Vorgeschichtliche Gräberfelder im Hegeholz bei Ketelsby

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Boren
Kreis(e): Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 35′ 44,45″ N: 9° 49′ 16,05″ O 54,59568°N: 9,82112°O
Koordinate UTM 32.553.052,41 m: 6.050.110,64 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.553.141,62 m: 6.052.091,78 m
Am nordöstlichen Rand des Lindauer Noores erhebt sich, von der nahen Schlei besonders gut sichtbar, ein hoher, beherrschender, mit Bäumen bewachsener Geländesporn. Im so genannten Hegeholz liegen 45 Grabhügel, die auf kleinen Wegen umrundet werden können.

Inmitten der Grabhügelgruppe befinden sich in hoher Lage die Reste eines jungsteinzeitlichen Langbettes (4100 bis 1700 vor Christus). Nahe des Ostendes ist eine hügelartige Erhöhung zu erkennen, vielleicht der ehemalige Standort der Kammer. Die Anlage ist etwa 35 Meter lang bei einer Breite von 6 Metern. Ernst Sprockhoff konnte 1956 noch fünf Umfassungssteine an der nördlichen und zehn an der südlichen Langseite feststellen. Ein im Osten liegender Stein könnte von der östlichen Schmalseite stammen. An der Nordostecke weist das Langbett eine Störung auf, in der Mitte quert ein Schützengraben von 1944/45 das Grab.
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Die restlichen 44 Grabhügel verteilen sich im Wesentlichen auf zwei markante Geländesporne. Auch heute noch sind viele dieser Grabhügel mit unterschiedlichen Ausmaßen deutlich im Gelände sichtbar. In den 1970er Jahren wurden drei dieser Hügel untersucht, doch nur einer barg einige sehr schlecht erhaltene Eisengegenstände, die vermutlich in die Wikingerzeit datiert werden können.
Bei einem Hügel wurde ein stelenartiger Stein gefunden; wahrscheinlich kennzeichneten so genannte „Bautasteine“ (lange, unbehauene und aufrecht stehende Steine/Menhire), die in der Wikingerzeit oft zusätzlich die Gräber markierten, auch noch die anderen Hügel.
Wie auch das Gräberfeld von Thumby-Bienebek wurde das Gräberfeld im Hegeholz an einer prominenten Geländestelle errichtet, damit die Gräber auch schon von weither sichtbar waren. So boten die Hügel sicher auch den Schiffsreisenden auf der Schlei einen imposanten Anblick. Die zugehörige Siedlung oder Siedlungen lagen vermutlich nahe der Schleiniederung.
(Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) / Claus Weber, KuLaDig-Redaktion und Vertrauensmann für KuLaDig in Schleswig-Holstein, 2026)

Hinweis
Das Gräberfeld von Ketelsby ist getragenes Kulturdenkmal (Bodendenkmal, diverse Objekt-Nummern).
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Internet
www.megalithic.co.uk: The megalithic portal: Hegeholz Grabhuegelfeld (abgerufen 12.04.2026)
www.megalithic.co.uk: The megalithic portal: Ketelsby Langbett (abgerufen 12.04.2026)
opendata.schleswig-holstein.de: Denkmalliste unbeweglicher archäologischer Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein (abgerufen 11.05.2026)

Literatur

Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) S. 198-199, Stuttgart.
Sprockhoff, Ernst / Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts (Hrsg.) (1966)
Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 1: Schleswig-Holstein. Bonn.

Vorgeschichtliche Gräberfelder im Hegeholz bei Ketelsby

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hegeholz
Ort
24392 Boren - Ketelsby
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG SH 2015 (in Denkmalliste eingetragen)
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn -4100 bis -2800

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Empfohlene Zitierweise
„Vorgeschichtliche Gräberfelder im Hegeholz bei Ketelsby”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360075 (Abgerufen: 12. Mai 2026)
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