In der regenreichen aber wintermilden Region Aachen kommt die Esskastanie noch zur Frucht und ist auf vielen Aachener Obstwiesen, wie beispielsweise der „Türmchenwiese“ am Dreiländerweg, schon seit Jahrhunderten vertreten. Durch ihre hohe Toleranz gegenüber Trockenheit und Wärme kann sie mit Blick auf den Klimawandel in Zukunft eine größere Rolle bei uns einnehmen.
Die Fläche „Klotzweide“ am Brüsseler Ring, durch ihre Lage eine wichtige Kaltluftschneise für die Stadt Aachen, beherbergt noch einige sehr alte Esskastanien, von denen neun Bäume sogar als Naturdenkmal ausgezeichnet sind. Sie gehörte zur ehemaligen Hofanlage Gut Klotzweide, die bereits in Karten Anfang des 19. Jahrhunderts zu finden ist. Aus der Namensgebung kann auf eine Nutzung als Viehweide geschlossen werden. Der lockere Bestand aus Esskastanien wurde vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Im hofnahen Bereich existieren heute noch die Relikte der ehemaligen Nutzung als Streuobstwiese.
Um dieses kulturhistorisch wertvolle Element zu erhalten, hat die NABU-Naturschutzstation Aachen im Rahmen des vom LVR geförderten Projekts „Bäume und Raine - Leben in der Kulturlandschaft“ 2025 auf der Klotzweide sowohl Streuobstbäume als auch Esskastanien nachgepflanzt.
(Christina Baumann, NABU-Naturschutzstation Aachen e.V., 2025)
Internet
www.uni-goettingen.de: Vorkommen und Geschichte von Castanea sativa in Europa (abgerufen 05.01.2026)