Schlackenvulkan Bausenberg mit Bausenberg-Lavastrom

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Fachsicht(en): Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Gönnersdorf (Landkreis Ahrweiler), Niederzissen, Waldorf
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 27′ 59,93″ N: 7° 13′ 3,86″ O 50,46665°N: 7,21774°O
Koordinate UTM 32.373.514,99 m: 5.592.034,23 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.586.501,29 m: 5.593.024,07 m
  • Bausenberg bei Niederzissen (2008)

    Bausenberg bei Niederzissen (2008)

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  • Bausenberg bei Niederzissen (2006)

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    Bausenberg-Lavastrom bei Waldorf (2026)

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Der Bausenberg bei Niederzissen ist ein geologisch und ökologisch bedeutendes Naturdenkmal in der Osteifel. Er stellt einen der am besten erhaltenen vulkanischen Schlackenkegel Mitteleuropas dar und gehört zu den charakteristischen Zeugnissen der jungen vulkanischen Geschichte der Region.

Der Bausenberg ist ein Schlackenkegel in Hufeisenform, der Ringwall ist im Nordosten vom Bausenberg-Lavastrom durchbrochen. Der Bausenberg entstand vor etwa 140.000 bis 150.000 Jahren im Zuge von vulkanischer Aktivität in der Osteifel. Während seines relativ kurzen Ausbruchs - Untersuchungen gehen von einer Dauer von nur wenigen Wochen aus - förderte das Magma vor allem gasreiche Lava und vulkanisches Auswurfmaterial wie Schlacken und Lapilli (lateinisch = Steinchen). Vulkanologen gehen von einer ursprünglichen Kratertiefe von mehr als 70 Metern aus, heute sind es durch Löss- und andere Ablagerungen nur noch rund 35 Meter.

An der Durchbruchstelle durch den Ringwall ragen an den Seiten des Lavastroms markante Lava- und Schlackenfelsen auf. Die dünnflüssige Lava ist in der Strommitte durch ein ehemaliges Bachbett etwa 3,5 Kilometer weit nach Nordosten bis an das Vinxtbachtal ausgeflossen. Im mittleren Bereich hat der Lavastrom eine Breite von etwa 100 Metern erreicht. Die Stirn des Stromendes liegt bei Gönnersdorf. Sie hängt ein wenig über den dortigen Rhein-Terrassenrand ins Tal und liegt damit etwa 42 Meter über der Talsohle des Vinxtbachs. Der verdrängte Bach, ein Nebenbach des Vinxtbachs, hat sich südlich des Lavastroms ein neues Bett gesucht. Hier fließt heute der Soterbach dem Vinxtbach zu. Durch diesen seitlichen Lava-Ausfluss erhielt der Vulkan seine heute sichtbare Hufeisenform.

Der Lavastrom wird in unmittelbarer Nähe zum Bausenberg heute von der Autobahn A 61 von Norden nach Süden durchquert; an der Anschlussstelle Niederzissen sind die dunklen, vegetationsarmen Querschnitte des ehemaligen Lavastroms gut sichtbar und bieten einen direkten Einblick in das vulkanische Gestein.

Seit dem 14. April 1981 ist der Bausenberg offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Schutzgebiet ist etwa 127 Hektar groß und umfasst neben dem eigentlichen Schlackenkegel auch den nach Nordosten ausgedehnten Lavastrom. Zweck des Schutzes ist die Erhaltung der besonderen geologischen Struktur sowie der funktional eng verbundenen Lebensräume mit ihrer Artenvielfalt: In der Umgebung des Kraters und seines Lavastromes wurden über 500 Pflanzenarten und mehr als 5.000 Tierarten nachgewiesen. Die Vielfalt der Biotoptypen und seltenen Arten machen das Gebiet auch aus ökologischer Sicht zu einem bedeutenden Schutzraum. Die spezielle Bodenmorphologie und das wärmespeichernde vulkanische Material führen zu teils submediterranen Bedingungen, die thermophilen Pflanzen und Insekten besondere Standortbedingungen bieten.

Jüngst (2026) wurde der Bausenberg nicht nur als Naturschutzgebiet, sondern auch als Denkmalzone anerkannt. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz hat den weitgehend unversehrt erhaltenen Vulkan einschließlich seines Lavastroms unter Denkmalschutz gestellt. Dies begründet sich durch mehrere Aspekte:
Der Bausenberg ist der einzige zugängliche Hufeisenvulkan Europas nördlich der Alpen und damit ein einzigartiges Beispiel post-tertiärer vulkanischer Strukturen.
Der ursprünglich ein Bachtal ausfüllende Lavastrom stellt sich heute morphologisch als langgestreckte, im Gelände gut erkennbare Rückenstruktur dar. Das ehemals umgebende Gestein ist zwischenzeitlich der Erosion zum Opfer gefallen, das der Erosion besser widerstehende Basaltgestein blieb erhalten. Während der letzten Eiszeit entstand aus dem kompakten Gestein des Lavastroms ein Blockfeld.
Der Komplex dient seit über fünf Jahrzehnten als Lehr- und Forschungsstandort für die Geowissenschaften; Studierende nutzen das Gelände für Feldkurse und geophysikalische Untersuchungen, da hier alle grundlegenden Methoden störungsfrei angewendet werden können.

Noch heute zieht der Bausenberg zahlreiche Wissenschaftler, Studierende und interessierte Besucher an. Sein markanter Hufeisenkrater veranschaulicht eindrucksvoll die Wirkungen und Wechselwirkungen von Vulkanismus mit der Umgebung. Der Krater und seine Öffnung ermöglichen weiterhin die Untersuchung von Materialumlagerungen, Erosionsformen und strukturellen Details. Dabei sind der Vulkanbau und sein Lavastrom nur durch wenige, meist kleinflächige Abbaustellen und Steinbrüche gestört, die wiederum Einblick in die vorindustrielle Nutzung des Vulkangesteins in der Region ermöglichen.

Das Gebiet um den Bausenberg ist deshalb regelmäßig Gegenstand naturwissenschaftlicher, besonders geo- und biowissenschaftlicher Exkursionen und Studien. Die eindeutige Ausbildung des Kraters, seines Ringwalls und des Lavastroms ermöglicht es, Prozesse vulkanischer Eruptionen sowie die nachfolgenden erosiven und biologischen Entwicklungen anschaulich zu untersuchen. Damit ist der Bausenberg mehr als eine landschaftsprägende Erhebung. Er ist ein hervorragendes Beispiel für die vulkanischen Aktivitäten in der Osteifel, ein Lebensraum von hoher ökologischer Bedeutung und ein wissenschaftlich wie kulturell wertvolles Denkmal. Auch im Landschaftsbild ist der Komplex aus Schlackenkegel und zugehörigem Lavastrom deutlich nachvollziehbar. Seine Schutzwürdigkeit ergibt sich aus seiner Seltenheit, seinem Bildungswert und seiner Rolle als Brücke zwischen Erdgeschichte, Naturkunde und Landschaftserlebnis.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Quelle
Freundliche Hinweise von Herrn Manfred Weiland, Waldorf (2026)

Internet
www.aw-wiki.de: Bausenberg (Niederzissen) (abgerufen 27.01.2026)
de.wikipedia.org: Bausenberg (abgerufen 28.01.2026)
www.tropengarten.de: Der Bausenberg (abgerufen 28.01.2026)
www.osteifel-aktiv.de: Der Bausenberg - Naturschutzgebiet am Kraterrand (abgerufen 28.01.2026)
www.blick-aktuell.de: Brohltal: Der Bausenberg steht jetzt unter Denkmalschutz (abgerufen 28.01.2026)
www.vulkane.net: Bausenberg - Vulkaneifel: Schwaches Erdbeben nahe Laacher-See-Vulkan (abgerufen 28.01.2026)
www.vulkanregion-laacher-see.de: Bausenberg Niederzissen (abgerufen 28.01.2026)
lfu.rlp.de: NSG-Album Bausenberg - NSG-7131-043 - Aktualisierung 2021 (PDF-Dokument, 8 MB, abgerufen 29.01.2026)
www.deutsche-vulkanstrasse.com: Bausenberg - durchbrochener Vulkan (abgerufen 28.01.2026)

Literatur

Meyer, Wilhelm / Landkreis Ahrweiler (Hrsg.) (2005)
Vulkanismus im Kreis Ahrweiler. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2006, S. 85-89. Monschau. Online verfügbar: https://kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2006/hjb2006.25.htm, abgerufen am 28.01.2026
Müller, Walter / Landkreis Ahrweiler (Hrsg.) (2004)
Der Bausenberg im Brohltal. Ein besonderer Vulkanbau mit einzigartiger Flora und Fauna. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2005, S. 72-74. Monschau. Online verfügbar: https://kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2005/hjb2005.22.htm, abgerufen am 28.01.2026

Schlackenvulkan Bausenberg mit Bausenberg-Lavastrom

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Denkmalzone gem. § 5 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung

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Karl Peter Wiemer: „Schlackenvulkan Bausenberg mit Bausenberg-Lavastrom”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356867 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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