Knappenhaus in Sankt Jakob

Handelshaus, Zirbenmuseum

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): St. Jakob in Defereggen
Bezirk(e): Lienz
Bundesland: Tirol
Koordinate WGS84 46° 54′ 59,1″ N: 12° 19′ 51,55″ O 46,91642°N: 12,33099°O
Koordinate UTM 33.296.775,20 m: 5.199.334,07 m
Koordinate Gauss/Krüger 4.525.321,91 m: 5.197.566,09 m
  • Knappenhaus in Sankt Jakob (2015)

    Knappenhaus in Sankt Jakob (2015)

    Copyright-Hinweis:
    Karl Peter Wiemer / CC BY 4.0
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Das Knappenhaus wurde im Jahr 1627 errichtet und diente ursprünglich als Betriebs- und Verwaltungsgebäude der lokalen Bergwerksgesellschaft. Regional auch als „Handelshaus“ bezeichnet, ziert das mächtige Bauwerk außen eine Sonnenuhr. Bis 2011 war in diesem Gebäude zusätzlich ein Postamt untergebracht. Es fungiert heute als Verwaltungs- und Wohnhaus.

Das Knappenhaus steht unter Denkmalschutz und repräsentiert den regional typischen, massiven Baustil, wie man ihn auch von anderen Knappenhäusern kennt: häufig längsrechteckiger Grundriss, robuste Struktur, mehrschichtige Wohneinheiten.
Mit dem Niedergang des Bergbaus und dem Ausklingen der Hausiererei entwickelte sich das Gebäude um - und fand nach langer Zeit eine neue Nutzung als Ausstellungsort. Seit 1997 beherbergt das Knappenhaus die Ausstellung „Erlebnis Zirbe“, die im Zusammenhang mit dem Nationalpark Hohe Tauern entstand. Hier ist das Thema die Zirbelkiefer (Zirbe) - Baum, Produkt und Symbol. Ab 2012 wurde die Ausstellung umfassend neugestaltet: nun frei zugänglich, interaktiv, mit Kurzfilmen, Geräuschen und bewusst eingesetzten Duftkomponenten.

Die Ausstellung vermittelt Wissen über Entstehung, Verbreitung und Nutzung der Zirbe, beleuchtet ökologische Aspekte sowie kulturelle Verwendungen wie Schnapsbrennerei oder Holzschnitzkunst und deren Bedeutung in der Region. Besucher erfahren mehr über den größten zusammenhängenden Zirbenwald der Ostalpen, den Oberhauser Zirbenwald.

Das Knappenhaus in St. Jakob in Defereggen ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz neuen, kulturellen Funktionen dienlich gemacht werden kann. Vom Zentrum bergbaulicher Verwaltung wandelte es sich über Jahrhunderte hinweg zu einem Ort, der Natur, Geschichte und sinnliche Erfahrungen verbindet - ein lebendiges Denkmal und zugleich ein modernes Zirben-Erlebnismuseum im Herzen Osttirols.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2025)

Internet
austria-forum.org: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Jakob in Defereggen (abgerufen 02.02.2026)
museen.de: Zirbenausstellung (abgerufen 02.02.2026)
www.kulturatlas.at: Ausstellung „Erlebnis Zirbe“ (Sankt Jakob in Defereggen) (abgerufen 02.02.2026)
www.osttirol.com: Nationalpark-Ausstellung „Erlebnis Zirbe“ (abgerufen 02.02.2026)
www.osttirol-heute.at: Ausstellung „Erlebnis Zirbe“ des Nationalparks eröffnet (abgerufen 02.02.2026)
www.uibk.ac.at: Bergbau in Defereggen (abgerufen 02.02.2026)
de.wikipedia.org: Defereggental (abgerufen 02.02.2026)
osttirolerbote.at: Osttiroler Heimatblätter 30.03.1972 - Hans Ladstätter: Zur Geschichte des Bergbaues in Defereggen (PDF-Dokument, 345 kb, abgerufen 02.02.2026)

Knappenhaus in Sankt Jakob

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Unterrotte 2
Ort
Sankt Jakob / Österreich
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Karl Peter Wiemer: „Knappenhaus in Sankt Jakob”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356615 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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