr 1851 beantragte der Kannenbäcker und Töpfer Theodor Schaaf, Sohn des Töpfers Christian Schaaf, in der Breitegasse hinter seinem Haus Nr. 438a, einen Töpferofen anlegen zu dürfen. Laut dem der Konzession beigefügten Situationsplan handelte es sich um die Grundstücke Flur Z Nr. 246, 248 und 249 (LA NRW R 8849). Als Eigentümer der Grundstücke ist Christian Schaaf vermerkt, der diese seinem ältesten Sohn Theodor zur Verfügung stellte, damit dieser dort die Töpferei Theodor Schaaf einrichten konnte.

Aufgrund seiner Armut plante Theodor Schaaf einen kleinen Ofen. Mit seinen Maßen von 8-10 Fuß Länge (ca. 3,2 Meter) wurde er in den Akten als „Öfchen“ bezeichnet (StaF 189 fol. 88). Da er anstelle von Mauerwerk von Fachwerk umgeben war, wurde seine Inbetriebnahme zunächst nicht gestattet. Schließlich erhielt er am 28.06.1851 die Erlaubnis, unter bestimmten Bedinungen den Ofen zu nutzen (StaF 189 fol 89).

Theodor Schaafs Lebensdaten lauten nach Göbels (1971):
SCHAAF, THEODOR Kannenbäcker, Töpfer - 1806 März 24 geb. zu Frechen, Sohn des Kannenbäckers Christian Sch. und der Anna Maria Stark, Geburtsreg. 51/1806 - 1834 Nov. 26 heir. Johanna Amalie Horn, 22 Jahre alt, aus Solingen, Traureg. 42/1834 - 1842 Mai 15 zeigt den Tod der Tochter Anna Maria an, Sterbereg. 48/1842 - 1850 in einer Handwerkerliste aufgeführt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1851 baut wegen seiner Armut nur einen kleinen Ofen von zehn Fuß Länge (ca. 3,20 m), StaF Akt. 189 fol. 88 f - 1853 es arbeitet bei ihm sein 13jähriger Sohn Heinrich, StaF Akt. 191 fol. 3 - 1858 eröffnet ‚am Sandberg“ eine Sandgrube; später klagt er beim Bürgermeister, weil diese mutwillig zerstört worden sei, StaF Akt. 195 fol. 37 - 1861 hat die Töpferei aufgegeben, StaF Akt. 182 fol. 125 - 1869 Okt. 24 stirbt zu Frechen, Witwer, Sterbereg. 149/1869„.

Als im Jahr 1852 der Kaufmann Heinrich Eduard Sticker die erste Steinzeugfabrik Frechens im Töpfereibetrieb seines Vaters nebenan eröffnete, annoncierte Theodor Schaaf am 23.01.1853 folgenden Text in der Kölnischen Zeitung:
“Nachdem H. E. Sticker die Maschinen, Waaren, u. s. w. der bisher im Weiherhof zu Frechen unter der Firma Theodor Schaaf bestandenen Maschinen=Thon= und Steingut=Töpferei an sich gebracht hat, habe ich eine neue derartige Fabrik in meiner Wohnung zu Frechen errichtet. Ich empfehle hiermit die Fabricate dieses neuen Etablissements mit dem Bemerken, daß alle Bestellungen auf Muster in kürzester Frist bestens ausgeführt werden. Zugleich mache ich darauf aufmerksam, wie ich, um den vielfach gerügten Uebelstand, daß die meisten früher abgelieferten Thonröhren bei einem Drucke von zwei Atmosphären sprangen, zu beseitigen, die geeigneten Vorkehrungen getroffen habe, daß die für Gas= und Wasserleitung bestimmten Röhren, die ich jetzt anfertige, den Druck von drei Atmosphären ertragen können. Theodor Schaaf„.

Nach dem Tod seiner Eltern wurden die Grundstücke des Weyerhofs 1857 zum Verkauf ausgeschrieben. Eduard Sticker wollte seinen Betrieb nach Köln verlegen und Theodor Schaaf (wohnhaft in Haus 498) kaufte die elterliche Töpferei “Christian Schaaf„ nebenan mit den Grundstücken Z 251, 252, 254, 255 für 1885 Taler (LA NRW R 7212 / 1859 / 3).

Die Grundstücke der Töpferei Theodor Schaaf Z 246, 248 und 249 gingen um 1859 von Christian Schaaf senior an seinen Sohn, den Töpfer Peter Schaaf junior (wohnhaft in Haus 501) für einen Preis von 610 Talern (LA NRW R 7212 / 1859 / 3).
Peter Schaafs Lebensdaten lauten nach Göbels (1971):
“SCHAAF, PETER Töpfer, Kannenbäcker - 1812 Febr. 26 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Christian Sch. und der Anna Stark, Geburtsreg. 21/1812 - 1837 Juni 16 macht eine Zeugenaussage vor dem Bürgermeister betreffend eine Schlägerei, StaF Akt. 246 fol. 250 - 1855 Apr. 19 zeigt den Tod des Vaters an, Sterbereg. 67/1855 - 1856 Dez. 30 zeigt den Tod der Mutter an, ebd. 144/1856„.
Ob und wie lange Peter Schaaf hier auch produzierte, ist unklar. Im Jahr 1859 stellte er den Antrag, auf seinem am Kirchengassen-Wege in der Flur Frechen C Nr. 186 (heute: Hüchelner Straße) gelegenen Grundstücke einen Kannenofen anzulegen (StAF Akt. 189, Fol 134, 1859). Dieses Flurstück befand sich jedenfalls nicht standortnah in der Breitestraße.

Bereits 1864 eröffnete Adolph Bauer an dieser Stelle seine Steinzeugfabrik. Möglicherweise pachtete er die Flächen und Gebäude von Peter Schaaf, bis dieser schließlich im Jahr 1880/81 die Grundstücke Z 246, 920/247, 921/247, 248, 922/247, 923/248, 249 an den Steinzeugfabrikanten Adolph Bauer verkaufte (LA NRW R 7215 / 1880/81 / 12).

Von der Töpferei und der Steinzeugfabrik sind obertägig keine baulichen Reste erhalten.

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

Quellen
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
  • LA NRW R 8849
  • LA NRW R 7212 / 1859 / 3
  • LA NRW R 7215 / 1880/81 / 12
Stadtarchiv Frechen
  • StaF 189 fol. 88
  • StaF 189 fol 89
  • StAF 189, Fol 134
zeitpunkt.nrw: Kölnische Zeitung vom 23.01.1853 (abgerufen am 15.09.2026)

Literatur

Göbels, Karl (1971)
Rheinisches Töpferhandwerk. gezeigt am Beispiel der Frechener Kannen-, Düppen- und Pfeifenbäcker. o. O.

Töpferei Theodor Schaaf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Breitestraße
Ort
50226 Frechen / Deutschland
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1829, Ende 1864

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„Töpferei Theodor Schaaf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360229 (Abgerufen: 18. September 2026)
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