Kremershammer am Burgholzbach in Wuppertal-Cronenberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Wuppertal
Kreis(e): Wuppertal
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 12′ 40,88″ N: 7° 06′ 37,13″ O 51,21135°N: 7,11031°O
Koordinate UTM 32.368.009,91 m: 5.675.025,64 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.577.628,95 m: 5.675.745,99 m
  • Kremershammer an Burgholzbach in Wuppertal-Cronenberg (2026)

    Kremershammer an Burgholzbach in Wuppertal-Cronenberg (2026)

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Der Kremershammer liegt im Tal des Burgholzbaches unmittelbar vor dessen Mündung in die Wupper. Er gehört zu den zahlreichen wassergetriebenen Hammerwerken, die seit dem Spätmittelalter die wirtschaftliche Entwicklung des Bergischen Landes prägten und insbesondere für die Herstellung von Schneidwaren von zentraler Bedeutung waren.

Die Entstehung des Kremershammers ist im Zusammenhang der frühneuzeitlichen Protoindustrialisierung des Bergischen Landes zu sehen. Spätestens im 17. Jahrhundert lassen sich an dieser Stelle Hammerwerke nachweisen, die die Wasserkraft des Burgholzbaches nutzten. Über ein System aus Stauteichen, Gräben und Wasserrädern wurde die Bewegungsenergie auf schwere Fallhämmer (z. B. Schwanzhämmer, Federhämmer) übertragen, mit denen Rohlinge aus Stahl ausgeschmiedet wurden. Die Lage kurz vor der Mündung in die Wupper war dabei kein Zufall: Hier stand ein vergleichsweise konstantes Wasserdargebot - auch wegen mehrerer Stauteiche oberhalb des Hammers - zur Verfügung, das einen kontinuierlichen Betrieb ermöglichte.

Der Name „Kremershammer“ verweist auf eine Betreiber- oder Eigentümerfamilie, wie es im Bergischen Raum häufig der Fall war. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurde das Werk mehrfach umgebaut und technisch angepasst. Neben dem klassischen Reckhammerbetrieb sind auch Verfeinerungs- und Schleifprozesse anzunehmen, die im Verbund mit anderen Betrieben entlang der Wupper stattfanden. Die enge funktionale Verflechtung von Hammerwerken, Schleifkotten und Handelsstrukturen bildete die Grundlage für den internationalen Ruf der Solinger Klingenindustrie.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert verloren die kleineren, wassergetriebenen Hämmer zunehmend an Bedeutung. Dampfkraft und später elektrische Energie ermöglichten größere Produktionsmengen und flexiblere Standortwahl abseits der Bäche. Viele der traditionellen Hammerwerke wurden stillgelegt oder in andere Nutzungen überführt. Auch der Kremershammer dürfte in diesem Zusammenhang seinen ursprünglichen Produktionsbetrieb im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert eingestellt haben.

Heute ist der Standort Teil der historischen Kulturlandschaft des Burgholzbachtales. Er steht exemplarisch für die vormoderne Gewerbestruktur des Bergischen Landes und verdeutlicht die enge Verzahnung von Naturraum und gewerblicher Nutzung. Erhaltene bauliche Reste und Geländestrukturen - etwa ehemalige Teichanlagen oder Fundamentbereiche - besitzen daher einen hohen industrie- und regionalgeschichtlichen Quellenwert.

Der Burgholzbach selbst ist ein kleiner, aber kulturlandschaftlich und wirtschaftsgeschichtlich bedeutsamer Nebenbach der Wupper. Der Bach bildet auf rund 3,3 Kilometern Länge ein typisches Kerbtal mit vergleichsweise starkem Gefälle (rund 150 Höhenmeter auf kurzer Strecke), das die Morphologie des umliegenden Waldgebietes prägt.

Charakteristisch sind ein tief eingeschnittenes, bewaldetes Bachtal, zahlreiche Nebenbäche und eine hohe Wasserführung bei gleichzeitig starkem Gefälle. Diese naturräumlichen Bedingungen bildeten die Grundlage für die intensive historische Nutzung.
Die Anlage des Kremershammers ist heute als Bodendenkmal geschützt (Eintragung 2006). Sichtbar sind Teile des Hammerteiches, mehrere ehemalige Teiche oberhalb des Hammers, Ober- und Untergraben sowie Fundamentreste des Gebäudes. Die Stelle gilt explizit als „Wüstung“, also vollständig abgegangener Gewerbestandort.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
www.wuppertal.de: Hammerwüstung, Obergraben, Hammerteich, Kremershammer 1- Bodendenkmal (abgerufen 06.08.2026)
www.wz.de: Erinnerung an Kremershammer aufgefrischt (abgerufen 06.08.2026)
chbv.de: Kremershammer: Neue Tafeln dank CHBV & Stadt (abgerufen 06.08.2026)
www.wz.de: Das ist die Geschichte des Burgholzbachs (abgerufen 06.08.2026)
de.wikipedia.org: Burgholzbach (abgerufen 06.08.2026)
www.youtube.com: Video „Altes Handwerk: Drei Schmiede zwischen Tradition und Moderne | Unter unserem Himmel“ (abgerufen 06.08.2026)

Literatur

Lunkenheimer, Ludwig / Landschaftsverband Rheinland, Landeskonservator (Hrsg.) (1990)
Schleifkotten, Mühlen und Hämmer an den Solinger Bächen. (Arbeitsheft 33.) Köln.

Kremershammer am Burgholzbach in Wuppertal-Cronenberg

Schlagwörter
Ort
Wuppertal - Cronenberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Karl Peter Wiemer: „Kremershammer am Burgholzbach in Wuppertal-Cronenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360034 (Abgerufen: 25. August 2026)
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