Wohnhaus des Kapellmeisters Gerhard Gralow in Alzey

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Alzey
Kreis(e): Alzey-Worms
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 44′ 40,12″ N: 8° 06′ 52,16″ O 49,74448°N: 8,11449°O
Koordinate UTM 32.436.202,74 m: 5.510.597,38 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.436.252,43 m: 5.512.362,43 m
  • Blick in die Sankt Georgen-Straße in Alzey (um 1980)

    Blick in die Sankt Georgen-Straße in Alzey (um 1980)

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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey in der Stadthalle Alzey (1956)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey in der Stadthalle Alzey (1956)

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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey (1963)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey (1963)

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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Fastnachtsumzug (1963)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Fastnachtsumzug (1963)

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    Sammlung Volker Gallé, Alzey
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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey (1950er Jahre)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey (1950er Jahre)

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  • Blick in die Sankt Georgen-Straße in Alzey (um 1980)

    Blick in die Sankt Georgen-Straße in Alzey (um 1980)

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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

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    Sammlung Volker Gallé, Alzey
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  • Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

    Die Musikkapelle Goldene Acht aus Alzey beim Winzerfest (1950er Jahre)

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    Sammlung Volker Gallé, Alzey
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  • Notenblatt des Stückes "In the mood" für Geigen (1950er/1960er Jahre)

    Notenblatt des Stückes "In the mood" für Geigen (1950er/1960er Jahre)

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Das Gebäude St. Georgen-Straße 31 in Alzey war einst das Ladenlokal und Wohnhaus von Gerhard Gralow (1923-2015), dem Gründer der „Goldenen Acht“. Diese Tanzkapelle aus Alzey spielte von 1952 bis 1966 in der ganzen Region auf Weinfesten, bei Tanzveranstaltungen und Kurkonzerten auf und erreichte eine bemerkenswerte regionale Bekanntheit. Das achtköpfige Ensemble war in der Regel mit zwei Saxophonen, zwei Trompeten, zwei Posaunen, Klavier und Schlagzeug besetzt. Das Repertoire reichte von Operette über Schlager bis Swing.

Gebäude
Musikhistorischer Kontext
Gründung der Tanzkapelle „Goldene Acht“
Der Kapellengründer
Die Kapelle und ihre Auftritte
Anekdoten
Repertoire der „Goldenen Acht“
Weitere Informationen zum Ort

Gebäude
Etwas oberhalb eines Stichwegs zur Stadthalle von Alzey betrieben Irmgard und Gerhard Gralow in der Georgen-Straße Nr. 31 in den 1950er Jahren ein Lebensmittelgeschäft. Der Alzeyer Franz Wahner (1949-2023) erinnerte sich: „Gerhard Gralow war ein sehr freundlicher Mann. Sein “guten Morgen„, mit dem er jeden Passanten begrüßte, ist mir bis heute in Erinnerung.“ Und Annelie Schubert (Jahrgang 1947): „Gralow war Berufsmusiker und hatte das gelernt, bevor er sein Geschäft eröffnete.“ Mittags habe er Unterricht für Trompete, Saxophon, Geige und Klarinette gegeben, was man bei offenem Fenster gehört habe. (Widmann 2023, S. 15)

Musikhistorischer Kontext
„In Zeiten der Weimarer Republik floss der Jazz unaufhaltsam in die deutsche Unterhaltungskultur ein und begeisterte Publikum und Künstler gleichermaßen, gleichzeitig repräsentierten die USA für konservative Kreise einen libertär-demokratischen Geist, dem eine ‚zersetzende' Wirkung auf die deutsche Gesellschaft unterstellt wurde.“ (elibrary.utb.de) Da der Jazz einer kulturellen Mischung entstammte, die keineswegs konfliktfrei vor sich ging, ist diese Ambivalenz kein Wunder. Es waren aber eher der Swing-Rhythmus mit seiner Betonung des Offbeats und die Bluenotes, die sich in Europa in den 1920er Jahren durchsetzten, auch im Bereich von Schlager und Kabarett. Beide leiteten sich aus der afrikanischen Kultur ab. Parallel dazu blieben Operette, Volkslied und Walzer, Marsch und Polka bestimmend für die populäre Musikkultur. Der ideologischen Ablehnung der Amerikanisierung mit dem rassistischen Etikett „entartet“ im NS-Staat nach 1933 gelang es nicht, den Offbeat zu vertreiben. Vielmehr wurde er in die U-Musik integriert. „Trotz aller Diffamierungs- und Verbotskampagnen sowie der Inhaftierung mancher Jazzmusiker und Jazzfans kann also keine Rede davon sein, daß es im “Dritten Reich„ keine deutsche Jazzszene gegeben hätte. Vielmehr war die von professionellen und amateurhaften Musikern, Bands, aber auch von enthusiastischen Swing Fans und Schallplattensammlern getragene Jazzentwicklung aufgrund der politischen Verhältnisse deutlich behindert und immer stärker auf ein Überleben in Nischen angewiesen. Diese gab es, weil die Kulturpolitik der Nationalsozialisten bezüglich Jazz und jazzverwandter Musik charakterisiert ist durch ein Nebeneinander widersprüchlicher und ambivalenter Maßnahmen, denen keine einheitliche Strategie zugrunde lag.“ (holocaustmusic.ort.org) Die zwölf Jahre lang behinderte und umbenannte Amerikanisierung der populären Kultur konnte sich nach der Befreiung von 1945 erholen und verstärken. Die kulturelle Bandbreite aus der Zeit der Weimarer Republik setzte sich fort. Betont wurden jetzt allerdings Harmoniesehnsüchte mit Heimatgeschichten und Reisefantasien.

Gründung der Tanzkapelle „Goldene Acht“
In dieser Stimmung entfalteten sich Repertoire und Aktivitäten der regionalen Tanzkapellen wie der „Goldenen Acht“. Der Name der Alzeyer Formation war gebildet in Erinnerung an das Tanzorchester „Die Goldene Sieben“, das zwischen 1934 und 1940 den staatlichen Auftrag erhielt, vom Swing beeinflusste „moderne deutsche Tanzmusik“ zu spielen. Als Solisten waren dort der Posaunist Willy Berking und der Sänger Rudi Schurike aktiv. Berking übernahm 1946 das Tanzorchester des „Hessischen Rundfunks“, Schurike hatte im gleichen Jahr mit den Capri-Fischern seinen größten Erfolg.
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Der Kapellengründer
Gerhard Gralow wurde am 27. Juni 1923 in Küstrin an der Oder geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Musikschule Buckow in der märkischen Schweiz. Im Zweiten Weltkrieg war er als Soldat der Luftwaffe in Oslo stationiert. Während seiner Kriegsgefangenschaft in Großbritannien und Frankreich beteiligte er sich an Lagerkonzerten, einmal wurde sogar das Singspiel „Im weißen Rössl“ von Ralph Bernatzky aus dem Jahr 1930 aufgeführt. 1946 gelangte Gralow nach Undenheim, seine Familie blieb in der DDR. Als Musiker wurde er in Alzey aktiv bei der 1946 gegründeten Formation „Volker von Alzey“ und der daraus entstandenen „Harry Voigt Band“ unter Jo Weeser. Als dieser sich 1952 auf den Chorgesang konzentrierte, gründete Gralow die „Goldene Acht“ und leitete sie bis zum Jahr 1966. Danach dirigierte er bis 1988 die Feuerwehr- und Stadtkapelle. Daneben wirkte er auch als Lehrer an der 1974 gegründeten Kreismusikschule und als Dirigent des Trachtenvereins Saulheim und Musikverein Ober-Flörsheim. Von der Stadt Alzey wurde ihm die Ehrennadel verliehen, vom Land im Jahr 1988 die Peter-Cornelius-Plakette und von der Feuerwehr das Feuerwehr-Ehrenkreuz. (Nahaufnahme AZ 27.6.2003)

Die Kapelle und ihre Auftritte
Die Stammbesetzung der „Goldenen Acht“ bestand aus:
Gerhard Gralow (Saxophon, Klarinette, Geige)
Walter Kraushaar (Saxophon, Klarinette)
Ludwig Schäfer (Trompete)
Klaus Hänsel/Willi Przybilla (Trompete)/Karl Metz (Trompete, Gitarre)
Fritz Zippel (Posaune, Geige)
Walter Abele (Posaune, Akkordeon)
Emil Vogel (Klavier)
Willi Schweikhard/Hans Schimsheimer (Schlagzeug)

Es kam zu drei bis vier Auftritten pro Woche. Um das hinzubekommen, brauchte man teilweise zwei Besetzungen. Manchmal spielte man auch in größerer Besetzung. So waren es beim Alzeyer Winzerfest 1964 dreizehn Musiker. Einmal pro Woche wurde in Vendersheim geprobt. Das Einzugsgebiet reichte rund um Alzey von Kreuznach, Mainz und Nierstein bis in den Wormser Raum. Fastnacht und Winzerfest in Alzey waren Schwerpunkte. Das Winzerfest fand zunächst im Hof des Lyzeums (heute Löwenschule) an der Bleichstraße statt, danach auf dem Kaisergarten (heute Teil der Hospitalstraße). Es wurde mit einem bunten Abend eröffnet. Samstags und sonntags wurde zum Tanz aufgespielt, montags folgte der Seniorentag und dienstags der Tag der Betriebe im Festzelt. Dr. Heinz Lothhammer, der bei der von Walter Dietrich gegründeten Schüler- und Studentenband „Dixies“ Trompete und Klavier spielte, half zwischen 1958 und 1963 gelegentlich bei der „Goldenen Acht“ aus. „Damals haben die Kapellen bei Tanzveranstaltungen “gezoppt„, wie der Verkauf der sogenannten “Tanzbändchen„ im Musikerjargon genannt wurde. Mit dem Bändchen oder einem Stempel durfte entweder eine Runde oder aber den ganzen Abend getanzt werden, je nach Tarif. “Das waren Groschenbeträge„, verdeutlicht Lothammer. Apropos Geld: 20 Mark Gage bekam der Alzeyer Ende der 50erfür einen Auftritt.“ (Thomas Ehlke, Thema: Goldene Acht, AZ 4. Januar 2017). Für den Verkauf der „Tanzbändchen“ am Alzeyer Winzerfest war Irmgard Gralow zuständig. Als den Musikern der Goldenen Acht die nebenberufliche Belastung zu viel wurde, lösten sie die Formation auf und es kam beim Schlussmaskenball der „Alzeyer Carneval Gesellschaft“ (ACG) am Fastnachtsdienstag 1966 zum letzten gemeinsamen Auftritt.
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Anekdoten
Bruno Paul Lottermann, Posaunist bei den „Dixies“ berichtet in seinem 2018 erschienen Buch „Damals und danach, Geschichten aus Alzey und Alzey herum“: „Gralow war ein strenger Kapellmeister. Es genügte ein Blick, um den zur Raison zu bringen, der es etwas zu locker nahm. Seine Strenge war auch notwendig, denn Wein und Bier gab es in überreichem Maße, und dass Bühnenkünstler eine besondere Aufmerksamkeit seitens der Frauen erfahren, das war schon immer so.“ Um das Milieu zu charakterisieren, schreibt Lottermann: „Eine Begebenheit, die damals in Musikerkreisen kursierte, und die den Vorzug hat, wahr zu sein, ist die: Die Frau Soundso, Ehefrau eines Musikers, musste wegen eines Krankenscheins nach Alzey zur Ortskrankenkasse. Dort wurde sie mit einem vorwurfsvoll freundlichen Ton empfangen: “Ei, Frau Soundso, Sie müsse endlich emal ihr Stillgeld abhole.„ Da musste die Frau Soundso aber mal lachen: “Ei mei Doch der is doch schun acht. Die still ich doch net mehr.„ Das ganze Dorf wusste es, nur sie nicht, dass ihr Töchterchen einen Stiefbruder bekommen hatte.“ (S. 147)

Repertoire der „Goldenen Acht“
Die Tanzkapelle habe 200 Schlager im Repertoire gehabt, heißt es in einem Zeitungsartikel von 1966. Man habe sich von bekannten Musikverlagen immer aktuelle Noten geholt, um „up to date“ zu sein. (AZ Februar 1966) Im Nachlass des Bornheimer Trompeters Ludwig Schäfer fanden sich noch zahlreiche Noten. Ein Notensatz mit vierzehn Titeln für Schlagzeug, drei Posaunen, zwei Trompeten, Tenor- und Altsaxophon, Klarinette, Fagott, Bass, Piano und Cello ist überschrieben mit „Frohsinn am laufenden Band“. Darunter sind Volkslieder wie „Freut euch des Lebens“, das 1793 in der Schweiz getextet und komponiert wurde, oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ von 1824, die Moritat „Mariechen saß weinend im Garten“ (Zedlitz 1832) und das Stimmungslied „Ach Isabella“ von Otto Teich aus Leipzig. Es gibt einzelne Notenblätter wie den Walzer „Rauschende Wälder“, den Marsch „Hals- und Beinbruch“, eine bayrische Polka und den langsamen Foxtrott „Du bist so lieb zu mir“ von Friedrich Meyer. Handschriftlich findet sich die Melodie des durch Glenn Miller bekannt gewordenen Swings „In the mood“ (In Stimmung sein) für Geige. Meist aus den 1920er Jahren stammen die Tangotitel eines anderen Notensatzes, darunter die Filmmelodie (1929/30) „In einer kleinen Konditorei“ von Fred Raymond und Ernst Neubach und der Schlager „Oh Donna Clara“, dessen Melodie von dem polnischen Komponisten Jerzy Petersburski aus dem Jahr 1928 stammt. Den Text hat Fritz Lohner-Beda 1930 verfasst. Der hat auch den Text zu Juan Llossas Tango „Oh, Fräulein Grete“ von 1928 verfasst. Dessen Refrain lautet: „Oh, Fräulein Grete, wenn ich mit ihnen tanz. Oh, Fräulein Grete, gehör ich ihnen ganz.“ Charlie Chaplins komponierte für seinen Film „Limelight“ von 1952 den Song „Eternally“. Zwei Jahre später sang Willy Hagara (1917-2015) die deutsche Fassung „Eine Melodie geht um die Welt“, um deren Text es einen Plagiatstreit zwischen Kurt Feltz und Ernst Neubach gab. Hagara stammte aus Wien, lebte in Wiesbaden und war zwischen 1954 und 1963 als Sänger und Schauspieler aktiv. Die „Goldene Acht“ hat ihn bei Auftritten in Alzey begleitet. Auch Operettenmelodien wie „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ aus „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller sind unter den Notenblättern.

Das 1891 in Wien uraufgeführte Stück spielt Anfang des 18. Jahrhunderts in der Rheinpfalz. Die Operette wurde 1953 und 1962 verfilmt, zuletzt mit Cornelia Froboess und Peter Weck. Man spielte gern Stücke mit regionalem Bezug, so auch den Walzer „Kleine Kellnerin aus Heidelberg“ von 1950. Der Text stammte von Bruno Balz (1902-1988), der 1937 auch für Zarah Leanders Film „La Habanera“ den Titel „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ getextet hatte. Die Musik steuerte Heino Gaze (1908-1967) bei, der von 1945 bis 1949 musikalischer Leiter im Berliner „Kabarett der Komiker“ war. Von Gaze stammen auch Schlager wie „Kalkutta liegt am Ganges“ aus dem Jahr 1960 (Vico Toriani) und das Karnevalslied „Schnaps, das war sein letztes Wort“ aus dem gleichen Jahr (Willy Millowitsch). Ob der Liedtext freiwillig oder unfreiwillig komisch ist, bleibt offen: „Kleine Kellnerin vom Neckarstrand, so viel Liebe dank ich dir, und so manches Kännchen, süßes, braunes Ännchen, das leerten wir.“ Da reiben sich jedenfalls die 1920er und die 1950er Jahre aneinander. Liveauftritte hatte die „Goldene Acht“ auch mit der aus Italien stammenden Schlagersängerin Ines Taddio (1928-2021) aus Köln und der Schauspielerin und Schlagersängerin Ellen Friese (1924-2016), die auch bei Sitzungen der Mainzer Fastnacht auftrat. Der in Karlsruhe lebende Leichtathlet Carl „Charley“ Kaufmann (1936-2008), der 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom die Silbermedaille im 400-Meter-Lauf gewann, war ein ausgebildeter Tenor und erhielt daher den Beinamen „Bel Ami der Aschenbahn“. Mit dem Titel „Und Amor läuft mit“ hatte er 1960 einen Schlagererfolg. Auch ihn begleitete die „Goldene Acht“ bei einem Auftritt in Alzey.

Weitere Informationen zum Ort
Die St-Georgen-Straße führt vom Rossmarkt zur Römerstraße. Zwischen den Häusern Nr. 37 und 39 markiert ein 1909 errichteter Brunnen den Ort der ehemaligen Georgenpforte. Das südliche Stadttor wurde 1807 niedergelegt. Der Weg außerhalb führte im Mittelalter weiter zur wohl im späteren 5. Jahrhundert im römischen Kastellbezirk errichteten St-Georgskirche.

(Volker Gallé, Alzey, 2025 / freundliche Hinweise von Herrn Gerhard Gralow, Herrn Günter Gralow, Herrn Volker Schäfer und Herrn Wulf Kleinknecht)


Internet
elibrary.utb.de: Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie
holocaustmusic.ort.org: Jazz im „Dritten Reich“

Literatur

Widmann, Stefanie (2024)
Alzey einst und jetzt. Band 2. Alzey.

Wohnhaus des Kapellmeisters Gerhard Gralow in Alzey

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
St. Georgen-Straße 31
Ort
55232 Alzey
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Volker Gallé (2025): „Wohnhaus des Kapellmeisters Gerhard Gralow in Alzey”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356746 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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