St. Petri Kirche in Rieseby

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Rieseby
Kreis(e): Rendsburg-Eckernförde
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 32′ 31,84″ N: 9° 48′ 49,17″ O 54,54218°N: 9,81366°O
Koordinate UTM 32.552.638,91 m: 6.044.151,84 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.552.728,09 m: 6.046.130,60 m
  • Kirche St. Petri in Rieseby (2018)

    Kirche St. Petri in Rieseby (2018)

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  • Kirche St. Petri in Rieseby, Altarraum (2013)

    Kirche St. Petri in Rieseby, Altarraum (2013)

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  • Kirche St. Petri in Rieseby, Antemensale - Verkleidung Altartisch (2013)

    Kirche St. Petri in Rieseby, Antemensale - Verkleidung Altartisch (2013)

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  • Kirche St. Petri in Rieseby, Innenraum (2013)

    Kirche St. Petri in Rieseby, Innenraum (2013)

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  • Kirche St. Petri in Rieseby, Innenraum (2016)

    Kirche St. Petri in Rieseby, Innenraum (2016)

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  • Kirche St. Petri in Rieseby, Taufbecken (2013)

    Kirche St. Petri in Rieseby, Taufbecken (2013)

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Die Kirche von Rieseby liegt von Bäumen gesäumt in zentraler Dorflage. Sie wurde 1220/1230 aus Backstein auf einem Feldsteinsockel errichtet und erfuhr seither mehrere Neuerungen und Ergänzungen.

Schleswiger Bischöfe, die im 13. und 14. Jahrhundert eine befestigte Burg auf Stubbe (heute Gut Stubbe) hatten und von dort Abgaben aus dem Schwansener Land per Schiff nach Schleswig bringen ließen, sollen den Bau einer Kirche in Rieseby veranlasst haben.
Das geräumige Kirchenschiff hat einen stark eingezogenen rechteckigen Chor mit einer Halbrundapsis. Von außen ist diese mit einem Bogenfries verziert. Im Inneren stammt die Kuppel der Apsis noch aus der Gründungszeit der Kirche, der Chor ist mit einem spätgotischen Kreuzrippengewölbe ausgestattet.
Die ursprüngliche romanische Baufassung des Schiffes hatte fünf Achsen vorgesehen – von Osten aus drei Fenster, Portal, Fenster – doch wurde diese Aufteilung durch die spätere Gewölbeeinfassung verworfen. Diese Änderung ist an der Nordseite des Kirchenschiffes zu erkennen. Zwei im Osten an der nördlichen Wand befindliche Fenster sind heute von innen vermauert, zeigen aber noch den ursprünglichen rundbogigen Zustand aus romanischer Zeit. Ein drittes (von Osten aus) ist rundbogig erweitert und neu ausgemauert.
Das vierte Fenster an der Nordseite westlich des Portals ist spitzbogig, der Bogen wurde also in späterer Zeit erneuert. Es liegt in gleicher Höhe mit den sich auf der anderen Seite befindlichen romanischen Fenstern und dürfte ursprünglich aus der gleichen Zeit stammen.
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Eine Umgestaltung erfuhr der Bau am Ende des 15. Jahrhunderts mit der Einwölbung des Chores und des Kirchenschiffs. Nach Westen hin wurde das Kirchenschiff später erweitert und Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls im gleichen Stil eingewölbt. An der gesamten Nordseite läuft ein eigentümlicher Stabfries unter dem Gesims entlang.

Der hölzerne vierkantige Glockenturm wurde um 1633/43 auf einem stark erhöhten, durch Feldsteinmauerwerk gesicherten Gelände errichtet (nach Dehio 2009 ). Die Glockenstube liegt recht hoch, etwa auf der Höhe des Dachfirstes des Kirchenschiffes. Darüber erhebt sich ein schlanker, spitz zulaufender Achteckhelm. Alle ursprünglichen Teile sind aus Eichenholz gefertigt. 1879 wurden einige Neuerungen durchgeführt, unter anderem eine neue Schindeldeckung.

Ein ehemaliger Gruftanbau im Süden der Kirche datiert von 1675. Der Innenraum wurde in der Spätgotik durch große Fenstereinbrüche in der Südseite umgestaltet. Im Chor finden sich ein vierrippiges, im Schiff ein achtrippiges Gewölbe unterschiedlicher Größe. Das dritte Gewölbe im Westen stammt von 1913. Der ursprüngliche Bogen von Chor und Apsis ist rund und durch eine vorgeblendete Wandschicht (Riesenschicht) hervorgehoben. Letzte Restaurierungen wurden 2022 bis 2023 durchgeführt.
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Zur Ausstattung gehören eine hölzerne verzierte Platte, mit der die Vorderseite des Altartischs verkleidet ist (Antemensale) vom Ende des 13. Jahrhunderts. Es weist Verzierungen aus geschnitztes Blendarkaden und eine Umrahmung um die gesamte Darstellung in der Mitte (Mandorla) auf. Darin finden sich Reste bemalter Figuren. Der Altaraufsatz stammt von 1669, die Seitenteile ruhen auf lebensgroßen Figuren der Apostel Petrus und Paulus. Die Mitte ziert ein spätmanieristisches Gemälde einer Kreuzabnahme (um 1600). Die Taufe (Taufstein) aus Granit datiert ins 12. Jahrhundert, eine schlangenförmige Schale (Kuppa) mit Wellenbandornamentik auf großem, würfelförmigem Fuß mit Eckköpfen und Palmetten. Der Taufdeckel stammt aus der Zeit um 1650 aus dem Flensburger Schnitzerkreis.
Die Triumphkreuzgruppe aus der Zeit um 1240/50 erhebt sich auf einem alten, geschnitzten Balken, wohl aus einer Schleswiger Werkstatt. Sie zeigt ein Baumkreuz mit auferstehendem Adam und Evangelisten in seitlichen Scheiben.

Der Kirchhof steigt zur Kirche hin leicht an, er ist umgeben von einer Feldsteinmauer und einer Reihe von Kastanien-Bäumen.

Hinweis
Kirche St. Petri, Kirchhof und Feldsteinmauer sind Objekte der geschützten Sachgesamtheit Kirche St. Petri (Baudenkmal, Objekt Nr. 40896).

(Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) / Claus Weber, KuLaDig-Redaktion und Vertrauensmann für KuLaDig in Schleswig-Holstein, 2026)
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Internet
de.wikipedia.org: St. Petri Kirche (Rieseby) (abgerufen 19.3.2026)
alte-kirchen.sh-kunst.de: Alte Kirchen Schleswig-Holstein & Hamburg: Rieseby (abgerufen 19.3.2026)
www.denkmalschutz.de: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Sanierung der Umfassungswände der St. Petrikirche in Rieseby (abgerufen 19.3.2026)
efi2.schleswig-holstein.de: Denkmaldatenbank Schleswig-Holstein: Sachgesamtheit: Kirche St. Petri (abgerufen 19.3.2026)

Literatur

Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) S. 214-216, Stuttgart.
Dehio, Georg (2009)
Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein. Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm, Lutz Wilde, aktualisiert von Susanne Grötz, Klaus Jan Philipp, Lutz Wilde. S. 808, Berlin.
Oberdieck, Gustav; Rohling, Ludwig; Seeger, Joachim; Perseke, Helmut; Holm, Theodora (Hrsg.) (1950)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Eckernförde. (Die Kunstdenkmäler des Landes Schleswig-Holstein Band 5.) S. 280-293, München, Berlin.

St. Petri Kirche in Rieseby

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Petriweg 1
Ort
24254 Rieseby
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG SH 2015
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1220 bis 1230

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Empfohlene Zitierweise
„St. Petri Kirche in Rieseby”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360026 (Abgerufen: 12. April 2026)
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