Die Dautenheimer Bembelsänger
Dautenheim ist ein Ortsteil von Alzey und dort wurden die Dautenheimer Bembelsänger als Sängergruppe der Fastnachtsabteilung des TV Dautenheim vor mehr als 40 Jahren in der Fastnachtkampagne 1974 gegründet. Die Bembelsänger sind in Rheinhessen und darüber hinaus bekannt. Fastnachtsauftritte im Raum Mainz und Wiesbaden gehörten von 1990 bis 2001 zum Jahresprogramm. Wer die Truppe nicht kennt, vermutet hinter dem Namen „Bembelsänger“ leicht einen brauchtumspflegenden Sängerverein, der mit Notenbuch und Vereins-Krawatte bestückt bei Festen aller Art dem deutschen Liedgut frönt. Viele in Rheinhessen wissen, dass das anders ist. Spätestens seit dem Sommer 1995, wo die Gruppe ihr erstes abendfüllendes Programm auf die Bühne brachte, nahmen auch Nicht-Fastnachter begeistert zur Kenntnis, dass ur-rheinhessische Gepflogenheiten und Bräuche kabarettistisch in Wort und Ton in Szene gesetzt werden können.
Selbstbeschreibung der Bembelsänger
Mit folgenden Zeilen stellen sich die Bembelsänger vor:
Mundart hot kaa Falte
50 Jahre Rheinhessen-pur
Gegründet hat sich die Truppe vor 50 Jahren
aus einer Fastnachtslaune heraus in Dautenheim,
damals war Heinz Schenk mit seinem „Blauen Bock“ Kult
- daher auch der Name Bembelsänger.
Damals begann man zu Dritt,
die heutige Besetzung besteht aus 12 Akteuren, alles
„UR-RHEINHESSEN“,
sieben Männer und fünf Frauen.
Die Programme, Lieder und Sketche haben nicht mehr viel
mit dem Ursprung und der Namensgebung zu tun.
Auf Ihren Gruppennamen legen sie jedoch größten Wert
gemäß dem Titelsong ihrer ersten von mittlerweile sieben CD's:
„Ich waas woher ich kumm“.
„Ur-Rheinhessisches in Wort und Ton“
ist das Markenzeichen der „Bembels“ auf der Bühne,
authentisch mit einem hohen Maß an Musikalität
in lauten und in leisen Tönen.
Wie kaum eine andere Gruppe verstehen es die
„KNERZJER“,
wie sie sich mittlerweise auch nennen,
den Rheinhessen '„auf's Maul“ zu schauen, die
„Rheihesse uff die Schipp“
und damit sich selbst „schonungslos
uff's Ärmche zu nemme“.
Weitere Informationen zum Ort
Alzeys Stadtstruktur im Bereich um die Hospitalstraße hat sich in knapp hundert Jahren komplett verändert. Dort, wo heute zwischen Selzgasse und Wilhelmstraße seit den 1980er Jahren moderne Häuser stehen, gab es bis Mitte des 20. Jahrhunderts einen Weinberg, Gärten und kleine alte Gebäude, um die der Altstadtverein zum Teil heute noch trauert. Erst mit dem Bau der Hospitalstraße wich der Platz neuen Wohnhäusern. Das Winzerfest und der Martinimarkt mussten auf den nahegelegenen Museumsplatz umziehen. Anstelle der an den Kaisergarten grenzenden alten Häuser der Lohgasse, der Judengasse und der heute gar nicht mehr existierenden Froschgasse, findet man heute die funktionalen Neubauten der 1980er und 1990er Jahre. Unter dem Platz waren seit den 1920er Jahren die Selz und ihre Nebenarme kanalisiert worden. In den 1970er und 80 Jahren versuchte der neu gegründete Altstadtverein ein Stück von der Selz wieder offen legen zu lassen, was aber aus technischen Gründen abgelehnt wurde.
Obwohl das Gebäude Hospitalstraße 17 noch recht jung ist, hat es bereits mehrere Nutzungen erfahren. Anfangs war es Supermarkt, anschließend chinesisches Restaurant und letztendlich nach größerem Umbau nunmehr das Weinhotel.
(Klaus Kübler; Doris Seibel-Tauscher, Alzey, 2025)