Forsthaus Steinfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Kall
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 30′ 3,57″ N: 6° 34′ 19,71″ O 50,50099°N: 6,57214°O
Koordinate UTM 32.327.827,08 m: 5.597.151,28 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.540.636,18 m: 5.596.292,01 m
Das Forsthaus Steinfeld wurde nach der Übernahme der (Forst-)Verwaltung durch das Königreich Preußen im Zuge der Gründung der Rheinprovinz 1922 errichtet.

Der Waldzustand in der Eifel wurde von dem preußischen Forstbeamten Johann Nepomuk Schwerz während seiner Inspektionsreise von 1816 bis 1817 treffend zum Ausdruck gebracht: „ Man könnte sehen und weinen. Ein Land wie die Eifel, wo es nicht an Raum fehlt, wo der Boden kein Wert für die übrige Kultur hat, weil es an Dung und Dungmaterial gebricht, da heben die Berge ihre nackten Schädel, welche kein Gestrauch deckt[…]“ (Schwerz 1836, S. 136).

Die ehemaligen herrschaftlichen Wälder wurden nach 1815 als Staatswälder in preußischen Besitz überführt und die bestehenden Holznutzungs- und Weiderechte drastisch und zum Trotz des Widerstands der Bauern eingeschränkt. Eine Forstverwaltung mit Ober- und Unterforstämtern wurde etabliert, wodurch ab den 1830er Jahren zahlreiche Forsthäuser errichtet wurden, so wie in Steinfeld.

Für die zweckmäßige Forstplanung und -bewirtschaftung wurde der Wald in Reviere und nummerierte Abteilungen eingeteilt sowie Forstwege angelegt. Die Forstbeamten erhielten Uniformen und Polizeigewalt für die Einhaltung der erlassenen Forstverordnungen und gegen Waldfrevel.

(Peter Burggraaff, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2025)

Literatur

Burggraaff, Peter (2017)
Notstandsmaßnahmen in der Eifel (Preußisch Sibirien). Von Hunger, Kahlschlag, Ausbeutung des Waldes, Heide- und Ödland zur Verbesserung der Agrarstruktur, Aufforstung und Kultivierung. In: Preußen und Landschaft. Ideen - Symbole - Veränderungen. Tagungsdokumentation Fachtagung vom 22. Oktober 2015 Pulheim, Abtei Brauweiler., S. 20-45. Köln.
Höhere Forstbehörde Rheinland (Hrsg.) (1995)
Waldflächenentwicklung im Rheinland 1820 - 1980. Teilbereich Kreis Euskirchen. Bonn.
Kirfel, Helmut J. (2019)
Salvatorianer Kloster Steinfeld. In: Kleine Kunstführer, Kirchen und Klöster Bd. 1440, Regensburg (9. Auflage).
Schwerz, Johann Nepomuk von (1836)
Beschreibung der Landwirtschaft in Westfalen und Rheinpreussen.. Mit einem Anhang über den Weinbau in Rheinpreussen. 2 Teile. Stuttgart (Nachdruck Bonn o.J.).
Schwind, Werner (1993)
Der Waldwandel in der Vulkaneifel. Ein Streifzug durch die bewegte Geschichte des Eifelwaldes. In: Eifeljahrbuch 1993, S. 95-108. Düren.
Schwind, Werner (1984)
Der Eifelwald im Wandel der Jahrhunderte. Düren.
Schwind, Werner (1983)
Aus der Forstgeschichte der Vulkaneifel. Die Waldstreunutzung - einst Stütze der kleinbäuerlichen Land- und Viehwirtschaft. In: Kreis Daun Vulkaneifel, Heimatjahrbuch 1984, S. 36-44. Daun.
Wenzel, Irmund (1997)
Die Wiederbewaldung der Eifel im 19. Jahrhundert und ihre Bedeutung für Landwirtschaft und Forstwirtschaft. In: Der Wald. Beiträge der Colloquien „Wald und Naturschutz“ und „Kulturlandschaft Wald“, veranstaltet vom Rheinischen Verein und dem Landschaftsverband Rheinland, Amt für Rheinische Landeskunde, S. 51-58. Köln.

Forsthaus Steinfeld

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hermann-Josef-Straße
Ort
53925 Kall - Steinfeld
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1825 bis 1850, Ende 1802

Empfohlene Zitierweise

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Peter Burggraaff: „Forsthaus Steinfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356686 (Abgerufen: 7. Januar 2026)
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