Wassermühle
Die ursprüngliche, zum Kloster gehörende Mühle wurde vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut. Sie soll näher an der Heerstraße (heute Bundesstraße) gelegen haben als die spätere Mühle. Der Klostervogt Michael Wehber erhielt sie 1653 zum Lehen. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die alte Mühlenanlage abgerissen.
Das bestehende Mühlengebäude wurde 1739 erbaut. Seit 1838 gab es einen Mühlengang für Weizen. Die älteste erhaltene Urkunde zum Mühllehen und Staurecht datiert von 1840. Diese Rechte wurden in den folgenden Jahren immer wieder erneuert. Gemahlen wurde das Getreide aus Himmelpforten, Ramels, Ochsenpohl, Löhe, Burweg, Borstel, Düdenbüttel, Hammah, Hammahermoor, Mittelsdorf und Blumenthal.
Das Gebäude besteht aus Fachwerk, wurde aber im Laufe der Zeit stark verändert. Bei einem Hochwasser 1935 wurden das Wehr und das Antriebsrad zerstört. Da zwischenzeitlich die Windmühle errichtet worden war, verzichtete man 1958 auf das Staurecht in einer Vereinbarung zwischen der Kuhlaer Wassergenossenschaft und dem Mühlenbesitzer Wehber, der Betrieb der Wassermühle war somit eingestellt. 1965 befand sich dort ein Turbinen- und Motorbetrieb.
Das Werk wies zwei Mühlenräder im Bach auf, die versetzt angeordnet waren (Plan von 1778). In der Mühle gab es einen Gang zum Schroten von Getreide und einen Mahlgang für Weizen- und Roggenfeinmehl.
Südlich der Mühlenstraße liegt der Mühlenteich mit einer Wehranlage im Bereich der Straße. Der Unterlauf nördlich der Straße ist teichartig erweitert.
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WindmühleWestlich des Horsterbecks steht der Galerieholländer von 1871. Der Unterbau ist rechteckig in vier Geschossen, mit einem Mittelrisalit, der sich im achteckigen Galeriegeschoss fortsetzt. Türen und Fenster weisen eine spätklassizistische Gestaltung auf. Die bewegliche Haube hat einen achteckigen Grundriss.
Ursprünglich waren die Flügel mit Segeln bespannt, die bei einem Sturm eingeholt werden mussten. Diese ersetzte man durch Klappen, die man von der Galerie aus umstellen konnte. Die Mühle verfügte über drei Schrotgänge, einen Mahlgang für die Feinmüllerei und einen Spitzgang zum Schälen des Getreides.
Um von Wind und Wetter unabhängiger zu sein, baute man 1907 eine Dampfmaschine ein. Danach musste man zur Vermeidung der Brandgefahr das Strohdach durch ein Zinkblechdach ersetzen. Die Dampfmaschine tauschte man 1923 gegen einen Benzinmotor mit 20 PS. Diesen wiederum ersetzte man Ende der 1920er Jahre gegen einen Dieselmotor mit 25 PS (zum Vergleich: das Windrad kann eine Leistung bis zu 60 PS erreichen). Zugleich wurde der Antrieb mit Windkraft beibehalten, die Motoren nur hilfsweise eingesetzt.
Ein Sturm beschädigte 1937 die Flügel und die Windrose. Sie wurden nicht wieder aufgebaut, der Mühlenbetrieb konnte zunächst nur mit dem Dieselmotor fortgeführt werden. Wegen der Einsparungen während des Zweiten Weltkrieges setzte man Elektromotoren ein.
In den 1950er Jahre stellte man den Betrieb auf moderne Maschinen um, so dass die Tagesleitung auf dreizehn Tonnen gesteigert werden konnte. Zugleich renovierte man die gesamte Mühle wegen der vorhandenen Schäden aus vergangenen Zeiten.
Der Mühlbetrieb wurde 1971 eingestellt. Die Mühle diente danach als Lagerraum, bis sie 1986 grundlegend restauriert wurde. Heute wird sie gastronomisch und für Ausstellungen genutzt. Die Familie Wehber bewirtschaftet die Anlage in der 12. und 13. Generation.
(Claus Weber, Redaktion KuLaDig, 2026)
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Hinweise
Beide Mühlen sowie Mühlenteich und Mühlengraben sind geschützte Denkmale (Gruppe baulicher Anlagen): Mühlenanlage Himmelpforten, abgerufen 13.5.2026)
Die beiden Mühlen sind Stationen der Niedersächsischen Mühlenstraße.
Quelle
Festschrift zum Mühlenfest 1986 (online: www.wehbersmuehle.de, abgerufen 14.5.2026).
Internet
de.wikipedia.org: Wehbers Mühle (abgerufen 13.5.2026)
www.wehbersmuehle.de: Mühlen-Historie (abgerufen 13.5.2026)
www.niedersaechsische-muehlenstrasse.de: Windmühle Himmelpforten (abgerufen 13.5.2026)
www.niedersaechsische-muehlenstrasse.de: Wassermühle Himmelpforten (abgerufen 13.5.2026)