Im Innenraum sind durch Abbruch des Chorbogens in der Barockzeit Schiff und Chor zu einem gemeinsamen Predigtraum verschmolzen. Das dreiteilige Altarretabel im Renaissance-Stil zeigt Gemälde in Öl auf Holz von 1772. Der Maler war wohl der Flensburger Friedrich-Wilhelm Petersen. Mittig befindet sich ein Gemälde des Abendmahls, seitlich die von Säulen flankierten Gemälde der Himmelfahrt und der Auferstehung, die von 1784 stammen. Der von Ranken und Blüten durchzogene Aufsatz sowie die Stützen neben der Schrifttafel datieren von 1905. Der spätgotische Aufsatz vom Anfang des 16. Jahrhunderts zeigt ein Kruzifix aus Holz vor goldenen Strahlen. Das Brettkreuz besitzt quadratische Endscheiben mit den Namen der Evangelisten.
Die in Weiß gehaltenen Altarschranken mit goldfarben abgesetzten Girlanden sind klassizistisch vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Orgel von 2009. An der Nordwand des Langschiffes hängt ein großes Kruzifix vom Ende des 15. Jahrhunderts.
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Die Kirche von Taarstedt gehört zu den wenigen, die einen Rest vorreformatorischer Ausstattung mit Nebenaltären bewahrt haben. Bemerkenswert ist die romanische Granittaufe (Taufstein) aus dem 12. Jahrhundert, die pokalförmig auf einem Würfelkapitell sitzt. Die Kuppa (Schale) weist Reste gemalter gotischer Spitzbögen auf. Die wunderbar verzierte innere Taufschale stammt allerdings aus dem Jahre 1680.
In Taarstedt hat sich einer der wenigen Seitenaltäre in Schleswiger Dorfkirchen erhalten, heute an der Nordwand des Chorraumes. Im Holzschrein stehen drei aus Eichenholz geschnitzte Holzfiguren auf Konsolen. In der Mitte die Figur der Anna selbdritt, rechts der heilige Dionysius von Paris mit seinem abgeschlagenen Kopf in der Hand und links ein unbekannter heiliger Bischof. Die Figuren waren einst farbig gefasst. Das Werk stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Schon seit dem 17. Jahrhundert sind die beiden Kirchengemeinden Brodersby und Taarstedt durch eine gemeinsame Pfarrstelle miteinander verbunden, und auch die beiden Kirchen sind in ihrem Habitus ähnlich.
(Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) / Claus Weber, KuLaDig-Redaktion und Vertrauensmann für KuLaDig in Schleswig-Holstein, 2026)
Hinweis
Kirche, Kirchhof, Lindenkranz und Feldsteinwall sind geschützte Kulturdenkmäler (Baudenkmal, Objekt Nr. 26410).
Internet
de.wikipedia.org: St.-Annen Kirche (Taarstedt) (abgerufen 24.3.2026)
www.kirchenkreis-schleswig-flensburg.de: Beschreibung der Kirche auf der Seite des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg (abgerufen 24.3.2026)
efi2.schleswig-holstein.de: Denkmaldatenbank Schleswig-Holstein: Sachgesamtheit: Kirche Taarstedt (abgerufen 24.3.2026)
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