Baasem weist aufgrund seines unregelmäßigen Grundrisses alle Merkmale eines Haufendorfs auf.
Baasem entstand im 7. Jahrhundert als eine frühfränkische Siedlung. Der Name bezieht sich auf das Heim des Franken „Basino“ oder „Baso“. Im Jahre 867 wird der Ort im goldenen Buch der Abtei Prüm erstmalig als Ort erwähnt.
Eine wichtige Rolle in der Frühgeschichte des Ortes spielte die Reichsabtei Stablo-Malmedy, die in Baasem größere Ländereien besaß. In den Jahren 1130, 1135 und 1140 wurde der Abtei der Besitz von umgerechnet etwa 400 Hektar urkundlich bestätigt. Im Jahre 1357 wird erwähnt, dass die adligen Inhaber der Burg die Ländereien der Abtei in Baasem verwalten.
Kirchengeschichtliche Entwicklung Um 1200 wird eine einschiffige steinerne Kirche im romanischen Stil errichtet. Hiervon sind nur noch die beiden Untergeschosse des Westturmes, Teile der Nordwand und des nördlichen Chores erhalten geblieben. Im Kirchenverzeichnis des Erzbistums Köln Liber Valoris um 1300 wird Baasem als Kapellenort der Pfarre Alendorf erwähnt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wechselte Baasem zur Pfarrei Kronenburg. 1485/1486 wurde der Ort eine sogenannte Kapellen-Vikarie mit einem eigenen Kaplan, der auch in Baasem wohnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert ist das Geschlecht von „Basenheim“ nachweisbar, das später in den Ritterstand aufstieg. Bis ins 14. Jahrhundert konnte Baasem seine Eigenständigkeit behaupten, bevor es vom benachbarten luxemburgischen Kronenburg vereinnahmt wurde. Baasem gehörte damit zum Herzogtum Luxemburg.
Wirtschaft und Menschen in Baasem Das Dorf war landwirtschaftlich geprägt. Obwohl die Bevölkerung wuchs, war eine Steigerung der Erträge kaum möglich. Das führte dazu, dass manche Dorfbewohner Baasem verließen und in die Städte zogen, wo sie sich bessere Existenzmöglichkeiten erhofften. Etliche Familien wanderten sogar in die deutschen Ostgebiete bzw. in den Balkan aus. Im 12. Jahrhundert hatten sich Baasemer Familien sich wahrscheinlich in Siebenbürgen niedergelassen und dort ihre neue Siedlung den Namen Basenheim gegeben.
Der Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft um 1300 wurde in Baasem kaum praktiziert, da die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle war. Bei Geldschulden erfolgte die Zinszahlung ebenfalls meistens in Naturalien.
Ab 1450 fanden viele Männer aus Baasem direkt oder indirekt eine Beschäftigung in den Eisenwerken der Kronenburger Hütte und Hammer-Hütte. Dennoch blieb Baasem landwirtschaftlich geprägt.
Zwischen 1618 und 1714 leidet der Ort unter den Auswirkungen der fast 100 Jahre andauernden Kriege. Die Ernährung der das Dorf belagernden Soldaten und Pferde setzte das Dorf schwer zu. Es fehlte oft das Nötigste zum Leben. Außerdem gab es Verwüstungen, Plünderungen und Brände. Das 18. Jahrhundert war eine Periode der Erholung. Die Dorfbewohner konnten nun selbst über die Erträge der Landwirtschaft verfügen. Der Kartoffelanbau wurde zunächst als Viehfutter eingeführt. Schulbildung wird 1659 an der Kronenburger Schule, die seit 1602 besteht, ermöglicht und 1750 wurde in Baasem eigens eine eigene Schule eingerichtet.
Im Zuge der französischen Revolution besetzten die Franzosen im Oktober 1794 die Eifel. Die meisten Bewohner standen den Franzosen zwar skeptisch und zurückhaltend gegenüber, aber begrüßten die Abschaffung der Frondienste, der Zehnten, der Stände und Zünfte. 1795 wurde die Herrschaft Kronenburg französisch. Kronenburg und Baasem bildeten eine Gemeinde.
(Peter Burggraaff, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2025)
Internet www.dahlem.de: Ortsgeschichte (abgerufen 26.11.2025)
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
Peter Burggraaff: „Ortskern und Ortsgeschichte von Baasem bis 1810”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356705 (Abgerufen: 7. Januar 2026)
Möchten Sie dieses Objekt in der Kuladig-App öffnen?
Wir verwenden Cookies
Dies sind zum einen technisch notwendige Cookies,
um die Funktionsfähigkeit der Seiten sicherzustellen. Diesen können Sie nicht widersprechen, wenn
Sie die Seite nutzen möchten. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für eine Webanalyse, um die
Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren, sofern Sie einverstanden sind. Mit Anklicken des Buttons
erklären Sie Ihr Einverständnis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Datenschutzseite.