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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Oberhauser Zirbenwald und Jadhausalm (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2009)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental, Blick von oberhalb der Alm bachabwärts (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2023)
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Hinweisschild mit Informationen zum Oberhauser Zirbenwald und zur Jagdhausalm (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental, einzelnes Almgebäude (2023)
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Jagdhausalm im hinteren Defreggental (2009)
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Die Jagdhausalm im hintersten Defreggental (Defereggental) in Osttirol ist eine bemerkenswerte historische Almsiedlung im Nationalpark Hohe Tauern und gilt als eine der ältesten Almen Österreichs. Erste schriftliche Erwähnungen datieren auf das Jahr 1212, als an dieser Stelle sechs bäuerliche Anwesen („Schwaighöfe“) urkundlich genannt wurden. Diese Höfe bildeten einen ganzjährig genutzten landwirtschaftlichen Siedlungsplatz, bevor aufgrund der rauen klimatischen Bedingungen oberhalb der Waldgrenze die ganzjährige Bewirtschaftung aufgegeben und der Ort sukzessive zur Sommeralm umgewandelt wurde. Bereits 1406 ist die Anlage dann nur noch als „Alben“ verzeichnet, also als Almhöfe zur saisonalen Nutzung für Vieh und Weidewirtschaft.
Die Bauweise der Jagdhausalm ist geprägt von ihrer außergewöhnlichen Lage auf rund 2.009 m Seehöhe und damit oberhalb der Waldgrenze: Da es in dieser hochalpinen Umgebung kaum Bauholz gab, sind die Gebäude fast ausschließlich aus lokalem Bruchstein errichtet. Das Ensemble besteht aus 16 Steinbauten - dazu zählt auch eine kleine Kapelle - die heute alle unter Denkmalschutz stehen und oft gemeinsam als „Klein Tibet“ der Alpen bezeichnet werden. Diese Bezeichnung rührt von der gedrängten, dorfähnlichen Struktur und dem charakteristischen Erscheinungsbild der Steinhäuser, die sich eng in die karge Berglandschaft einfügen.
Die Häuser dienten historisch wie heute als Ställe, Vorratslager und Unterkünfte für die Hirten und Senner und spiegeln die traditionelle Almkultur wider: ebenerdig wurden Vieh und Futter untergebracht, in den oberen Stockwerken befanden sich Wohnräume und Lagerräume für Lebensmittel. Viele Bauinschriften an den Gebäuden verweisen auf Bau- oder Umbaujahre aus dem 17. und 18. Jahrhundert, was die lange und kontinuierliche Nutzung der Alm belegt.
Die Kapelle Mariahilf, im Zentrum der Siedlung errichtet, ist ein weiteres architektonisches Zeugnis: Sie besitzt einen tonnengewölbten Innenraum mit rundem Chorabschluss und ein schlichtes Schindeldach mit Dachreiter samt Glocke. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht im Wesentlichen auf eine Erweiterung aus den Jahren 1840/41 zurück. Der einfache Altar zeigt ein Marienbild mit Darstellung der Alm und zeugt von der engen Verbindung von Glauben und bäuerlichem Alltag in dieser abgelegenen Kulturlandschaft.
Im Laufe der Jahrhunderte blieb die Jagdhausalm in der Nutzung als Sommerweideplatz erhalten: Bis in die 1950er Jahre wurde sie noch intensiv zur Milchproduktion genutzt, doch heute dient sie vorwiegend der extensiven Almwirtschaft mit Rindern und Schafen, die von einer Agrargemeinschaft aus 15 Südtiroler Bauern aufgetrieben werden - ein Relikt der historischen Besitzverhältnisse, da der obere Teil des Defreggentals früher zum Gericht Taufers gehörte und südtirolerische Weiderechte bis heute fortbestehen.
Das denkmalgeschützte Ensemble und seine steinernen Bauten, die weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben sind, machen die Jagdhausalm zu einem bedeutenden kulturhistorischen Zeugnis der alpinen Almwirtschaft und Siedlungsgeschichte - eingebettet in eine hochalpine Landschaft.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Internet www.jagdhausalm.com: Die Jagdhausalm im Defreggental (abgerufen 02.02.2026) de.wikipedia.org: Jagdhausalm (abgerufen 02.02.2026) www.bing.com: Video „Die Jagdhausalm, das “Klein Tibet„ in Osttirol (abgerufen 02.02.2026) tirol.orf.at: Jagdhausalm – Malerisches Dorf aus Stein (abgerufen 02.02.2026)
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