Energeticon Alsdorf

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Alsdorf (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 52′ 31,92″ N: 6° 08′ 41,43″ O 50,87553°N: 6,14484°O
Koordinate UTM 32.299.135,94 m: 5.639.867,80 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.510.238,66 m: 5.637.809,83 m
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Hier wurde von Anfang des 19. Jahrhunderts bis Anfang der 1980er Jahre Kohle gefördert.

Die Idee für das Energeticon entstand bereits Jahrzehnte vor der Eröffnung. Bereits 1986 gründete sich der „Bergbaumuseumsverein Wurmrevier“, dessen Ziel es war, die industrielle Bergbaugeschichte der Region zu bewahren und zu dokumentieren. Als sich 2001 abzeichnete, dass das Land Nordrhein-Westfalen keine Fördermittel für ein „klassisches“ Bergbaumuseum bereitstellen würde, wurde das Konzept weitergedacht: So entstand das Projekt „Energeticon“ - ein Museum nicht nur für die Vergangenheit des Bergbaus, sondern auch für die Zukunft der Energie.

Das Museum nutzt die originalen, historischen Gebäude der Zeche Anna II, darunter die Schmiede, das Fördermaschinenhaus des Eduard-Schachts und das Kauengebäude, in dem sich der Umkleide- und Waschbereich für die Bergleute befand. Nach dem Ende des Bergbaus im Jahr 1992 wurde das Gelände in den folgenden Jahren städtebaulich neu gestaltet. 1995 übernahm das Land Nordrhein-Westfalen das Areal, und schließlich entstand das „Anna-Park“-Quartier.

Am 8. September 2014 wurde das Energeticon offiziell eröffnet. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 3.000 Quadratmetern vermittelt das Museum unter dem Leitgedanken „Energie erleben - Energie verstehen“ sowohl die fossile als auch die regenerative Epoche der Energiegewinnung. Der etwa 700 Meter lange Ausstellungsrundgang führt durch rund 30 Stationen. Er startet mit einem Blick auf das Verhältnis von Erde und Sonne, spannt den Bogen über die Geschichte des Bergbaus und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bergleute und endet mit Perspektiven zur heutigen Energiezukunft.

Im ehemaligen Fördermaschinenhaus sind noch zwei historische Maschinen erhalten: Eine Trommelmaschine, die mit Gleichstrom betrieben wird, und eine modernere Drei-Phasen-Maschine. Im Kauengebäude führt ein „Schaustollen“ in eine Nachbildung der untertägigen Bergbauwelt. Hier kann bei einer Aufzugssimulation erlebt werden, wie Bergleute im Stollen auf- und abstiegen. Außerdem gibt es interaktive Experimentierstationen zu den Themen Licht, Strom, Wärme und Kälte, die Energiekonzepte auf anschauliche und spielerische Weise vermitteln.

Ein wichtiger Bestandteil des Energeticons ist die Verbindung von Geschichte und Zukunft. Das Museum zeigt nicht nur die Zeiten des Kohlebergbaus, sondern thematisiert auch die Energiewende. So werden regenerative Energieformen wie Solarenergie, Windkraft und Geothermie aufgegriffen - auch mit konkreten Anwendungen direkt am Standort. Darüber hinaus dient das Energeticon als außerschulischer Lernort, Informationszentrum und kulturelle Veranstaltungsstätte. Im ehemaligen Fördermaschinenhaus finden regelmäßig Konzerte, Tagungen und Veranstaltungen statt.

Seit seiner Eröffnung hat sich das Energeticon zu einem festen Bestandteil der Region und des LVR-Netzwerks Industriekultur entwickelt. Es symbolisiert den Wandel von der fossilen Vergangenheit hin zu einer nachhaltigen Energiezukunft. Der von Bergbaurelikten geprägte Standort wird so zu einem Ort der Vermittlung: Einerseits erinnert man sich an die harte Arbeit der Kumpel, andererseits richtet man den Blick nach vorn auf erneuerbare Energien und die Herausforderungen des Klimawandels.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
energeticon.de: ENERGETICON (abgerufen am 24.09.2026)
alsdorf.de: Alsdorf - Energeticon (abgerufen am 24.09.2026)
verpottet.de: Energeticon Alsdorf (abgerufen am 24.09.2026)
route-des-erinnerns.de: ENERGETICON Alsdorf (abgerufen am 24.09.2026)
industriemuseen-emr.de: Grube Anna II (abgerufen am 24.09.2026)



Energeticon Alsdorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Konrad-Adenauer-Allee 7
Ort
52477 Alsdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Karl Peter Wiemer: „Energeticon Alsdorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356860 (Abgerufen: 24. September 2026)
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