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Drususbrücke
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Blick zum linken Naheufer (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Blick auf das linke Naheufer abwärts der Brücke (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, stromabwärtige Brückenseite (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Brückengewölbe und Eisbrecher an der stromaufwärtigen Brückenseite (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Blick über die Eisbrecher zum linken Naheufer (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Brückengewölbe am rechten Ufer (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Blick zum linken Naheufer (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Blick naheaufwärts (2026)
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Drususbrücke über die Nahe in Bingen, Info-Tafel an der Brücke (2026)
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Die Drususbrücke gilt als die älteste erhaltene Steinbrücke Deutschlands. Sie überspannt die Nahe kurz vor deren Mündung in den Rhein und bildet einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen dem Mittelrheingebiet, Rheinhessen und dem Hunsrück. Der Name „Drususbrücke“ geht auf den römischen Feldherrn Nero Claudius Drusus zurück, der um 12 bis 9 v. Chr. Feldzüge in Germanien führte. Eine direkte Zuschreibung des Bauwerks an Drusus ist historisch nicht gesichert; vielmehr entstand die steinerne Brücke erst im Verlauf des 11. Jahrhunderts n. Chr., und der Name ist erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich. Der Name ist daher eher Ausdruck lokaler Traditionsbildung und historischer Erinnerungskultur als ein archäologisch gesicherter Befund.
Konstruktiv handelt es sich um eine mehrbogige Steinbrücke mit frühneuzeitlichen Veränderungen. Der Kernbau bestand aus sorgfältig gesetztem Bruch- und Werksteinmauerwerk mit fünf massiven Strompfeilern. Charakteristisch sind die halbkreisförmigen Gewölbebogen, deren Lasten seitlich in die Pfeiler abgeleitet wurden.
Im Mittelalter blieb die Brücke ein zentraler Verkehrsweg und musste wiederholt instandgesetzt werden. Besonders Hochwasser der Nahe beschädigte die Pfeiler regelmäßig, weshalb zahlreiche Reparaturen dokumentiert sind. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts sowie in den napoleonischen Kriegen erlitt das Bauwerk ebenfalls Schäden. Mehrfach wurden einzelne Bögen erneuert oder in veränderter Form wiederaufgebaut.
Architektonisch wirkt die Brücke ausgesprochen monumental. Die schweren Pfeiler mit ihren Eisbrechern dienten neben ihren statischen Aufgaben dazu, Treibgut und Strömungskräfte abzuleiten. Die 126 Meter lange Fahrbahn steigt zur Brückenmitte hin leicht an und folgt damit der traditionellen Form historischer Bogenbrücken. Die Materialwirkung des regionalen Natursteins verbindet das Bauwerk optisch eng mit der Landschaft des Mittelrheins. Anders als viele moderne Verkehrsbauten besitzt die Drususbrücke keine streng technische Erscheinung, sondern zeigt den für mittelalterliche Ingenieurbauten typischen Zusammenhang von Konstruktion, Dauerhaftigkeit und handwerklicher Steinbearbeitung.
Heute dient die Brücke vor allem dem lokalen Verkehr und gilt zugleich als bedeutendes Kulturdenkmal. Ihre besondere historische Bedeutung liegt in der außergewöhnlichen Kontinuität der Nutzung: Über viele Jahhrhundert blieb an derselben Stelle ein Flussübergang erhalten. Damit dokumentiert die Drususbrücke eindrucksvoll die langfristige Prägung der europäischen Verkehrslandschaften und gehört zu den wichtigen technischen Denkmalen am Mittelrhein.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation
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