Katholische Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Saarbrücken
Kreis(e): Regionalverband Saarbrücken
Bundesland: Saarland
Koordinate WGS84 49° 14′ 12,34″ N: 7° 01′ 24,88″ O 49,23676°N: 7,02358°O
Koordinate UTM 32.356.130,09 m: 5.455.655,86 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.574.585,31 m: 5.456.025,05 m
  • Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken (2019)

    Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken (2019)

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Die katholische Kirche Maria Königin in Saarbrücken ist ein bedeutender Sakralbau der Nachkriegszeit im Bistum Trier. Sie steht im Saarbrücker Stadtteil St. Johann auf dem Rotenbühl und wurde am 31. Mai 1959 durch den Trierer Bischof Matthias Wehr geweiht. Das Patrozinium ist der Marientitel Maria Königin, der liturgisch am 22. August begangen wird.

Der Neubau geht zurück auf eine Initiative des Paters Augustinus Reinstadler OMI in den 1950er Jahren, der für die aufstrebende katholische Gemeinde eine markante Marienkirche wünschte. Nach einem Architektenwettbewerb erhielt der renommierte Kirchenbauer Rudolf Schwarz aus Köln den Zuschlag. Der erste Spatenstich erfolgte am 8. Dezember 1954, die Grundsteinlegung am 31. Mai 1956 und die Weihe exakt drei Jahre später am 31. Mai 1959.

Architektonisch zählt Maria Königin zu den bedeutenden sakralen Bauwerken der Moderne in Deutschland. Der Entwurf von Schwarz reagiert auf die liturgischen und theologischen Debatten der Zeit und verbindet funktionale Anforderungen mit symbolischer Formensprache. Der Grundriss besteht aus zwei sich kreuzenden Ellipsen mit senkrecht aufeinander treffenden Achsen, wodurch eine Figur mit symmetrisch geschwungenen Teilellipsen entsteht. Diese Form erzeugt eine Verbindung von longitudinalem Langhaus und zentralisierter Raumwirkung im Bereich von Vierung, Querschiff und Chor. Formal erinnert die Anlage an die Drei-Konchen-Chorform mittelalterlicher Kirchen, wird aber hier in einer purifizierten, modernen Gestalt interpretiert.

Das Bauvolumen besteht aus massivem rotbraunem Sandstein, dessen 80 cm dicke Mauern sowohl innen als auch außen roh belassen sind. Der Sandstein stammt aus einem Steinbruch bei Landstuhl in der Pfalz. Die Kombination mit sichtbaren Stahlbetontragwerken - insbesondere in den Vierungsecken, Unterzügen der Dachkonstruktion und den parabelförmig aufstrebenden Fensterrahmen - prägt den äußeren und inneren Raumeindruck. Die Fensterflächen reichen vom Boden bis zur Dachtraufe und lassen in ihrer Großzügigkeit das Licht in den sakralen Raum eindringen.

Die architektonische Formgebung ist bewusst symbolisch aufgeladen: Im Grundriss soll die Gottesmutter als „mystische Rose“ erscheinen, der Bau selbst als „Kelch des Geistes“. Der etwas abgerückte Turm kann als Krone der Himmelskönigin interpretiert werden, was dem Marientitel des Gotteshauses entspricht.

Die Ausstattung ergänzt die architektonische Grundidee durch künstlerisch hochwertige Stücke: Ein umfangreicher Zyklus von Bleiglasfenstern mit marianischen Symbolen wurde 1963/64 von Wilhelm Buschulte (Unna) geschaffen; das Bildprogramm orientiert sich frei an der Lauretanischen Litanei. Ein von Karl Schrage entworfener Tabernakel steht auf einer Sandsteinstele, und der Kreuzweg aus 14 Reliefs aus rotem Sandstein stammt von den Bildhauern Elmar Hillebrand und Theo Heiermann (Köln). Ergänzende Raumteile wie Taufkapelle, Marienkapelle im Erdgeschoss, Krypta, Altarkreuz sowie eine große Orgel mit drei Manualen und 40 Registern tragen zur liturgischen und künstlerischen Qualität des Innenraumes bei.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur und seines Zustands zählt das Gebäude heute zu den denkmalwerten Nachkriegsbauten Saarbrückens. Restaurierungsmaßnahmen - insbesondere an Betonflächen und Fensterkonstruktionen - wurden in den 2010er Jahren mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchgeführt. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Köln) hat der Kirche einen Kunstführer gewidmet.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
www.pfarrei-st-johann.de: Die Kirche Maria Königin (abgerufen 01.02.2026)
www.bauhandwerk.de: Die Kirche „Mariä Königin” in Saarbrücken (abgerufen 01.02.2026)
institut-aktuelle-kunst.de: Saarbrücken, Bezirk Mitte (St. Johann), Katholische Pfarrkirche Maria Königin (abgerufen 01.02.2026)
www.bausubstanz.de: Außergewöhnliches Denkmal: Kirche Mariä Königin in Saarbrücken (abgerufen 01.02.2026)

Literatur

Götz, Wolfgang; Wehlen, Bernhard (2019)
Katholische Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken. (Rheinische Kunststätten, Heft 569.) Köln.

Katholische Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kohlweg
Ort
66123 Saarbrücken - St. Johann
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1955 bis 1959

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Karl Peter Wiemer: „Katholische Pfarrkirche Maria Königin in Saarbrücken”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356876 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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