Oberhauser Zirbenwald

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Naturschutz
Gemeinde(n): St. Jakob in Defereggen
Bezirk(e): Lienz
Bundesland: Tirol
Koordinate WGS84 46° 56′ 39,45″ N: 12° 13′ 11,04″ O 46,94429°N: 12,21973°O
Koordinate UTM 33.288.414,64 m: 5.202.725,88 m
Koordinate Gauss/Krüger 4.516.838,73 m: 5.200.635,16 m
  • Oberhauser Zirbenwald

    Oberhauser Zirbenwald

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    Zirbelkiefer (Pinus cembra) (2004)

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  • Zirbelkiefer (Pinus cembra) (2008)

    Zirbelkiefer (Pinus cembra) (2008)

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    Zirbelkiefer (Pinus cembra)

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    Oberhauser Zirbenwald (2023)

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    Oberhauser Zirbenwald (2023)

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    Oberhauser Zirbenwald und Jadhausalm (2023)

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    Oberhauser Zirbenwald (2023)

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Der Oberhauser Zirbenwald im hinteren Defereggental bei St. Jakob in Osttirol zählt zu den herausragenden Naturwäldern der Alpen und prägt sowohl die landschaftliche als auch die ökologische Identität der Region. Mit einer Fläche von über 170 Hektar ist er der größte zusammenhängende Zirbenwald der Ostalpen, von dem mehr als 100 Hektar als naturbelassene Waldreservate unter strengem Schutz stehen.

Die Zirbelkiefer (Pinus cembra), im Alpenraum Zirbe oder Arve genannt, ist ein charakteristischer Baum der subalpinen Waldstufe. Sie wächst bevorzugt in Höhen zwischen etwa 1.500 Metern und über 2.000 Metern, wo andere Nadelbäume an ihre ökologischen Grenzen stoßen und sie oft die Baumart an der Waldgrenze darstellt. Die bemerkenswert langsamen Wachstumsraten der Zirbe und ihre hohe Frosthärte ermöglichen ihr, extreme klimatische Bedingungen zu überdauern. Einzelne Bäume können mehrere Jahrhunderte alt werden und selten sogar bis zu 1.000 Jahre erreichen.

Ökologisch ist der Oberhauser Zirbenwald ein wertvoller Lebensraum mit vielfältiger Struktur. Zahlreiche Zirben wachsen auf teils extremen Block- und Felsstandorten und umschließen große Steine mit ihren Wurzeln, was die Anpassungsfähigkeit der Art an karge Gebirgsstandorte demonstriert. In diesem Wald leben trotz der Höhenlage über 30 verschiedene Vogelarten, und auch größere Säugetiere der Hochgebirgswelt sind hier heimisch.

Die Bedeutung des Zirbenwaldes geht weit über reine Ökologie hinaus: Die Zirbe ist im alpenländischen Kulturraum seit Jahrhunderten ein Symbol für Widerstandskraft und alpine Identität. Ihr Holz wird wegen seiner besonderen Eigenschaften - Leichtigkeit, angenehmer Duft und gute Verarbeitbarkeit - traditionell für Möbel, Wandtäfelungen und kunsthandwerkliche Arbeiten genutzt. Auch aus den Zapfen und Samen entstehen regionale Spezialitäten wie Zirbenlikör und Schnaps.

Der Wald ist heute Teil des Nationalparks Hohe Tauern und erschließt sich Besuchern über den Natur- und Kulturlehrweg Oberhauser Zirbenwald, der Einblicke in die Waldökologie, die Lebensgemeinschaften und die Bedeutung der Zirbe bietet. Ein markantes Element dieser Vermittlung ist der Wildtierbeobachtungsturm Oberhaus - ein 2019 errichteter, 22 Meter hoher Aussichtsturm, der weit über die Baumkronen hinaus Ausblicke auf den Wald und die Nationalparklandschaft ermöglicht.

Charakterlich gilt die Zirbe als „Königin der Alpen“. Sie ist extrem widerstandsfähig gegen die rauen Bedingungen des Hochgebirges, wächst langsam und langlebig und stellt in vielen Alpentälern einen prägenden Bestandteil der Waldlandschaft dar. Ihre einzigartige ökologische Rolle, ihre kulturelle Bedeutung und der ästhetisch-duftende Charakter des Holzes machen sie zu einem Symbolbaum der alpinen Regionen, dessen Erhalt für Naturschutz und alpine Tradition gleichermaßen wichtig ist.
Insgesamt repräsentiert der Oberhauser Zirbenwald nicht nur ein ökologisch sensibles Naturerbe, sondern auch einen kulturhistorischen Bezugspunkt, der Natur- und Kulturlandschaft miteinander verbindet.

Wie kann man die Zirbe erkennen? Eine Zirbe erkennt man vor allem an den weichen, bläulich grünen Nadeln in Fünferbündeln und an den geschlossenen, eiförmigen Zapfen mit großen, ungeflügelten Samen. Diese Merkmalskombination ist eindeutig und verlässlich. Darüber hinaus lässt sie sich anhand mehrerer eindeutiger morphologischer Details zuverlässig erkennen. Maßgeblich ist dabei die Kombination der folgenden Merkmale: Die Wuchsform der langsam wachsenden Bäume ist meist gedrungen, breitkronig und mit oft knorrigem Stamm, besonders in Hochlagen. Die Bäume werden selten höher als 25 Meter. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und grau; später wird sie graubraun und schuppig aufreißend, eher kleinplattig und nicht sehr tief gefurcht.

Der Standort ist zwar kein Bestimmungsmerkmal im engeren Sinn, unterstützt aber die Identifizierung. Typische Höhenlage für Zirben ist 1.500 bis 2.400 Meter über NN in der subalpinen Stufe der Alpen. Oftmals wächst die Zirbe in der Nachbarschaft von Lärchen.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
www.zirbeundmehr.de: Die Zirbe (abgerufen 02.02.2026)
www.zirbenholz.net: Die Zirbe - alle Eigenschaften, Wirkung und Vorteile (abgerufen 02.02.2026)
www.bing.com: Video: Zirbe, Zirbenöl und Zirbenholz – die mögliche Wirkung der „Königin der Alpen“ auf die Gesundheit (abgerufen 02.02.2026)
www.osttirol.com: Oberhauser Zirbenwald (abgerufen 02.02.2026)

Oberhauser Zirbenwald

Schlagwörter
Ort
Sankt Jakob im Defreggen / Österreich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Empfohlene Zitierweise
Karl Peter Wiemer: „Oberhauser Zirbenwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356866 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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